05.05.2021 - 12:57 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Lehrerkritik im Stadtrat Weiden: Viele neue Laptops an Schulen, doch zu lahmer Datenverkehr

Die Coronapandemie verpasst der Digitalisierung an den Weidener Schulen ein Schub. Ein Schulleiter im Stadtrat merkt allerdings kritisch an: Was nutzt der beste Laptop, wenn das Netzwerk lahmt?

Unterricht per Laptop: Die Stadt schafft dafür die Voraussetzungen. Manchem geht's allerdings nicht schnell genug.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Der Zwang zum Homeschooling beschleunigte eine Entwicklung, die ohne Corona wohl weit länger gedauert hätte: die Digitalisierung auch an den Weidener Schulen. So hat die Stadt 386 Notebooks bestellt und 590 Tablets angeschafft. Jede Bildungsstätte verfüge jetzt über zwei mal 16 Tablets inklusive Ladekoffer. In diesen Tagen wird ein Schwung neuer Beamer, Kameras, PCs und Monitore erwartet. Nach einer weiteren genehmigten Förderung läuft die Ausschreibung zu rund 500 neuen Lehrer-Dienstlaptops. Neu geschaffen wurde die Stelle eines IT-Koordinator bei der Schulabteilung der Stadt.

Das Thema Digitalisierung im Schulbeirat

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"Traurig, dass erst die Corona-Pandemie für den Ruck gesorgt hat", kommentiert Ali Zant, dessen Ausschussgemeinschaft Grün.Bunt.Weiden diese Aufstellung beantragt hat. In der jüngsten Stadtratssitzung rang er sich zu einem Lob durch: "Die Stadt hat Gas gegeben und eine erfreuliche Bilanz vorgelegt."

Auf die Euphoriebremse trat ein Mann aus der Praxis: SPD-Stadtrat Matthias Holl, Rektor der Hans-Sauer-Schule in Rothenstadt. Die persönliche Begegnung in der Schule, das Aufbauen von Empathie, "kann uns kein Laptop, kein noch so tolles Leitungsnetz ersetzen", sagte. Zumal es eben bei der Netz-Infrastruktur hapere. "Es gibt zig Klassenzimmer, die schlecht oder gar nicht versorgt sind mit Wlan." Die Leitungskapazität sei an vielen Schulen zu schwach. Holl: "Da nutzen auch die tollsten Laptop-Koffer nichts, wenn ich sie nicht anwenden kann." Der Genosse forderte ein Gesamtkonzept zum Ausbau dieser Infrastruktur an den Weidener Bildungsstätten.

Wie Dezernent Reiner Leibl versicherte, bemühe sich die Stadt nach Kräften. "Die Aufgabe ist gewaltig", erklärte er. "Wir haben uns jetzt drübergemacht, das Stück für Stück zu verbessern."

Bilanz zu den neuen Geräten

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