Weiden in der Oberpfalz
30.05.2026 - 00:01 Uhr

Der Nofi-Lauf: Eine Erfolgsgeschichte in Bewegung

Als 2010 der Startschuss für den ersten Nordoberpfälzer Firmenlauf – kurz Nofi-Lauf – in Weiden fiel, ahnte niemand, welches Erfolgsprojekt daraus entstehen würde.

Info:

Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Artikeln im Jubiläumsjahr von Oberpfalz-Medien. Viele davon sind in einer Beilage unserer Tageszeitungen am 30. Mai 2026 erschienen.

Rund 2000 Läuferinnen und Läufer aus 183 Firmen standen damals, vor 16 Jahren, an der Startlinie. „Super-Lauf, Super-Organisation, Super-Atmosphäre“ – so lautete das einhellige Echo. Ein Motto, das sich wie ein roter Faden durch die folgenden Jahre ziehen sollte.

Denn der Nofi-Lauf entwickelte sich rasant: Nach 1800 Teilnehmern 2011 in Tirschenreuth folgte 2012 der Lauf in Neustadt/WN – dort machten sich bereits 3200 Starter auf die anspruchsvolle Strecke. 2013 kehrte die Veranstaltung nach Weiden zurück und knackte erstmals die 4000er-Marke. 4174 Finisher aus 420 Firmen waren ein deutliches Signal: Der Firmenlauf war in der Region angekommen – und er wollte bleiben.

In den folgenden Jahren stiegen Begeisterung und Teilnehmerzahlen kontinuierlich. 2014 in Tirschenreuth waren es bereits über 4500 Teilnehmer, 2015 in Neustadt/WN sogar 5300. Den vorläufigen Höhepunkt markierte das Jahr 2016: 7500 laufbegeisterte Firmenmitarbeiter verwandelten Weiden in ein riesiges Sportfest. 2017 in Kemnath liefen 7000 Teilnehmer, 2018 in Neustadt/WN 5900, 2019 in Weiden nochmal 6500.

Dann kam Corona – und zwang das beliebte Event zur zweijährigen Pause.

Doch der Wiedereinstieg gelang eindrucksvoll: 3600 Teilnehmer 2022 in Tirschenreuth und knapp 5000 Läuferinnen und Läufer 2024 in Neustadt/WN zeigen, dass die Faszination Nofi-Lauf ungebrochen ist.

„Gänsehaut vor dem Start“

Eine, die diese Entwicklung von Beginn an miterlebt und entscheidend mitgestaltet hat, ist Ilona Stadler, Leiterin des Lesermarktes bei Oberpfalz-Medien und Vorsitzende des Vereins Firmenlauf e.V.

Kurios: Sie ist selbst noch nie mitgelaufen. Warum? Ilona Stadler schmunzelt: „Ich war leider an der Strecke immer unabkömmlich.“

Ihr Weg zum Nofi-Lauf begann über die Arbeit bei Oberpfalz-Medien, wo das Event seit der Premiere organisatorisch verankert ist. „Die Vibes waren ab dem ersten Moment da“, sagt sie. Diese Begeisterung führte schließlich dazu, dass sie die Rolle der Vereinsvorsitzenden übernahm – ein Ehrenamt mit Verantwortung und Herzblut.

Was sie am meisten fasziniert? Die Menschenmassen. „Zu sehen, wie Teams aus den unterschiedlichsten Firmen gemeinsam trainieren und den Teamspirit leben – das ist großartig.“ Ihr persönlicher Gänsehautmoment ereignet sich jedes Jahr wenige Sekunden vor dem Startschuss: Tausende Menschen, die gleichzeitig den Atem anhalten, bevor sie sich in Bewegung setzen.

Mindestens genauso wichtig ist ihr das Ende des Laufs. „Wenn der letzte Teilnehmer sicher im Ziel ist und wir wissen, dass es keine schwerwiegenden Vorkommnisse gab – dann fällt mir ein Stein vom Herzen“, sagt sie. Blessuren gebe es immer, aber das Team sei dafür bestens gerüstet.

