16.12.2018 - 12:38 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Nach Sturm "Fabienne" Aufforsten im Schätzlerbad

Das Sturmtief "Fabienne" wütete im Herbst in der Oberpfalz. Das Schätzlerbad traf es besonders hart. Die Schäden gehen in die Zehntausende. Viele Bäume fielen, neue sollen kommen. Trotzdem wird das Bad nicht mehr so aussehen, wie es war.

Der Sturm hat eine Schneise der Verwüstung hinterlassen. Der Blick auf Altenstadt war vorher durch dichtes Baumwerk verdeckt, jetzt ist er frei. Auch wenn neue Bäume gepflanzt werden, wird das Schätzlerbad nicht so aussehen wie vorher.
von Beate-Josefine Luber Kontakt Profil

Fabienne. Für viele klingt das nicht mehr nach einem eleganten französischen Frauennamen. "Fabienne" ist das Synonym für den schwersten Sturm des Jahres. Ende September wütete er, teilweise mit Orkanstärke, durch Mittel- und Süddeutschland. Auch in Weiden verwüstete der Sturm Häuser, sorgte für zahlreiche Unfälle und Notrufe. Das Schätzlerbad hat es besonders hart getroffen.

Dutzende Bäume stürzten dort auf die Holzkabinen, brachen ab oder wurden samt Wurzel ausgerissen. Der Sturm hat eine Schneise der Verwüstung im Bad hinterlassen, im wahrsten Sinne des Wortes. Am Rande des Weihers fegte er zahlreiche Bäume um. Die Häuser von Altenstadt, die vorher hinter dicken Stämme und sattem Grün verborgen lagen, sind nun gut sichtbar.

Bilanz 3 Tage nach dem Sturm

Weiden in der Oberpfalz

Knapp drei Monate nach der Schicksalsnacht ist Ilona Forster immer noch mitgenommen. Sie ist die Vorsitzende des Schwimmvereins und Wirtin der Gaststätte im Bad. Sie verbringt dort also sehr viel Zeit. "Wenn ich so meine Runden drehe und sehe was alles zerstört ist, tut das schon sehr weh. Wir sind ein Waldbad, die Bäume sind unser Herzstück." Von denen jedoch mussten nun Dutzende gefällt werden, genauer: 60. Forster ärgert sich über Stimmen, die kritisieren, es seien mehr Bäume als nötig gefällt worden. "Wir machen das ja nicht zum Spaß. Das schauen sich Fachmänner an und wenn sie ein Sicherheitsrisiko erkennen, müssen wir handeln."

Die Gefällten sind nicht nur Opfer von "Fabienne". Einige fraß der Borkenkäfer an, andere waren morsch. Forster weiß: "Man kann einen Baum, der 30 Jahre lang gewachsen ist, nicht ersetzen." Und trotzdem versucht sie es. 30 Bäume und Sträucher im Wert von 30000 Euro werden Anfang dieser Woche neu gepflanzt, darunter Eschen, Weiden und Linden. Dazu müssen die Dächer des Kassenhäuschens und der 15 Kabinen repariert werden. Auf 60000 bis 70000 Euro beläuft sich der Gesamtschaden, die Baumschäden mit eingerechnet. Vorerst muss der Verein die Summe zwischenfinanzieren, doch Forster hofft, dass die Versicherung die Schäden übernimmt. Das stelle sich in den nächsten Wochen heraus, sie sei jedoch optimistisch.

Die neuen Bäume werden vor allem am Bootsweiher hinten beim Beachvolleyball-Feld und am Badeweiher gepflanzt. Auch dort wo "Fabienne" eine Schneise geschlagen hat. Zwar sind die neuen Bäume bis zu drei Meter hoch, doch die freie Sicht auf die Häuser von Altenstadt wird bleiben, ist sich Forster sicher. "Das wird schon noch 20 Jahre dauern", schätzt sie. So wie das Bad ausgesehen hat, wird es nicht mehr sein. Die Sturmnacht hat das Schätzlerbad verändert. Zum 1. Mai ist aber definitiv alles fertig, verspricht Forster. Und ein kleines Trostpflaster gibt es ja auch. Die zwei neuen Rutschen sollen bis dahin ebenfalls schon stehen.

Bericht über Sturmschäden in der Region

Weiden in der Oberpfalz

"Wenn ich so meine Runden drehe und sehe was alles zerstört ist, tut das schon weh. Wir sind ein Waldbad, die Bäume sind unser Herzstück". sagt Ilona Forster, Schwimmverein-Vorsitzende und Wirtin.

Mehr zum Rutschenprojekt im Schätzlerbad

Weiden in der Oberpfalz
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.