18.12.2019 - 11:15 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trassenverlauf für Süd-Ost-Link entschieden

Die Bundesnetzagentur hat den Trassenkorridor des Süd-Ost-Links für den Abschnitt Hof–Landkreis Schwandorf festgelegt. Nur über zehn Kilometer wird die Trasse mit der Autobahn A93 gebündelt - für viele Menschen eine Enttäuschung.

Vor der BR-Bürgersendung "Jetzt red i" in der Neustädter Stadthalle spricht Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger zu den Gegnern der geplanten Stromtrasse Süd-Ost-Link.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Die Bundesnetzagentur folgt in ihrer Festlegung in weiten Teilen dem Vorschlag des Vorhabenträgers Tennet TSO GmbH. Das schreibt die Bundesnetzagentur am Mittwoch in einer Pressemitteilung. In diesen Vorschlag seien bereits Ergebnisse der Antragskonferenz und Anforderungen der Bundesnetzagentur eingeflossen. Die Bundesnetzagentur habe jedoch bei Marktredwitz einen abweichenden Trassenkorridor festgelegt. Grund dafür sei, dass sie den von Tennet vorgeschlagenen Verlauf für wasserrechtlich nicht genehmigungsfähig hält. Viele Menschen in der Oberpfalz dürften enttäuscht auf diese Entscheidung reagieren. Sie hatten sich über Monate für eine Bündelung der Gleichstrom-Verbindung mit der A93 eingesetzt.

Info:

Trassenverlauf

Die Bundesnetzagentur beschreibt den festgelegten Trassenverlauf auf ihrer Internetseite wie folgt: "Der festgelegte Trassen­korridor beginnt in der Nähe des Länderecks Thüringen/Sachsen/Bayern nördlich von Hof. Er verläuft von dort in weitgehend südlicher Richtung, folgt zunächst östlich an Hof vorbei bis Regnitz­losau dem Verlauf der A 93 und verläuft anschließend zwischen Rehau und Schwarzen­bach an der Saale. Nach der Querung des Martinlamitzer Forstes orientiert sich der festgelegte Trassenkorridor auf der Höhe von Kirchenlamitz am Verlauf des Vorhabens 18 (Redwitz – Mechlenreuth – Etzenricht – Schwandorf, sog. Ostbayernring) in Richtung Südosten und führt nördlich vorbei an Marktleuthen und Marktredwitz bis Mitterteich.

Auf Höhe Marktredwitz verlässt der festgelegte Trassen­korridor die Bündelung mit dem Ostbayernring, um Brand südwestlich zu umgehen. Nach der östlichen Umfahrung von Mitter­teich umgeht er Tirschenreuth auf dessen östlicher Seite und führt an­schließend in südwestlicher Richtung am Oberpfälzer Wald vorbei. Nördlich von Püchersreuth nimmt er einen südlichen Verlauf an und verläuft östlich von Neustadt an der Waldnaab und Weiden in der Ober­pfalz, bis er auf Höhe Markt Leuchtenberg nach Süd­westen schwenkt, um südlich der A 6 zwischen den Städten Wernberg-Köblitz im Norden und Pfreimd im Süden die Naab und die A 93 zu queren. Der fest­gelegte Korridor endet im Landkreis Schwandorf westlich von Pfreimd."

Reaktionen und Meinungen zum Trassenverlauf

Weiden in der Oberpfalz

Bündelung mit Autobahn 93 östlich von Hof

In ihrer Entscheidung hat die Bundesnetzagentur einen Vorschlag zur Bündelung mit der A 93, den unter anderem der Landkreis und das Wasserwirtschaftsamt Hof eingebracht hatten, aufgegriffen. Der festgelegte Trassenkorridor verläuft östlich an Gattendorf vorbei über zehn Kilometer entlang der Autobahn.

