28.06.2020 - 16:47 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Stadtverkehr Weiden: Mehrwertsteuer sinkt, Preis für Busticket bleibt

Temporär mag die Mehrwertsteuer ab 1. Juli sinken – auch im öffentlichen Personennahverkehr. Günstiger wird der Stadtbus trotzdem nicht. Das hat Gründe.

Wer als Nutzer des öffentlichen Nahverkehrs darauf wartet, dass durch die vorübergehende Mehrwertsteuersenkung auch die Fahrtarife sinken, kann lange warten.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Anfang Juni hat die Bundesregierung ein Konjunkturpaket beschlossen, dessen Kernbestandteil eine zeitlich begrenzte Senkung der Mehrwertsteuer umfasst. Damit gilt im öffentlichen Personennahverkehr ab 1. Juli bis 31. Dezember 2020 ein neuer, niedrigerer Mehrwertsteuersatz von 5 Prozent. Zuvor lag er bei 7 Prozent. Das teilt die Stadt Weiden am Freitag mit und weist in diesem Zusammenhang darauf hin: "Der Stadtbus Weiden wird zum 1. Juli 2020 die bestehende Tarifstruktur beibehalten." Günstiger wird's also nicht, das Busticket. Dafür gibt es Gründe.

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Preissenkung laut Stadt "unpraktikabel"

Die Stadt nennt zuvorderst diesen: "Eine Anpassung an die zeitlich befristete Mehrwertsteuerreduzierung ist bei den meisten Tarifen unpraktikabel." Denn eine Umsetzung des reduzierten Mehrwertsteuersatzes würde teils Centbeträge ausmachen, die im Bargeldgeschäft nicht umgesetzt werden können. Obendrein gebe es dafür weder die technischen Voraussetzungen zur Herausgabe von Ein- und Zwei-Cent-Stücken noch die notwendige Zeit, um derart aufwendige Kassiergeschäfte abzuwickeln. Zudem wäre die Umstellung für nur sechs Monate mit einem enormen organisatorischen Aufwand verbunden.

Beim ÖPNV läuft's wieder

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ÖPNV fährt in Coronazeit "erhebliche Einnahmeausfälle" ein

Oberbürgermeister Jens Meyer sagt deshalb: „Der ÖPNV ist für das Funktionieren von Gesellschaft und Wirtschaft systemrelevant." Gemeinsam mit dem Stadtbusbetreiber, der Firma Wies Faszinatour, habe die Stadt alle Anstrengungen unternommen, den Bürgern auch in der vom Coronavirus geprägten Zeit ein leistungsfähiges Grundangebot zur Verfügung zu stellen. Meyer erinnert: "In den letzten Wochen wurde in den Bussen aus Infektionsschutzgründen kein Barverkauf von Fahrkarten vorgenommen. Dadurch sind der Stadt Weiden erhebliche Einnahmeausfälle entstanden, die auch durch die Nichtweitergabe einer zeitlich befristeten geringfügigen Mehrwertsteuerreduzierung bei Weitem nicht ausgeglichen werden.“

Es gilt übrigens das reguläre Fahrplanangebot wie vor der Coronakrise. Auch der Einstieg vorne sowie der Ticketkauf dort ist wieder möglich.

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