03.11.2021 - 11:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mann schmuggelt über sieben Kilogramm Drogen über die Grenze

14 Beutel Marihuana hatte ein 41-Jähriger an der Grenze über Waidhaus nach Deutschland geschmuggelt. Jetzt wurde er dafür vor dem Landgericht Weiden zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

Ein 41-Jähriger muss wegen Drogenschmuggels ins Gefängnis.
von Autor hczProfil

Über sieben Kilo Marihuana stellte die Bundespolizei am 24. März auf einem Parkplatz an der A6 sicher. Ein 41-Jähriger hatte es in 14 Beuteln im Kofferraum seines weißen Mercedes über Waidhaus ins Bundesgebiet gebracht. „Ist es zu viel?“, hatte er überrascht gefragt, als eine Beamtin das Rauschgift entdeckt hatte, nachdem sie intensiven Marihuana-Geruch im Auto bemerkt hatte.

Vergangenen Donnerstag stand der Kroate vor der großen Strafkammer des Landgerichts. Er hatte eine spannende, interessante – vielleicht sogar faszinierende – Lebensgeschichte zu erzählen. Aufgewachsen und bis zur „Matura“ (Abitur) zur Schule gegangen war er in Kroatien, Tschechien und Österreich. Medizin und Zahnmedizin – ohne Abschlüsse – habe er in Brünn studiert. Später sei er nach Thailand gegangen und habe dort unter Anderem ein Reisebüro besessen. In Kambodscha habe er eine zehnköpfige IT- Firma betrieben. Die letzten zehn Jahre habe er „wie im Nebel“ verbracht und nur Kontakt zu den Mitgliedern einer kriminellen Organisation gehabt, berichtete der Angeklagte.

Angeklagter schwer drogenabhängig

Über seinen Verteidiger Georg Karl (Regensburg) gestand der Ledige die Fahrt von Prag mit dem Rauschgift, die nach Amsterdam gehen sollte. Landgerichtsarzt Dr. Bruno Rieder und Dr. Bernd Schwarze vom Rechtsmedizinischen Institut der Universität Erlangen stellten beide die schwere Rauschgiftabhängigkeit des Angeklagten fest.

In seiner Haarprobe sei eine „ungeheure" Konzentration an Cannabis-Abbauprodukten gefunden worden, so Schwarze. Außer Marihuana hatte der Mann Heroin, Kokain und szenetypische Medikamente konsumiert. Staatsanwalt Richard Caja hielt ihm zwar sein Geständnis, die Reue und seine Therapiewilligkeit zugute, forderte aber, angesichts der großen Menge und der Beteiligung innerhalb der organisierten Kriminalität, sieben Jahre Freiheitsstrafe neben der Einweisung in eine Klinik zum Entzug.

Tat aus Suchtdruck heraus

Rechtsanwalt Karl hielt diese Forderung für „erheblich zu hoch“. Die Durchführung der Schmuggelfahrt sei extrem dilettantisch gewesen: „In der Corona-Hochzeit, in der jedes Auto am Grenzübergang kontrolliert wird." Der Verteidiger plädierte auf vier Jahre Freiheitsentzug und die Klinikunterbringung.

Die Richter Matthias Bauer und Oliver Kugler, sowie die beiden Schöffen urteilten auf fünfeinhalb Jahre, wodurch kein Vorwegvollzug im Gefängnis mehr nötig ist. Sie anerkannten, dass der Angeklagte die Straftat aus seinem Suchtdruck heraus begangen hatte und jetzt fest entschlossen ist, von seiner Sucht weg zu kommen. Erschwerend werteten die Richter, dass er als Teil der organisierten Kriminalität gehandelt hatte – wenn auch nur als „kleinstes Rädchen“.

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