28.09.2020 - 15:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Schulbusse: Maske muss als Schutz genügen

Proppenvolle Schulbusse passen nicht so recht in die Coronazeit. Die Schüler können Mindestabstände oftmals nicht einhalten, bestätigt die Stadt Weiden. Von Lösungen wie einer Sitzplatzbegrenzung hält sie allerdings nicht viel.

Zu Stoßzeiten sei es nicht möglich, die Mindestabstände in Schulbussen einzuhalten, räumt die Stadt Weiden ein.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

"Übervolle Schulbuslinien" hat Karl Bärnklau aktuell im Landkreis ausgemacht. "Nach wenigen Kilometern Fahrt waren die Scheiben oft schon beschlagen." Nicht so gut in Zeiten der Coronapandemie. In einem Antrag seiner Fraktion Grün-Bunt-Weiden fordert der Stadtrat daher ein Hygienekonzept für den Schulbusverkehr in Weiden. Bärnklau: "So wäre es zum Beispiel sinnvoll, die maximale Besetzung im Bus auf 80 Prozent der Sitzplätze zu beschränken. Eventuell können auch die Schulen die Zeiten des Schulbeginns variieren." Zwei Vorschläge, denen die Stadt Weiden vorläufig eine Absage erteilt.

Sitzplatzbegrenzung "nicht zielführend"

Zu den "Stoßzeiten“ am Morgen und am Mittag sei es "leider nicht möglich die Abstände in den Bussen einzuhalten", räumen die zuständigen Stellen im Rathaus im Sachstandsbericht ein. Eine auf 80 Prozent reduzierte Auslastung würde daran nichts ändern: "Ein Stadtlinienbus hat beispielsweise 33 Sitzplätze und ca. 60 Stehplätze. Bei einer 80-prozentigen Auslastung der 33 Sitzplätze wären im Bus 26 Sitzplätze zu besetzen. Aufgrund der baulichen Anordnung der Sitze im Bus scheitert bereits bei dieser geringen Sitzplatzanzahl die Einhaltung des Mindestabstandsgebotes von 1,5 Metern." Die Sitzplatzbegrenzung sei daher "schlichtweg nicht zielführend".

Volle Busse widersprechen den Hygieneregeln

Oberpfalz

Die Möglichkeit von variablen Zeiten des Schulbeginns sei bei einer Schulleiterkonferenz am 2. September besprochen worden. Die Chefs hätten diese Möglichkeit einstimmig abgelehnt.

Bleibt noch eine andere Option, auf die Bärnklau im Antrag verweist: Der Freistaat fördert zu 100 Prozent die Einrichtung von "Verstärkerfahrten", also von zusätzlichen Bussen, die im ÖPNV und im Schülerbeförderungsverkehr unterwegs wären. Dieses Förderprogramm des Freistaats ist bis zu den Herbstferien befristet. Der Fraktionssprecher glaubt jedoch: "Eine längerfristige Übernahme der Kosten durch den Freistaat ist zu erwarten, da bis heute kein Ende der Corona-Pandemie absehbar ist." Die Stadt erklärt dazu lediglich, dass "beispielsweise die Linie 1 zu den Spitzenzeiten bereits mit einem zusätzlichen Fahrzeug verstärkt" worden sei. Ob dafür Fördermittel abgerufen wurden, bleibt offen.

Hilfreicher Hinweis

Laut Stadt erhielten die Schüler, welche die Linien 2, 3 und 4 nutzen, Informationsschreiben, in denen der Stadtbus Weiden auf freie Buskapazitäten und alternative Abfahrtszeiten aufmerksam macht. "Dies wurde gut angenommen, so dass sich die Situation auf den genannten Linien aktuell wieder entspannt hat. Auf der Linie 1 aus Richtung Rothenstadt, Linie 5, 6 und 7 liegt die Besetzung aktuell bei ca. 70 Prozent."

Generell erinnern die Sachbearbeiter daran, dass in Bayern im gesamten ÖPNV und im freigestellten Schülerverkehr (Schulbusse) die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung gilt. Dies ermögliche "ein Absehen vom zwingenden Einhalten der Mindestabstandsregelung" (1,5 Meter). Abschließend heißt es im Vorlagebericht: "Von unserer Seite als Sachaufwandsträger und auch von Seiten des Stadtbus Weiden ist es (...) sehr wichtig, keine überzogenen Erwartungen zu erwecken, die zum einen wegen bestehender Kapazitätsgrenzen (Busse und Fahrpersonal) offenkundig nicht erfüllt werden können und zum anderen von staatlicher Seite auch nicht gefordert werden." Der Antrag von Grün-Bunt-Weiden steht auf der Tagesordnung der Stadtratssitzung am Montag, 5. Oktober. Beginn ist um 15 Uhr in der Max-Reger-Halle.

Eltern kritisieren die Situation

Pressath

 

 

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