Weiden in der Oberpfalz
29.11.2020 - 10:05 Uhr

Sonja Balk aus Weiden: Nach 35 Jahren Abschied von Arztpraxis Opel

Sie ist ein Urgestein in der Praxis von Dr. Günter Opel in Weiden und Regisseurin bei den Lustigen Konradern am Hammerweg. Nun beginnt Sonja Balk nach 35 Jahren einen neuen Lebensabschnitt.

Ein "Weidener Orginal" wird in den Ruhestand verabschiedet: (von links) Mary Angermann, Larissa Tornau, die künftige Rentnerin Sonja Balk, Christine Hoch und Dr. Günter Opel. Bild: uz
Ein "Weidener Orginal" wird in den Ruhestand verabschiedet: (von links) Mary Angermann, Larissa Tornau, die künftige Rentnerin Sonja Balk, Christine Hoch und Dr. Günter Opel.

„Sonja Balk ist ein echtes Weidener Original“, lobt ihr Chef, Dr. Günter Opel, am Donnerstag seine Mitarbeiterin. Sie habe sich in der Praxis im Lauf der Jahrzehnte ihr eigenes Reich aufgebaut. „Die Patienten werden ihr ein paar Tränchen nachweinen.“ Davon ist der Internist überzeugt. „Sie hinterlässt eine echte Lücke.“ Nach 35 Jahren in derselben Praxis geht die „gute Seele“ zum 1. Dezember in den wohlverdienten Ruhestand. Wer sie kennt, weiß, dass es ein Unruhestand wird.

„Ich werde ein Kochbuch schreiben“, sagt die leidenschaftliche Köchin. Rezeptanweisungen nur für die Familie und für den allerengsten privaten Kreis gedacht. „Ich denke da an eine Art Fotobuch, das alles beinhalten soll, was mir persönlich schmeckt.“ Und dann sind da ja noch die Enkelkinder, ihr Hund und die „Lustigen Konrader“, die der Regisseurin besonders am Herzen liegen.

„Nächstes Jahr starten wir wieder durch, das sage ich Ihnen.“ Sonja Balk gibt sich in Sachen Lustige Konrader kämpferisch. „Heuer war’s ein Trauma. Wir haben uns nur einmal getroffen. Dann kam Corona.“ Alles sei fertig gewesen, bis auf die Bühne. Die Schauspieler konnten sogar schon ihre Texte. Weit weg sei das alles inzwischen. Momentan falle ihr nicht einmal mehr das Stück ein, das sie für die Frühjahrssaison ausgewählt hatte. „Aber das werden wir bestimmt im nächsten Jahr aufführen.“

Einziges Problem: „Mir ist einer der Hauptdarsteller ausgefallen.“ Wieder habe ihr das Virus einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Er musste sich coronabedingt einen neuen Job suchen, macht jetzt eine neue Ausbildung und kann wahrscheinlich nicht weg.“ Wenn sich kein Ersatz finde, dann suche sie sich eben ein anderes Stück aus.

Die letzten Monate waren schwierig. „Ich habe immer versucht, den Kontakt zu meinen Schauspielern zu halten." Wann es wieder losgehe, könne sie nicht abschätzen. „Wir werden auf jeden Fall nicht im Frühjahr spielen. Das wurde schon gecancelt. Eher in den Herbst hinein. Aus Sicherheitsgründen.“

Arzthelferin gelernt hat Balk 1972 beim ehemaligen Internisten Dr. Julius Scholz. Nach der Ausbildung wechselte sie zu Dr. Leo Schmitt, ebenfalls ein Internist. Seit Januar 1985 arbeitet sie im Dr.-Opel-Team. „Ich habe alles erlebt. Meistens waren es schöne Sachen. Ich habe die Kinder unserer Patienten heranwachsen sehen, die jetzt selber wieder Patienten hier sind.“ Das private Umfeld der ihr anvertrauten Menschen wird sie vermissen. „Vor allem das derjenigen, mit denen ich lange zusammen war.“

Ihr persönliches Reich in der Praxis waren das Labor, die Wundversorgung und die Zusammenarbeit mit ihrem Chef im Sprechzimmer. „Ich bin nicht der Computermensch, der vorne am Empfang sein muss. Aber auch das habe ich gemacht." Corona habe den Arbeitsablauf in der Praxis verändert. „Es läuft nicht mehr so ab, wie vorher.“ Auch kämen weniger Patienten. Wer nicht unbedingt zum Arzt müsse, komme auch nicht. Was Balk in der momentanen Situation auch für sehr vernünftig hält „Leute, die früher kamen, weil sie sich in den Finger geschnitten hatten, bleiben zuhause.“

Es dürften momentan weniger ins Wartezimmer. „Viel läuft über die Terminvergabe. Die Patienten können nicht mehr so rein, wie sie wollen. Sie müssen draußen klingeln, müssen die Abstände einhalten." Dazu käme die ständige Desinfektion. Es sei insgesamt anstrengender geworden. Aber. „Lieber trage ich eine Maske, als mich oder andere anzustecken. Es hat hier bisher noch niemand gemeckert.“ Ihre Prognose zur Corona-Trendwende: nächstes Frühjahr.

Weiden in der Oberpfalz17.02.2020

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