03.07.2020 - 15:07 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Türsteher schlägt brutal zu: Weidener Gericht verhängt Haftstrafe

Dieser Türsteher (26) ging offensichtlich zu weit: Sein Opfer erlitt eine Schädelbasisfraktur und blutete aus den Ohren. Der 26-Jährige muss dafür nun in Haft.

Symbolbild.
von Autor hczProfil

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch befand einen 26-Jährigen der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Der im Nebenberuf als Türsteher einer Weidener Diskothek arbeitende Soldat hatte Ende Oktober einen 46-Jährigen derart mit den Fäusten auf die Ohren geschlagen, dass dieser eine Schädelbasisfraktur, Prellmarken und Blutungen erlitten hatte. Dafür wurde er nun zu zweieinviertel Jahren Haft verurteilt.

Obwohl sich mehrere Zeugen, unter anderen die Türsteher-Kollegen des Angeklagten, nicht erinnerten oder erinnern wollten, und der Verheiratete vehement beteuerte, nicht zugeschlagen zu haben, sondern den pöbelnd Einlass begehrenden Mann „nur zu Boden gebracht und festgehalten“ zu haben, glaubte Staatsanwaltschafts-Gruppenleiter Peter Frischholz der Schilderung des Opfers.

Er hielt dem 26-Jährigen zwar die Provokationen durch den Betrunkenen zugute. Negativ kreidete Frischholz dem Angeklagten jedoch die schlimmen Folgen für den Geschädigten an, der bis heute an Hörschäden leidet. Hinzu kam, dass der Angeklagte wegen zweier ähnlicher Vorfälle vorbestraft ist.

Um Rauschgift geht es in diesem Gerichtsbericht:

Weiden in der Oberpfalz

„Es ist schon ein starkes Stück, wenn man in der Weidener Innenstadt so malträtiert wird, dass einem Blut aus den Ohren läuft“, sagte Nebenklagevertreter Dominik Kriegel. Die Aussagen seines Mandanten seien glaubhaft, konstant und differenziert – im Gegensatz zu den Schutzbehauptungen des Angeklagten.

Verteidiger Gerd Zirovnik (Regensburg) dagegen forderte Freispruch. Die Aussage des Geschädigten reiche nicht, um seinen Mandanten zu verurteilen, zumal sich in dessen Aussagen einige Unklarheiten ergeben hätten.

Richter Windisch und die Schöffen hatten jedoch keine Zweifel an der Schuld des Soldaten. Die Verletzungen könnten nicht vom „zu Boden bringen“ stammen. Außerdem würde die Tat „zum Angeklagten passen“.

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