Schon in den 2017 durchgeführten Antragskonferenzen wurde die Bündelung des Süd-Ost-Links mit der A 93 gefordert. Die Bundesetzagentur hat daher vor Festlegung des Untersuchungsrahmens Alternativen geprüft. Die Prüfung habe laut Pressemitteilung der Bundesnetzagentur ergeben, dass eine durchgehende Bündelung des Trassenkorridors für den Süd-Ost-Link mit der A 93 aufgrund von räumlichen Einschränkungen nicht in Betracht kommt. "Ein Trassenkorridor in enger, durchgehender Bündelung mit der A 93 hätte sich großen Siedlungs- und Gewerbegebieten angenähert, z.B. bei Schönwald, bei Selb, zwischen Unterweißenbach und Hammergut, bei Marktredwitz-Süd, bei Neustadt an der Waldnaab sowie zwischen Weiden-Nord und Weiden-Süd. Auch hätten zahlreiche Wasserschutzgebiete und Natura 2000-Gebiete gequert und über längere Strecken Waldschneisen geschlagen werden müssen, z.B. zwischen Rehau, Selb sowie westlich von Mitterteich, Neustadt an der Waldnaab und Weiden. Schließlich hat auch die bewegte Geländetopographie gegen eine Bündelung gesprochen, z.B. die Querung der Naab, zahlreiche Talquerungen und Hangeinschnitte mit entsprechenden Trog- und Dammlagen der Autobahn. Insgesamt wäre eine Vielzahl von Unterquerungen der A 93 notwendig gewesen, um diesen Konflikten auszuweichen", heißt es zur Begründung.

Die Bundesnetzagentur hatte in ihrem Untersuchungsrahmen festgelegt, dass Tennet an Teilstücken des Süd-Ost-Link eine Bündelung mit der A 93 prüfen muss. Im Erörterungstermin im Juli 2019 und der vorgelagerten Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung wurde die durchgehende Bündelung des Süd-Ost-Link mit der Bundesautobahn A 93 erneut gefordert. Die Behörden- und Öffentlichkeitsbeteiligung hätten allerdings keine neuen Erkenntnisse geliefert, die die erneute Prüfung einer durchgehenden Bündelung gerechtfertigt hätten, so die Bundesnetzagentur.

Info:

Der Süd-Ost-Link

Die Festlegung des Trassenkorridors umfasst einen Abschnitt, der bei Hof beginnt, östlich von Marktredwitz und Weiden verläuft und bei Pfreimd (Kreis Schwandorf) endet. Dieses Teilstück des Süd-Ost-Link ist 137 Kilometer lang. Der festgelegte Trassenkorridor ist laut Pressemitteilung der Bundesnetzagentur 500 bis 1000 Meter breit. Die Gleichstromverbindung wird in diesem Abschnitt ausschließlich als Erdkabel realisiert.

Nächste Schritte

Nach Abschluss der Bundesfachplanung folgt nun das Planfeststellungsverfahren. In diesem Genehmigungsschritt werden der genaue Leitungsverlauf innerhalb des 500 bis 1000 Meter breiten Trassenkorridors und die technische Umsetzung der Stromleitung festgelegt. Tennet habe den Antrag auf Planfeststellung nach Kenntnissen der Bundesnetzagentur bereits parallel zum Bundesfachplanungsverfahren vorbereitet und dürfte diesen nach Schätzung der Netzagentur in Kürze einreichen.

„Die Energiewende wird ohne einen zügigen Ausbau des Stromnetzes nicht gelingen“, sagt Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur, laut Mitteilung. „Die Festlegung des Korridors für den Süd-Ost-Link ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Realisierung des Projekts. Wir liegen mit den Genehmigungsverfahren für die großen Stromleitungen gut im Zeitplan.“

So argumentieren die Befürworter der Autobahntrasse

Neustadt an der Waldnaab

Landwirt Hubert Meiler bei der Bundesnetzagentur

Störnstein

Weitere Infos bei der Bundesnetzagentur

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Kommentare

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Maria Estl

Elisabeth Saller schreibt im Beitrag " Viele Menschen in der Oberpfalz dürften enttäuscht auf diese Entscheidung reagieren. Sie hatten sich über Monate für eine Bündelung der Gleichstrom-Verbindung mit der A93 eingesetzt." Da frage ich mich doch, wie sie zu dieser Meinung gekommen ist. Hat sie Menschen auf der Straße gefragt? Gar eine repräsentative Umfrage dazu gemacht? Was ich über Monate hinweg zu diesem Thema wahrgenommen habe, sind Kampagnen und Forderungen der örtlichen Mandatsträger wie Landrat Andreas Meier und MdB Albert Rupprecht. Meiner Einschätzung nach waren die beiden schon im Kommunalkampfmodus. Und den behält Albert Rupprecht bei, nun mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten Tobias Reiß, ebenfalls CSU. Über Jahre hinweg hat sich Reiß nicht mehr zum Thema Stromtrassen in seinem Wahlkreisöffentlich geäußert. Weshalb gerade jetzt? Warum geht er nicht seinen Ministerpräsidenten Söder an, damit dieser sich bei Andi Scheuer stark macht, statt Hube Aiwanger erneut den Schwarzen Peter zuzuschieben? Die FW sitzen nicht in der Bundesregierung, die für diese Sache zuständig ist, die CSU schon.

19.12.2019