Bereits am 14. September hat die Disziplinarkammer der bayerischen Landeskirche in München entschieden: Der evangelische Pfarrer, der im Sommer 2021 wegen sexuellen Missbrauchs vom Amtsgericht Tirschenreuth verurteilt wurde, ist endgültig aus dem kirchlichen Dienst entlassen worden. Das erklärte der Regensburger Regionalbischof Klaus Stiegler, der sich dazu am Mittwoch gegenüber dem Evangelischen Pressedienst (epd) geäußert hat. Das Urteil ist seiner Ansicht nach ein "wichtiges und klares Signal für den kirchlichen Umgang mit sexualisierter Gewalt".
Der Pfarrer wurde bereits im Dezember 2020 nach Bekanntwerden der staatsanwaltlichen Ermittlungen vorläufig vom Dienst in der Kirchengemeinde im Landkreis Neustadt und im Dekanat Weiden suspendiert. Mit dem Urteil des Disziplinargerichts ist die Suspendierung endgültig. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Das Amtsgericht Tirschenreuth hatte im Juni 2021 einen Strafbefehl mit einer Freiheitsstrafe von elf Monaten auf Bewährung gegen den Pfarrer erlassen. Ihm wurde sexueller Missbrauch unter Ausnutzung eines Beratungsverhältnisses zur Last gelegt. Dem Pfarrer wurde vorgeworfen, die Situation gegenüber einer volljährigen jungen Frau ausgenutzt zu haben. Dabei sei es im Frühsommer 2019 an verschiedenen Orten zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen. Später war die junge Frau zur Polizei gegangen.
Zur Dauer des Verfahrens erläuterte Stiegler, dass die Disziplinarkammer noch weitere Zeugen gehört und eigene Befragungen durchgeführt habe. Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft seien in das kirchliche Verfahren mit eingegangen. Der Pfarrer verliert mit dem Urteil auch den kirchlichen Anteil seiner Ruhestandsbezüge.























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