Schwarze Westen, schwarzer Hut, weiße Hemden und weite Schlaghosen: Männer auf der Walz waren in Weiden unterwegs. Die Handwerksgesellen gehören zu den Freien Vogtländern. Diesmal waren sie nicht auf Arbeitssuche, sondern brachten einen ihrer Kollegen nach Hause nach Regensburg, der seine dreijährige Walz beendet hatte. Die fünf Fremden sind viel herumgekommen. Frank stammt aus Ravensburg. Er hat seine drei Jahre auf Wanderschaft bereits hinter sich, möchte aber noch weiterreisen. Ihn haben seine Wege schon bis nach Kuba und Argentinien geführt.
"Wir reisen, um zu arbeiten, und arbeiten, um zu reisen", erklärt er. "Egal, wo wir sind, fragen wir Betriebe nach Handwerksarbeit." Jede Arbeit würde er allerdings nicht annehmen: "Zum Dämmen bin ich mir zu schade." Frank wird begleitet von Norris aus Heidelberg, Robert aus Saarlouis, Jens aus Hildburghausen und Sergio aus Graubünden in der Schweiz. "Wir dürfen kein Geld für Transport und Unterkunft ausgeben. So reisen wir üblicherweise zu Fuß oder per Anhalter", sagt Frank. Eigentlich waren es zwölf Gesellen auf der Durchreise. Eine Fahrgelegenheit für so eine große Gruppe zu finden, sei schwierig, darum haben sie sich getrennt. Wiedervereinen werden sie sich am Ortsschild von Regensburg, wo Kamerad Leo herstammt. Es wird das erste Mal sein, dass er in den vergangenen drei Jahren den Bannkreis von 50 Kilometern um seine Heimat durchbricht. Leo hatte es auf seiner Reise gar bis auf Nepal verschlagen.













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