05.05.2021 - 15:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Pfingst-Urlaub in Corona-Zeiten: Was zu beachten ist

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Die Pfingstferien kommen näher. Die Corona-Zahlen sinken. Das weckt die Hoffnung, dass zu Pfingsten ein Urlaub möglich ist. Doch es gibt weiter einige Hürden, vor allem wenn die Reise ins Ausland gehen soll.

Eine rote Flagge weht am Strand von Arenal, um das Schwimmen zu verbieten. Die Abwesenheit von Touristen ist an den Stränden Mallorcas spürbar.
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Urlaub daheim in Bayern – wird das möglich sein?

Ja. Ab Freitag 21. Mai, mit Beginn der Pfingstferien, soll Verreisen in Bayern wieder möglich sein. Das bayerische Gesundheitsministerium erarbeitet mit dem Wirtschaftsministerium ein Konzept, um die Öffnung von Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätzen sowie Urlaub auf dem Bauernhof zu ermöglichen. Es geht unter anderem um Auflagen, wie Testpflichten und Hygienekonzepte. Eine Bedingung ist auch, dass in den jeweiligen Regionen eine stabile Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 gibt. Öffnungsmöglichkeiten soll es auch für "spezielle touristische Infrastrukturen" geben. Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) nannte als Beispiele "Freizeiteinrichtungen von der Seilbahn bis zum Reisebus". Es gilt aber auch: Sollten die Corona-Zahlen regional wieder steigen, müssten die Öffnungen zurückgenommen werden.

Und was ist mit Urlaub in Deutschland?

Noch ist Urlaub in Deutschland wegen des Beherbergungsverbots nicht möglich. Aber neben Bayern arbeiten auch andere Bundesländer an Öffnungskonzepten. Niedersachsen will Tourismus für Einwohner des eigenen Bundeslandes öffnen und touristische Übernachtung erlauben. Sachsen plant ebenfalls Lockerungen. Was genau wo in den Pfingstferien möglich sein wird, wird sich wohl erst in den nächsten Tagen klären.

Ist die Tourismusbranche in Ostbayern vorbereitet?

Hoteliers, Gastwirte und Ferienwohnungsanbieter stehen in den Startlöchern. Die Betriebe im Oberpfälzer Wald, Bayerischen Wald und im Bayerischen Jura warten händeringend darauf, ihre „Pforten“ wieder zu öffnen und wieder für ihre Gäste da sein zu dürfen, heißt es beim Ostbayerischen Tourismusverband. In den nächsten beiden Wochen müssten die Betriebe noch einiges vorbereiten, einkaufen und organisieren. "Sie werden alles dafür tun, um ab dem 21. Mai wieder die ersten Gäste begrüßen zu können."

Welche Regeln gelten in den Übernachtungsbetrieben?

Die Tourismusbetriebe wissen noch nicht, ob die Konzepte, die sie bis zur Corona-bedingten Schließung im Herbst entwickelt hatten, weiter tauglich und zugelassen sind. Sie müssen auf das detaillierte Konzept aus dem Gesundheits- und das Wirtschaftsministerium warten. In diesem sind die Vorgaben zu den Terminvereinbarungen, Corona-Tests, Abstands- und Hygienemaßnahmen festgelegt. Das dauert noch einige Tage, bis es fertig ist. "Erst dann werden wir wissen, welche Anforderungen konkret erfüllt werden müssen. Bislang weiß das noch niemand", heißt es beim Ostbayerischen Tourismusverband.

Gibt es schon Buchungsanfragen?

Die Ankündigung der bayerischen Staatsregierung, den Tourismus wieder zu erlauben, hat im Freistaat eine Nachfragewelle ausgelöst. Seit Dienstagnachmittag steigen Anfragen und Buchungen im Haus und bei vielen Übernachtungsbetrieben, heißt es beim Ostbayerischen Tourismusverband. "Wir gehen davon aus, dass die Anfragen und Buchungen in den nächsten Tagen weiterhin steigen werden", teilte Projektleiter Stephan Moder auf Anfrage mit. Der Verband vermutet, dass vermehrt weitere Anfragen eintreffen, sobald Informationen zum Konzept der beiden Ministerien vorliegen. Dann sei klarer, unter welchen "Voraussetzungen tatsächlich Urlaubsreisen und Übernachtungen auch in den Ostbayerischen Urlaubsgebieten wieder möglich sein werden".

Wie sieht es mit Urlaub im europäischen Ausland aus?

