Im Landkreis Neustadt/WN und in Weiden: Herbstsonne lockt Stinkwanzen
Sie sind wieder da. Die Wanzen lieben das sonnige Herbstwetter und sammeln sich aktuell vermehrt an Hauswänden, in Fenster- und Türrahmen und auf Terrassen. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, sagen Experten.
Die Stinkwanzen lieben das aktuelle sonnige Herbstwetter und sammeln sich vermehrt an Hauswänden, in Fenster- und Türrahmen und auf Terrassen.
Bild: Stephanie Hladik
Die Graue Gartenwanze oder Baumwanze liebt es warm, und so tauchte sie in den vergangenen Tagen wieder vermehrt auf. Einzelne Exemplare, die sich an Hauswänden sonnen oder durchaus in Massen, wie manche Kollegen zu berichten wissen. "Das ist schon ekelig. Die sitzen vor allem in den Türrahmen und wenn ich das Fenster öffne, fallen sie runter. Auch in den Wohnzimmerecken haben sich einige gesammelt." Die Hoffnung, dass vielleicht die Hauskatze sich über die Krabbler hermacht, erfüllte sich leider nicht. Und so bleibt für die Betroffenen nur abzuwarten, bis sich die Insekten wieder verziehen.
Das Phänomen der Stinkwanzen tauchte erstmals massiv im vergangenen Herbst 2018 auf. Damals hatten Oberpfalz-Medien mehrfach über das vermehrte Auftreten in Weiden und Umgebung berichtet. Dank der Mithilfe unserer Leser wurden die Tiere mitunter identifiziert und kategorisiert. Auch Experten schalteten sich ein. Dr. Olaf Zimmermann vom Pflanzenschutzdienst in Baden-Württemberg, der sich von berufs wegen täglich mit Wanzen beschäftigt, gab damals Entwarnung. Bei den meisten Wanzen, die an den Hauswänden sitzen würde es sich um die heimische Graue Gartenwanze handeln. Die ernährt sich vor allem von Pflanzen und sei ansonsten harmlos. Schädlicher sei da schon die Marmorierte Baumwanze, die Obst und Gemüse liebt und in den vergangenen Jahren bereits ganze Obstplantagen am Bodensee vernichtete. Mit dem Klimawandel könnte sich diese Art jedoch weiter ausbreiten. Wer nicht sicher ist, was sich da so in seiner Wohnung tummelt, kann sich jederzeit an den Wanzenexperten am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum Augustenberg (LTZ) in Karlsruhe wenden.
Vermutlich eine Marmorierte Baumwanze, umgangssprachlich auch Stinkwanze oder Stinkkäfer genannt, sitzt an einem Haus in Oberviechtach.
Bild: Kai Gohlke
Fühlt sich an der Hauswand in Luhe-Wildenau wohl, eine mögliche Marmorierte Baumwanze.
Bild: za
An Fassaden gelb getünchter Kirchen, wie hier St.-Johannes-Nepomuk in Waldau, werden die Stinkkäfer besonders oft gesichtet.
Bild: dob
Pudelwohl fühlen sich die Wanzen auch in diesem Hauseingang.
Bild: Elisabeth Steger
"Also ich würde schon von einer Plage sprechen", schreibt uns Andrea Schäffer aus Guteneck. Hier krabbeln die Wanzen scharenweise an einer Hauswand.
Bild: Andrea Schäffer
Klaus Wanninger aus Chamerau hat uns diese "stinkenden Grüße" geschickt. Auch bei ihm treten massenweise Stinkwanzen auf.
Bild: Klaus Wanninger
Da kribbelt's und krabbelt's fleißig. Das Bild hat uns Josef Rauch aus Pfreimd zugeschickt. Sie seien in diesem Jahr "von einem regelrechten 'Angriff' dieser Stinker auf unser Wohnhaus überrascht worden", schreibt er dazu. Die Zahl der Tiere sei in den vergangenen Jahren deutlich geringer gewesen. Auch die Nachbarn seien nicht so stark betroffen wie sein Haus - warum das so ist, kann er sich nicht erklären.
Bild: Josef Rauch
So sehen die Tiere aus, die Josef Rauch massenweise an seinem Haus vorfand.
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