Ein besonderes Highlight ist für Ilona Stadler stets das große gemeinsame Feiern nach dem Zieleinlauf. „2019 in Weiden war gigantisch“, erinnert sie sich. Wenn Tausende nach dem Lauf noch dableiben, lachen, essen, trinken und gemeinsam feiern – dann wisse man, warum man sich für das Event engagiere.

Atmosphäre – ein Erlebnis für sich

Einen besonderen Platz in ihrer Wertschätzung nehmen die unzähligen Zuschauer und Musikgruppen ein, die die Strecke jedes Jahr säumen. Sie klatschen, jubeln, trommeln, motivieren – und geben den Läufern das Gefühl, Teil eines großen Gemeinschaftserlebnisses zu sein. „Die Läuferinnen und Läufer lieben das“, betont Ilona Stadler.

Helfer, Partnerfirmen und Vorbilder

Die Vorsitzende des Vereins Firmenlauf lobt überdies, wie viele Menschen hinter dem Nofi-Lauf stehen. Ihr ausdrücklicher Dank gilt den Städten, den Bauhöfen, den Feuerwehren, dem BRK und der Polizei. „Ohne die würde es nicht gehen“, sagt sie. Diese Helfer sorgen für Sicherheit, Streckenführung, Versorgung – kurz: dafür, dass Tausende Menschen entspannt laufen können.

Und weil es ein Firmenlauf ist, spielen die Unternehmen eine ganz besondere Rolle. Viele von ihnen engagieren sich seit Jahren vorbildlich, bringen ihre Teams zusammen, organisieren Trainings und motivieren Mitarbeiter zur Teilnahme. Beispielhaft nennt Ilona Stadler den Träger Dr. Loew: Das Unternehmen ist regelmäßig mit über 200 Läuferinnen und Läufern am Start und landet in der Wertung „Fitteste Firma“ fast immer unter den Top drei. „Solche Firmen leben den Nofi-Spirit“, sagt sie.

Ein Lauf, der Gutes bewirkt

Eine Besonderheit des Nofi-Laufs ist sein caritativer Charakter. Dank der vielen Sponsoren und Partner gelingt es jedes Jahr, einen beachtlichen Reinerlös zu erzielen. „Nach dem letzten Lauf vor zwei Jahren konnten wir 50 000 Euro an soziale Einrichtungen der Region spenden“, berichtet Ilona Stadler stolz. Je mehr Teilnehmer der Lauf habe, desto größer sei dieser Beitrag – ein weiterer Grund, warum die Organisatorin auf möglichst viele Firmen und Läufer hofft.

Organisation mit großem Aufwand

Was die meisten nicht sehen: Der Nofi-Lauf ist ein logistisches Mammutprojekt. Rund ein Jahr dauert die Planungsphase. Ilona Stadler und ihr Team – Michael Reindl, Michael Renner, Karl Wittmann, Wolfgang Baierl, Juan Vilas, Marina Sigritz und Werner Striegl – koordinieren in dieser Zeit unzählige Absprachen: mit der jeweiligen Stadt, dem Bauhof, der Polizei, den Feuerwehren, Sanitätsdiensten und vielen weiteren Partnern. Vor allem die steigenden Sicherheitsanforderungen stellen eine Herausforderung dar. Doch auch diese meistert das Team Jahr für Jahr.

Eine regionale Bewegung

Nach nunmehr über einem Jahrzehnt lässt sich sagen: Der Nordoberpfälzer Firmenlauf ist weit mehr als nur eine sportliche Veranstaltung. Er ist ein Treffpunkt für Firmen, ein Motor für Teamgeist, ein Fest für die Region und ein bedeutender Beitrag für soziale Projekte.

Und er ist ein Beispiel dafür, wie eine Idee, die 2010 mit 2000 Läufern begann, zu einer der größten Breitensportveranstaltungen der Nordoberpfalz wurde.

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