In einigen europäischen Ländern ist Urlaub derzeit zum Teil möglich, zum Beispiel auf den Kanarischen Inseln. Auch die Einreise nach Italien ist erlaubt, sie muss aber laut Auswärtigem Amt über ein Online-Formular angemeldet werden. Demnach ist die "Einreise dem zuständigen Gesundheitsamt anzuzeigen. Außerdem ist die Vorlage eines negativen PCR- oder Antigen-Tests erforderlich, der nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ausgenommen sind Kinder unter zwei Jahren." In etlichen europäischen Ländern gibt es zudem zum Teil sehr strenge, Corona-bedingte Einschränkungen. Von deutscher Seite gilt seit dem 30. März grundsätzlich eine Testnachweispflicht vor Abflug im Ausland, unabhängig davon, ob sich eine Person in einem Risikogebiet aufgehalten hat. Ohne die Vorlage eines negativen Corona-Tests dürfen Personen nicht befördert werden. Zudem ruft die Bundesregierung nach wie vor dazu "alle nicht zwingend erforderlichen beruflichen und privaten Reisen, insbesondere touristische Reisen ins Ausland zu vermeiden".

Was ist bei der Rückkehr nach Deutschland zu beachten?

Personen, die in die Bundesrepublik Deutschland einreisen wollen und sich in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, müssen sich grundsätzlich über die Digitale Einreiseanmeldung registrieren und der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde einen entsprechenden Testnachweis vorlegen, teilte das bayerische Gesundheitsministerium auf Anfrage mit.

Welche europäischen Länder gelten als Risikogebiete oder Hochinzidenzgebiete?

Unter anderem Italien, Österreich mit Ausnahme der Gemeinden Jungholz und Mittelberg/Kleinwalsertal, Griechenland, Ungarn, Belgien, das spanische Festland – mit Ausnahme der autonomen Gemeinschaften Valencia, Extremadura, und Murci – sowie die Kanarischen Inseln, Tschechien und die Slowakei gelten als Risikogebiete. Kroatien, ein anderes beliebtes Urlaubsgebiet am Mittelmeer gilt seit 11. April als Hochinzidenzgebiet. Auch die Niederlande, Frankreich, Slowenien und die Türkei gelten Hochinzidenzgebiet.

Müssen Urlauber nach der Einreise aus einem Risikogebiet in Quarantäne?

Ja. Nach der derzeit geltenden Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) sind Personen, die nach Bayern einreisen und sich innerhalb von zehn Tagen vor der Einreise in einem Risikogebiet aufgehalten haben, grundsätzlich verpflichtet, sich unverzüglich nach der Einreise in zehntägige häusliche Quarantäne zu begeben, teilte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München mit. Eine Verkürzung der Quarantänedauer ist möglich, wenn ein frühestens fünf Tage nach der Einreise vorgenommener Test auf eine Infektion mit Coronavirus ein negatives Ergebnis aufweist. Bei einer Einreise aus einem Virusvarianten-Gebiet beträgt die Quarantänedauer14 Tage und es ist laut Ministerium keine Freitestung nach fünf Tagen möglich.

Sind vollständig Geimpfte von der Einreise-Quarantäne ausgenommen?

Ja. Personen, die seit mindestens 15 Tagen vollständig gegen Covid-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff geimpft sind, sind von der Quarantänepflicht Aufenthalt in einem Risikogebiet befreit. Zudem müssen sie über einen Impfnachweis in deutscher, englischer oder französischer Sprache verfügen. "Der Impfnachweis ist auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde unverzüglich durch die betroffene Person vorzulegen", teilte das Ministerium mit. Die Ausnahme gilt demnach nur, soweit die betroffene Person keine Symptome zeigt, die auf eine Corona-Infektion hindeuten.

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Kommentar:

Viel versprochen, nichts geklärt

Auch nach 14 Monaten Corona-Pandemie fällt es schwer, sich daran zu gewöhnen, dass die politisch Verantwortlichen der Entwicklung meist hinterherlaufen. So war die Runde des Ministerpräsidenten regelmäßig überrascht, wenn die Infektionszahlen durch die Decke gingen. Trotz zahlreicher Warnungen. So ist es nie gelungen, eine Strategie zu entwickeln, um vor die Corona-Welle zu kommen. Selbst jetzt, wo die Infektionszahlen sinken und endlich geöffnet werden kann, müssen in München die entsprechenden Konzepte für die Tourismuswirtschaft noch entwickelt werden. Als hätten sich die Ministerien darauf nicht vorbereiten können?

Alexander Pausch

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