04.10.2019 - 15:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

SPD-Kandidaten stellen sich Weiden im Jahr 2026 vor

Wie soll Weiden im Jahr 2026 aussehen? Das ist die zentrale Frage. Jede Menge Antworten liefern die SPD-Stadtratskandidaten. Motivationsschub gibt ihnen ein aktuelles Ereignis.

Solidarität mit Uli Grötsch: Bei der Klausurtagung zeigen die SPD-Stadtratskandidaten „klare Kante gegen Rechts“, nachdem der Bundestagsabgeordnete Morddrohungen erhalten hat.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Die Eindrücke waren noch frisch. Dass sich kommunalpolitischer Einsatz lohnt und dann sogar Glücksgefühle bescheren kann, hatten die amtierenden Stadträte erst zwei Tage zuvor erfahren. Und noch immer schwärmen sie von der NOC-Eröffnung, diesem "Gänsehautmoment" um das Einkaufszentrum, das keinen Vergleich mit den Großstädten dieser Welt scheuen muss", wie Bürgermeister Jens Meyer tönt. "Das hat Weiden ins 21. Jahrhundert gebracht." Willkommene Motivationshilfe also für die 40 Stadtratskandidaten der Weidener SPD, die sich am Samstag mit Gästen wie OB Kurt Seggewiß für achteinhalb Stunden ins Museumscafé Flossenbürg zurückzogen. Die Klausurtagung prägten laut Meyer "äußerste Harmonie, äußerstes Engagement".

Ideen entwickelten die Teilnehmer in vier Arbeitsgruppen auf Grundlage der Frage: "Wie soll Weiden im Jahr 2026 aussehen?" Daraus entstanden fünf Leitbilder für die Stadt, an denen die Genossen ihre Politik der nächsten sechs Jahre ausrichten wollen. Fraktionschef Roland Richter: "Bei jeden Thema fragen wir uns: Passt es in unser Leitbild? Wenn ja, werden wir mitgehen. Wenn nicht, machen wir Opposition." Die Leitbilder im einzelnen:

• Die "Wir-halten-zusammen-Stadt"

"Menschen aller Nationen sind willkommen", heißt es in der Beschreibung. Bürgermeister Meyer erinnert an die gute Tradition der Stadt seit 1945, Flüchtlinge aufzunehmen, zu unterstützen und zu integrieren. Konkrete Wunschprojekte der Genossen für die sozial starke Stadt sind unter anderem der Neubau der Hauptfeuerwache, die Ausbau der Barrierefreiheit in der Innenstadt sowie des digitalen Rathauses oder eine Ehrenamtsbörse (z. B. "Leihopa/-oma").

• Die "Wir-schützen-das-Klima-Stadt"

Erneuerbare Energien und Blockheizkraftwerke sollen Weiden ebenso zur CO2-Neutralität verhelfen wie eine "Mobilitätswende" vom Individualverkehr zum modernen ÖPNV. Durchgängige Grünanlagen und ein lückenloses Radwegenetz sollten die Stadt durchziehen. Angeregt sind konkrete Maßnahmen wie plastikfreie Veranstaltungen von Stadt und Schulen sowie gegen Lichtverschmutzung – so soll Straßenbeleuchtung nur nach unten abstrahlen.

• Die "Made-in-Weiden-Stadt"

Neben dem breiten Dienstleistungssektor wünscht sich die SPD auch wieder "stark produzierendes Gewerbe". Das Gewerbegebiet West IV soll hier eine Schlüsselrolle spielen, ebenso die OTH, deren Technologie-Campus weiter wachsen soll, und die Denkwelt Halmesricht. Die Genossen wollen die Stabstelle Wirtschaftsförderung im Rathaus ausbauen. Forciert werden soll die Sanierung und Digitalisierung von Schulen. Ziel ist ferner "der Erhalt aller vorhandenen Grundschulen im Stadtgebiet".

• Die "Da-ist-was-los-Stadt

Für die "Kulturhauptstadt der nördlichen Oberpfalz" setzt sich die SPD beispielsweise für ein Multiplex-Kino und eine Aufwertung des Jugendzentrums (Außenanlagen, Saal) ein. Reizvoll für die Altstadt, unter welcher ja der Stadtbach fließt, wäre ein offener Wasserlauf. Leerstände sollen als Kulturräume genutzt werden. Eine zentrale Kulturstelle soll Weidener Freizeit- und Kulturangebote koordinieren und offensiv bewerben. Fraktionsvize Matthias Holl tritt zudem für eine neue Preisstruktur für die Max-Reger-Halle ein, die es auch örtlichen Kulturschaffenden wieder ermöglicht, die Räume zu nutzen.

• Die Dach-über-dem-Kopf-Stadt

Sozialen Wohnungsbau unter anderem auf dem SV-Gelände und beim Turnerbund, wo auch große Wohnungen entstehen sollen, hat sich die SPD ebenso auf die Fahnen geschrieben wie Mehrgenerationenhäuser und Dachbegrünungen. Zudem fordert Fraktionsvize Hildegard Ziegler eine Verstärkung der Bauverwaltung im Rathaus. Die personelle Ausstattung habe mit den Herausforderungen nicht Schritt gehalten. Auch die Sanierung der Notunterkunft Schustermooslohe zählt zum Wahlprogramm.

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