10.01.2020 - 16:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ministerpräsident Söder macht Wahlkampf für Zeitler: Die besten Szenen aus dem Kino

Skywalker & Co. haben Pause. Im Kinosaal verbreitet sich diesmal "eine neue Hoffnung" für die Weidener CSU. Dass Markus Söder und OB-Kandidat Benjamin Zeitler Star-Wars-Fans sind, spielt dabei durchaus eine Rolle.

Auch über "Star Wars" sprechen Ministerpräsident Markus Söder (Mitte) und OB-Kandidat Benjamin Zeitler im Kinosaal. Wie Moderatorin Stefanie Dippl gesteht, sieht sie lieber den "Bergdoktor".
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Das Imperium schlägt zurück? Im Neue-Welt-Kino setzt Markus Söder am Donnerstagabend Benjamin Zeitler in Szene, der im März für die CSU das Weidener Rathaus zurückerobern soll. Der Plot ist eine Art erweiterte und aktualisierte Version von "Söder persönlich", einem Format, das Besucher Ende 2018 unter anderem ins Amberger Cineplex lockte. Vom lockeren zweistündigen Talk über Politik und Privates fühlen sich rund 300 Zuschauer gut unterhalten, die Bandbreite reicht von der Buddy-Komödie bis zum Tier-Drama. Spannend wird es bei den Wortmeldungen, die so nicht im Drehbuch stehen. Einige Szenen im Zusammenschnitt:

Ziemlich beste Freunde

Die erste Reihe im Kino ist die schlechteste. Normalerweise. Wenn der Ministerpräsident direkt vor der Leinwand sitzt, ist das natürlich anders. Ganz vorne platzieren sich unter anderem die ehemaligen Bundestagsabgeordneten Georg Girisch und Max Kunz, MdB Albert Rupprecht, MdL Stephan Oetzinger, MdEP Christian Doleschal und die Weidener JU-Chefin Susanne Hayo. Und natürlich Finanzminister Albert Füracker, dem Markus Söder immer wieder die Rolle des Sidekicks zuweist. Wahlkampf in Friseurläden, wie ihn der junge Söder einst gemacht hat? Naja, für "den Albert", meint der Chef, vielleicht nicht ganz das Richtige...

Die Rückkehr der Jedi-Ritter

Ob Markus Söder den neuen "Star Wars" schon gesehen hat? "Na klar. Zwei Mal. Es lohnt sich." Im "Krieg der Sterne"-Kanon sei "Der Aufstieg Skywalkers" "zwar nicht so gut wie die ersten sechs, aber besser als die letzten zwei". Für einen Star-Wars-Motto-Gottesdienst habe er sich mal als Jedi verkleidet. Moderatorin Stefanie Dippl stellt die Gretchenfrage: "Luke Skywalker oder Darth Vader?" Söder: "Ich fand immer Yoda am besten. Klein und grün – und doch so erfolgreich."

Und täglich grüßt das Murmeltier

Manchen dürfte das Bekenntnis eines Bierzelt-erprobten Politikers überraschen: Er trinke keinen Alkohol, sagt Markus Söder. Deshalb komme er auch ohne Probleme früh aus den Federn. Wie übrigens auch Finanzminister Albert Füracker. „Der Albert ist gelernter Landwirt, den kann man um 6 Uhr anrufen“, weiß Söder. Als der Ministerpräsident das Kino verlässt, flachst er in Richtung seines Sidekicks: „Also dann, Albert, bis morgen früh um 6.“

Frankenweins Monster

Benjamin Zeitlers Schilderung, wonach er ein Weinfest mit einem See-Weidener Tropfen gefeiert hat, lässt Söder aufhorchen. "Nächstes Mal nimmst Frankenwein", sagt er. "Das wäre ein guter Einstieg gewesen fürs Gespräch mit mir." Das Maß ist voll, als der OB-Kandidat dann auch noch anmerkt, dass er in der vergangenen Woche "noch viele andere Höhepunkte" hatte. Mit gespielter Entrüstung meint Söder, das mit der Behördenverlagerung nach Weiden müsse er sich nochmal überlegen. "Dann doch lieber nach Tirschenreuth ..."

Ein Mann sieht rot

Ja, damals. War da nicht der SPDler Ludwig Stiegler, der für die Nordoberpfalz eingetreten ist, fragt der Ministerpräsident keck und erinnert sich: „Der trug doch immer einen roten Pullover, oder?“ Genau, empört sich der Ex-Bundestagsabgeordnete Georg Girisch: „Sogar bei der Beerdigung vom Strauß hat er ihn angehabt.“

Ein Offizier und ein Gentleman

Ein Loblied auf den Bund singt Markus Söder – und erfährt, Benjamin Zeitler hat stattdessen Zivildienst geleistet. Egal, Hauptsache man stelle sich in den Dienst für die Allgemeinheit, meint der Ministerpräsident nachsichtig. Wobei ihn die Zeit bei der Bundeswehr viel gebracht habe. Etwa am ersten Tag des Studiums sein Schicksal anzunehmen und sich samt Tablett ganz gelassen ganz hinten an der Riesenschlange der Mensa einzuordnen. Als ehemaliger Wehrdienstleistender könne man sich eben integrieren: „Ich sage Ihnen, das sind beste Voraussetzungen für ein CSU-Mitglied.“

