22.05.2019 - 15:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Otto Group investiert in Zukunft von Witt

Die Otto Group investiert hohe Summen in die Digitalisierung. Davon profitiert auch Witt in Weiden. Zudem ärgern sich die Hamburger über die Steuertricks des amerikanischen Konkurrenten Amazon.

Der Vorstand der Otto Group, Alexander Birken, kritisierte bei der Jahres-Pressekonferenz die Steuervorteile, die der amerikanische Konkurrent Amazon in Europa genießt.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Otto Group hat ihren Konkurrenten Amazon wegen dessen niedriger Steuerzahlungen in der Europäischen Union (EU) scharf angegriffen. "Wir bezahlen 100 Millionen Euro Steuern, die wir investieren könnten in die Digitalisierung oder in den Service oder in niedrigere Preise für die Verbraucher", sagte Vorstandschef Alexander Birken am Mittwoch in Hamburg. "Das ist ein gravierender Nachteil für den gesamten Einzelhandel, nicht nur für Otto, der Arbeitsplätze kostet." Die Otto Group wachse nach wie vor und habe ausreichend Investitionsmittel zur Verfügung; für andere Bereiche des Einzelhandels gelte das nicht.

Otto hat sich bis 2022 ein Wachstumsziel von vier bis fünf Prozent jährlich auf 17 Milliarden Euro und den Umbau zu einem voll digitalisierte Konzern vorgenommen. Mit der digitalen Transformation sei auch die Verteidigung europäischer Werte wie Rechtsstaatlichkeit und Nachhaltigkeit auf einem internationalen Markt verbunden, erklärte Birken. "Die Kunden wollen anständiges Verhalten bei uns sehen." Darin sehe er einen Wettbewerbsvorteil gegenüber global dominierenden Playern etwa aus den USA und aus China.

Entsprechend der Wachstumsstrategie investiert die Gruppe in Konzerngesellschaften mit vielversprechenden Wachstums- und Ertragsperspektiven. Dazu zählen: Otto, Bonprix, Crate and Barrel, die Mytoys-Gruppe sowie die Witt-Gruppe in Weiden. Im Fokus stehe auch der Ausbau von otto.de zu einer E-Commerce-Plattform, unter deren Dach mehrere Anbieter ihre Waren versenden. Allein die Onlineumsätze des Unternehmens waren zuletzt auf vergleichbarer Basis um 4,5 Prozent auf 7,7 Milliarden Euro gestiegen; nach Amazon sei Otto der zweitgrößte deutsche Onlinehändler.

Die Witt-Gruppe, die auf die Kundengruppe 50 plus spezialisiert ist, habe mit ihren acht Marken in elf Ländern nach vielen Jahren des Wachstums die Umsätze mit 815 Millionen Euro nur auf Vorjahresniveau gehalten, teilte Otto mit. Im neuen Geschäftsjahr zeige die Gruppe wieder ihre Wachstumsstärke und investiert dieses Jahr insbesondere in die Optimierung der Onlinekanäle. So soll die wachsende und digital hoch affine Zielgruppe der Babyboomer noch besser erreicht werden.

Insgesamt erreichte die Otto Group ihre Ziele nicht: Im abgelaufenen Geschäftsjahr, das am 28. Februar endete, lag der Umsatz mit 13,4 Milliarden Euro nominal unter dem des Vorjahres. Der Gewinn des Unternehmens lag mit 177 Millionen Euro deutlicher unter dem Wert des Vorjahres. (dpa/paa)

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