01.02.2021 - 07:53 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Trauer um Manfred Hartung: Redakteur, Schauspieler, Satiriker und Filmexperte

Mit 57 Jahren ist „Keine Zeit zu sterben“, wie der nächste James-Bond-Streifen angekündigt ist. Den zu sehen, blieb Filmliebhaber Manfred Hartung nicht vergönnt. Der Redakteur unserer Zeitung starb überraschend in der Nacht zum Sonntag.

Manfred Hartung.
von Uwe Ibl Kontakt Profil

Manfred Hartung ist ein geborener Weidener. Er begann ein Jurastudium, und mit einem Volontariat in Schwandorf sowie Bruck startete er die Ausbildung zum Redakteur beim Neuen Tag. Dort arbeitete er in den Redaktionen Eschenbach-Kemnath, Neustadt, Weiden und am Ende mit Schwerpunkt Erbendorf und Neusorg. Einer der letzten Artikel des 57-Jährigen mit dem Kürzel (man) war ein Nachruf über den gleichaltrigen Fotografen Wilfried Kamm, bevor Hartung in der Nacht zum Sonntag selbst plötzlich starb.

Nachruf auf Willi Kamm

Reuth bei Erbendorf

Hartung war Mitglied bei der SPD Neunkirchen, bei Verdi, wo er mehrfach zum Ortsvorsitzenden gewählt wurde, wo er im Bezirks- und Landesvorstand sowie in der Bundestarifkommission für Redakteure an Tageszeitungen mitarbeitete. Er setzte sich lange Jahre im Betriebsrat, eine Periode als Vorsitzender, für die Kollegen beim Neuen Tag ein und saß beim Arbeitsgericht Weiden als ehrenamtlicher Beisitzer im Saal. Außerdem war er Mitglied bei der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit.

„Ich geh’ noch schnell eine rauchen“, lautete einer der Standardsätze von Hartung, der seinen tiefen, hintergründigen, manchmal schwarz bis sarkastischen Humor zu „bissig“, einem Büchlein voller Hundegedichte verarbeitete. Für Einsichten in die Denk- und Lachweise unterschiedlicher Glaubensrichtungen sorgte der kluge Kopf zusammen mit dem Michldorfer Pfarrer Alfons Forster bei Vorträgen unter dem Titel „Der religiöse Witz – hat Gott Humor?“

Manfred Hartung und Pfarrer Alfons Forster ergründen göttlichen Humor

Friedenfels

Als Mönch beteiligte sich Hartung viele Jahre als Akteur an der Geisterwanderung in Nittenau und stand als Schauspieler mit den Manteler Noofrösch auf der Bühne. Der Weidener war nicht nur begeisterter Kinogänger, Fan der Lindenstraße, in der er in einer kurzen Szene einen Christbaum durchs Bild trug, sondern kannte von vielen Sendungen, Serien und Filmen Schauspieler, Beteiligte und zitierte immer wieder Dialoge. Von Anfang an war er im Team der Weidner Filmgespräche. Obwohl in den Auswahlrunden weit gekommen, scheiterte seine Bewerbung als Kandidat für Günther Jauchs Show „Wer wird Millionär?“ letztlich.

Im heimischen Hammerweg, lernte der damals 23-Jährige Ehefrau Angela kennen. Jetzt in Weiden-West freute sich der Tierliebhaber über Kater Rudi und Hund Margotte. Mit ihm besuchte er mit wachsender Begeisterung die Hundeschule.

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