Mamma mia

1994 gewann Markus Söder gleich bei seiner ersten Landtagswahl völlig unerwartet seinen Stimmkreis. Richtig freuen habe er sich darüber nicht können. „Weil meine Mama zuvor am 4. September gestorben war.“ Söder wünscht sich deshalb. „Respekt für Eltern und Großeltern sowie für die Liebe und alles, was sie uns gegeben haben.“ Der in Bayern deutschlandweit einzigartige Großelterntag, den der Ministerpräsident eingeführt hat, gehe in diese Richtung. Der WDR-Beitrag über die Oma als Umweltsau definitiv nicht, setzt Söder einen Seitenhieb.

Zahltag

Zeitler erzählt von seinem ersten Wahlkampf in Plößberg, als er Gratis-Brötchen verteilte. Motto: "Bei der Wahl geht's um die Wurst, hier gibt's schon mal die Semmeln." Danach habe er seinen Spitznamen weg gehabt: "Semmel-Beni". Söder empfindet Wahlkämpfe überhaupt als "total surreal". Und: "Es gibt nix Schlimmeres als den Wahltag."

Babylon Berlin

"Parteivorsitzender bedeutet, dass man Berlin annehmen muss", sagt Söder. Es gelte, in der Hauptstadt Zeit zu investieren und Netzwerke zu knüpfen. Der 53-Jährige verrät, dass er sich zum Beispiel mit Winfried Kretschmann, dem Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg, gut verstehe – "weil er zwar ein Grüner ist, aber ... ein anderer."

Mein Partner mit der kalten Schnauze

„Das letzte Jahr war ganz schlimm“, gesteht Hundeliebhaber Markus Söder. Da ist „Funny“, die Labradordame des Ministerpräsidenten, gestorben. Aber wohl schon bald werde ein neuer Vierbeiner die Familie verstärken.

Auf den Hund gebracht haben Söder übrigens seine Frau und der scharfe Dalmatiner des Schwiegervaters. „Ich wette, der war abgerichtet.“ Vor allem auf CSUler und potenzielle Freunde der Tochter habe er es abgesehen. „Jedenfalls hat meine Frau komisch geschaut, als ich sie abholen wollte und sie die Tür öffnete.“ Rausgeschossen kam schließlich ein Dalmatiner, der sich nicht gegen Söder gestellt, sondern sich an seinem Bein gerieben hat.

Auch in die Arme schließt Söder seine Hunde – und sogar die der Freunde. Speziell an Silvester. „Während es meine Frau und die Gäste um Mitternacht draußen krachen lassen, sitze ich mit allen Hunden am Sofa und beruhige sie.“

Daddy cool

„Ich denke heute viel mehr nach als früher“, gesteht der Landesvater. Und er reflektiere auch Vieles mit seinen Kindern. „Da bekomme ich dann von meiner Tochter schon mal zu hören: Tret nicht so dad-mäßig auf.“ Wie bitte? „Damit meint sie, ich soll nicht so breitbeinig dastehen und bereits auf Fragen antworten, die noch gar nicht fertig gestellt wurden.“

Das große Fressen

Ein Politiker, der durch die Lande zieht, müsse auf seine Ernährung achten, meint der Ministerpräsident. Und er gesteht, auch schon mal Gefahr zu laufen, bei dem amerikanischen Restaurant „mit den Bögen im Logo“ einzukehren. Am liebsten esse er jedoch „Nürnberger Rostbratwürscht“ – und zwar stets „über zehn“. „Essen ist einfach a gute G’schicht. Da habe ich Erfahrung und Kompetenz über all die Jahre gesammelt.“ Und doch verrät ihm Moderatorin Dippl etwas Neues: In einer Weidener Eisdiele gibt es Lachs-Eis für Hunde. Söder staunt: "Lachs-Eis? Wirklich? Wie schmeckt denn das?" Dippl: "Ich hab's nicht gegessen. Nur der Hund."

Reality Bites

Das Kontrastprogramm nach der lockeren Plauderstunde: Kritische Wortmeldungen der Bürger sorgen für spürbare Irritationen im Kinosaal. Besonders die von Maria Rahn aus Wiesau, pflegende Mutter eines behinderten Sohnes, die mit zitternder Stimme über bürokratische und gesellschaftliche Hürden schimpft. Dass die Barrierefreiheit des Weidener Bahnhofs erst für 2038 angekündigt sei, nennt sie "eine Frechheit". Zeitler zeigt sich überzeugt, "dass wir das in den nächsten Jahren schaffen". Söder verweist darauf, dass Bayern für barrierefreie Bahnhöfe "so viel Geld wie noch nie" ausgebe.

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