Die bevorstehende Pensionierung sei kein Schrecken mehr, sondern ein Aufbruch, sagte Hubmann in seiner Abschiedsrede. Er freue sich auf seine Frau und seine Familie. "Außerdem habe ich die Zulassung zur Anwaltschaft beantragt", sagte Hubmann knapp. Er sei schließlich neugierig auf die Zukunft.
Selten sah man den Großen Sitzungssaal im Neuen Rathaus so voll. Weggefährten, Kollegen, Vertreter aus Kirche, Politik, Polizei, Wirtschaft und der komplette Stadtrat wohnten der Feierstunde bei, die nicht zuletzt aufgrund der musikalischen Umrahmung eine sehr persönliche Note erhielt. Hubmann hatte seinen langjährigen Freund Peter Pollinger, früher Chorleiter am Augustinus-Gymnasium, in die Pflicht genommen. Mit Hits aus den 60er und 70er Jahren, unter anderem "Super Trouper" von ABBA rückte er den scheidenden Rechtsdezernenten ein letztes Mal ins "Scheinwerferlicht".
Oberbürgermeister Kurt Seggewiß hatte seine Rede unter das Motto "Aus Begegnung wird Begleitung und Freundschaft" gestellt, was durchaus auch für die anderen Redner der Feierstunde hätte gelten können. Die ersten Begegnungen mit dem heute 66-Jährigen waren es, die die spätere Zusammenarbeit mit dem Juristen prägten. So erinnerte der OB an die erste Tennispartie mit Hubmann, nichtsahnend, dass "wir uns einmal als Kollegen begegnen". "Du warst damals schon ein ausdauernder und fairer Gegner." Hubmann habe ihm, als er 2007 die OB-Wahl gewann, geholfen, im Rathaus "das Eis zu brechen". Das rechne er ihm hoch an.
Probleme sind lösbar
1993 wurde Hubmann mit 41 Jahren der jüngste Leitende Rechtsdirektor in Weiden. "Du hast immer nach dem Recht entschieden, mit einer wohlbedachten Portion Ermessen", sagte Seggewiß. "Probleme waren für Dich immer lösbare Probleme." Mit ihm verbunden seien das Enteignungsverfahren zur Süd-Ost-Tangente, der Grunderwerb für die Max-Reger-Halle oder die Vertragsverhandlungen zur Unternehmensansiedlung der Waggonbaufirma OWS.
Sozialprojekte seien Hubmanns "Mission" gewesen. Vor allem für das Sozialbürgerhaus habe er gekämpft und noch entscheidende Weichen gestellt. Aus dem großen Dezernat mit 5 Ämtern, 14 Abteilungen, 3 Stabsstellen und dem Jobcenter sind 2018 zwei neue Dezernate entstanden, die Nicole Hammerl (Recht und Ordnung) und Wolfgang Hohlmeier (Familie und Soziales) künftig leiten. Der Oberbürgermeister dankte Hubmann für seinen unermüdlichen Einsatz. Eine Replik der "Weidener Justitia" solle ihn auf seinem weiteren Weg begleiten.
Manchmal hilft reden
Ein Wegbegleiter war auch Thomas Würdinger, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit, der sich stolz zeigte, mit Hubmann das Sozialbürgerhaus verwirklichen zu können. Auch er erzählte von seiner ersten Begegnung mit dem Rechtsdezernenten, die mit einem Missverständnis begann. Später lief es besser. "Wir haben viel geredet und diskutiert, und so sind wir auch zusammengekommen", dankte Würdinger für die stets ergebnisorientierte Zusammenarbeit. Er wünschte alles Gute.
Der Abschied vom Dezernentenposten falle ihm nicht leicht, gab Hubmann zu. "Er ist mir ans Herz gewachsen, weil ich vieles in Weiden verändern konnte." Er dankte den Kollegen des Stadtrates, die er immer als Partner empfunden habe, sowie den Kollegen der Stadtverwaltung. Seinen Mitarbeitern habe er immer einen Vertrauensvorschuss gegeben. "Und niemand hat mich enttäuscht". "Ob unter Hans Schröpf oder Kurt Seggewiß, es gab stets Aufgaben, die mich fesselten", sagte Hubmann. Dabei sei es nicht die Verwaltungsroutine, sondern die "kreative Leistung" gewesen, die ihn anspornte. Als Beispiel nannte er die Durchführung eines rechtlich einwandfreien Genehmigungsverfahrens der Batteriefabrik Sonnenschein in nur 5 Monaten.
Seiner „Damenriege“ im Dezernat Recht und Soziales zollte der scheidende Leiter Hermann Hubmann einen besonderen Dank. Allen voran Margarete Färber in seinem Vorzimmer. „Sie hatte das Rechtsamt und mich 20 Jahre lang stets im Griff.“ Färber geht in zwei Wochen ebenfalls in Ruhestand.
Nicole Hammerl, die Hubmanns Nachfolge im Dezernat Recht und Ordnung antreten wird, dankte ihrem Chef in persönlichen Worten. Es sei nicht immer einfach gewesen. „Wir waren schon zwei sture Hund“, sagte Hammerl. Doch er habe sie immer ermutigt, Neues zu wagen. Philosophisch wurde Roswitha Ruidisch (Presse und Stadtentwicklung). Anfang und Ende im Leben seien relativ. Sie überlasse es Hubmann, ob das vermeintliche Ende hier ein Anfang sei. (shl)




















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