30.08.2021 - 15:08 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kupfer ist gut, aber Glasfaser für Weiden noch besser

Weidens Schulen und das Rathaus mit seinen dazu gehörigen Liegenschaften sollen ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Neben der Nutzung von Förderprogrammen will die Stadt bei der Schaffung der Infrastruktur auch selbst tätig werden.

Ob über einen Provider oder im Eigenausbau, die Stadt Weiden möchte ihre Liegenschaften und die öffentlichen Schulen so schnell wie möglich mit Glasfaseranschlüssen versorgen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Während die Stadträte im Ferienausschuss über die Förderung von Glasfaseranschlüssen abstimmten, wurde unweit des Rathauses unter der Sedanstraße bereits gebuddelt. Dort werden erste Leerrohre für spätere Glasfaserkabel verlegt, die später einmal die Gerhardinger Schule, die Stötznerschule und das Neue Rathaus mit schnellem Internet versorgen sollen. Auch das Stadtteilzentrum Stockerhut, das Elly-Heuss-Gymnasium und das Sozialbürgerhaus sollen bald über die nötige Infrastruktur verfügen. All diese Maßnahmen plant die Stadt im Eigenausbau.

Eigenausbau durch Stadt

"Diese Variante ist für uns wirtschaftlicher. Uns gehört dann auch die Infrastruktur und wir müssen später keine Miete zahlen", erklärte Reiner Leibl, zuständiger Dezernent für Zentrale Steuerung, Kultur, Schulen und Sport. Unterm Strich spare sich die Stadt rund 355 200 Euro, so Leibl.

Um was geht es genau? Die Stadtverwaltung prüfte unter anderem das bayerische Förderprogramm für Schulen, Kranken- und Rathäuser, die über Glasfaserleitungen bis in die Gebäude angeschlossen werden wollen. Die Weidener Schulen erfüllten die vom Kultusministerium geforderte Internet-Bandbreite ("bis zu 500 Mbit, über Kupferkabel"). Allerdings wünschen sie sich eine Glasfaseranbindung, die der Freistaat mit bis zu 50 000 Euro pro Schule unterstützt. Die Verwaltung erstellte dazu eine Prioritätenliste. Die Beraterfirma Corwese half bei der Ausarbeitung des Förderantrags und machte eine erste Kostenaufstellung.

"Für alle Schulen, Rathaus, Sozialbürgerhaus und Stadtteilzentrum Stockerhut, immerhin insgesamt 21 Liegenschaften, betragen die Gesamtkosten für die Glasfaseranschlüsse 1,2 Millionen Euro. Der Eigenanteil liegt bei rund 563 000 Euro", sagte Leibl. Nun seien aber manche Einrichtungen nicht förderfähig (zum Beispiel FOS/BOS, Europaberufsschule), weil hier bereits früher aus Fördertöpfen Geld floss. Deshalb werde hier und den anderen genannten Schulen die Stadt auf den Eigenausbau zurückgreifen. Die Mittel seien bereits im Haushalt 2021 eingeplant.

Förderfähige Schulstandorte

Förderfähig sind jedoch die Standorte: Hans-Sauer-Schule, Hans-Schelter-Schule, Rehbühlschule, Kepler-Gymnasium, Wirtschaftsschule, Augustinus-Gymnasium, Albert-Schweitzer-Schule, Hammerweg- und Pestalozzischule, Max-Reger-Schule, Clausnitzerschule, Hans- und Sophie-Scholl-Realschule und das Neue Rathaus. Gesamtkosten rund 728 400 Euro, davon beträgt der städtische Eigenanteil 207 800 Euro. Den Verwaltungsvorschlag nickten die Stadträte ab.

Jetzt drängt die Zeit. Der Förderantrag mitsamt Ausschreibung und Vergabe muss bis 31. Dezember 2021 erfolgt sein. "Bis 2022/23 könnte die Leitungslegung erfolgen", wagte Thomas Süßner von der EDV-Abteilung der Stadt eine Prognose. Die Infrastruktur und die eigentliche Anbindung müsse man getrennt sehen, sagte der Fachmann. Gemeinsam mit der Tiefbauabteilung sei man bereits in den Schulgebäuden tätig. "Bis die Verkabelung im Klassenzimmer ankommt, kann es aber noch etwas dauern", ergänzte Jutta Häusler vom Amt für Hochbau und Gebäudemanagement. Sie nannte einen groben Zeitplan: Kepler-Gymnasium und Jugendzentrum seien bereits 2019 teilverkabelt worden, 2020 Albert-Schweitzer-, Hammerweg- und Rehbühlschule, 2021 Hans-Schelter-, Clausnitzer- und Stötznerschule, 2022 folgen Hans-Sauer-, Gerhardinger- und Max-Reger-Schule. Bis Ende 2022 sollten alle Grundschulen abgedeckt sein, so Häusler.

SPD-Fraktionschef Roland Richter war es wichtig, dass "es nun schnell geht, und nicht an baulichen Gegebenheiten scheitert".

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