25.09.2020 - 09:26 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Umfrage unter Wirten in Weiden: Was halten Sie von einer gebührenfreien Außenbestuhlung im Winter?

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Weidens Wirte sollten im November und Dezember vor ihren Lokalen Plätze im Freien anbieten dürfen, ohne Gebühren zahlen zu müssen. Das fordert die SPD im Antrag zur Bauausschusssitzung. Doch was sagen eigentlich die Weidener Wirte dazu?

Weidens Gastwirte sollten bis zum Dezember die Außenbestuhlung nutzen können - gebührenfrei. Das wünscht sich die SPD.
von Helmut KunzProfil

Die SPD-Fraktion will den Betrieben die Möglichkeit einräumen, die Bestuhlung und den Betrieb im Freien auf Antrag bis zum Jahresende auszuweiten – kostenfrei. "Mit dieser Maßnahme soll den Betrieben die Chance gegeben werden, einerseits wirtschaftlich zu überleben und andererseits die weiterhin notwendigen Hygienevorschriften leichter umsetzten zu können", heißt es im Antrag. Weidens Wirte nehmen dazu Stellung.

Egon Schäffer

Egon Schäffer

"Ich denke, dass der Aufwand bei unseren drei Tischen viel zu groß ist", sagt Egon Schäffer (Egon's La Bodega). Es könnten ja nur höchstens drei Gäste um den Heizpilz herumsitzen. "Und ich kann auch nicht aufgrund der Abstandsregeln den nächsten gleich dahinter platzieren. Bei der kleinen Fläche, die wir haben, glaube ich, dass das für uns nicht sinnvoll ist." Kollegen, die etwa Seitenwände aufstellen könnten, würden wohl anders darüber denken. "Außerdem wünsche ich mir, dass die Leute wieder verstärkt dazu übergehen, sich innen reinzusetzen." Er unterstütze diesen Vorschlag. "Um Gottes Willen! Wenn die Kollegen das machen wollen und müssen, allein schon weil sie Personal bezahlen müssen, sollen sie das tun. Wir brauchen kein Personal. Für uns ist das nichts."

Mario Bruner

Mario Bruner

"Ich bin der Meinung, dass uns das schon etwas bringt", glaubt Mario Bruner (L'italiano). "Wenn ich die Abstände einhalten muss, habe ich hier im Innenraum drei Tische zur Verfügung. Damit kann ich den Winter über nicht überleben." Der Winter in Deutschland sei sehr lang. "Deshalb hoffe ich, dass die SPD ihren Antrag durchbringen wird und genehmigt bekommt." Vor allem auch, dass die Wirte im Außenbereich dichte, beheizbare Zelte aufstellen dürfen. Nur so könne mehr Platz geschaffen werden und man könne mehr Gäste bedienen. Klar sei dies eine Herausforderung an alle. Aber es handele sich ja auch um eine Ausnahmesituation. "Wir müssen da mit möglichst wenig Schaden durchkommen. Im Sommer war alles schön und gut. Die wahren Corona-Auswirkungen werden wir erst im Winter und im nächsten Jahr zu spüren bekommen, wenn die Zahlungen anstehen. Vorbei ist noch nichts."

Teresa Spinelli

Teresa Spinelli

„Ich denke, dass sich das vor allem für die Raucher lohnt, damit die draußen rauchen können“, meint Teresa Spinelli (WAM No1 – Das Burgerhaus). Natürlich brauche es dann auch eine Plane, die aufgestellt werden müsse. Vor allem auch Heizpilze. „Wir haben das ja zum Teil alles vorrätig. Trotzdem kommen Kosten auf uns zu und wir wissen nicht, ob sich das dann rentieren wird.“ Die Heizpilze erwärmten ja nur die unmittelbare Nähe, nicht das außen rum. „Wenn wir rechts und links die Plane aufstellen, werden wir maximal nur fünf Tische unterbringen, mehr nicht.“ Natürlich müsse das Bedienungspersonal ständig vom Warmen ins Kalte wechseln und auch umgekehrt und natürlich müsse man auf die Gesundheit aufpassen. „Wir müssen aber auch sehen, was am Ende im Geldbeutel bleibt.“ Krank werden könne man auch so. „Egal ob wir hier arbeiten oder draußen spazieren gehen. Einfach eine dicke Jacke anziehen. Wir sind froh, wenn das Geschäft läuft.“ Vier Tische mehr, bedeuten 200 Euro mehr Umsatz pro Tag. „Und das ist Geld. Und dafür stelle ich auch gerne eine Bedienung mehr ein.“

Patrick Göldner

Patrick Göldner

„Rechnen wird sich das fast nicht“, vermutet Patrick Göldner (Edelweiss). Im November und Dezember würden kaum Leute draußen sitzen wollen. „Ich glaube, dass das die Gäste nicht wollen.“ Man könne zwar Heizpilze aufbauen. Aber die kosteten auch wieder. „Und du brauchst viele Heizpilze. Niemand weiß, ob die Leute das dann auch annehmen werden.“ Außerdem brauche man Seitenwände zum Schutz vor der Kälte. „Auch die kosten Geld.“ Solch ein Aufwand müsse sich rechnen unterm Strich. „Wir müssen tief in die Tasche greifen und viel investieren, um letztendlich Gewinne zu erzielen.“ Seiner Überzeugung nach wollten die Gäste im Winter lieber ins Lokal. „Platz haben wir hier genug. Wenn allerdings die Zahlen wieder hoch gehen und die Auflagen sich verschärfen sollten, hast du hier drinnen auch keinen Platz.“ Er hoffe das Beste. Dass sich sein Personal gleich einen Schnupfen einfangen werde, nur weil es bei niedrigen Temperaturen ständig raus und rein müsse, glaube er nicht.

Tony Flück

Tony Flück

„Ob das was bringen wird? Das wissen wir noch nicht. Das müssen wir erst einmal ausprobieren“, unterstreicht Tony Flück (Hänsel & Gretel). „Wir befinden uns in einer Situation, wie es sie vorher noch nie gegeben hat.“ Also werde er die Gelegenheit beim Schopf packen. „Wir werden das unseren Gästen anbieten.“ Ob es sich rechnen werde oder nicht, könne er heute noch nicht abschätzen. „Ob es die Leute annehmen, wissen wir auch nicht. Sicherlich ist eine Bereitschaft dafür da.“ Es gebe immer noch viele Menschen, die sich davor scheuten, in ein Lokal zu gehen. Denen komme die SPD-Offerte natürlich entgegen. Man sollte das durchaus positiv sehen. „Draußen wird im Winter der Wein nicht warm.“ Etwas sauer stoße ihm die Installation von Heizpilzen auf. „Ob sich das vom Umweltgedanken her lohnt, Energie und Gas hinaus zu blasen?“ Wenn: Dann werde er diese Mittel ganz gezielt einsetzen. „Zugunsten von uns allen, zugunsten der Umwelt und zugunsten von unserem Portemonnaies.“ Weil er sein eigener Chef sei, gehe die gesundheitliche Belastung auf seine eigenen Knochen.

Konstantin Balis

Konstantin Balis

„Ja, auf jeden Fall lohnt sich das“, sagt Konstantin Balis (Taverne Kostas). „Wenn es natürlich sehr kalt wird und Bodenfrost einsetzt, bekommen wir Probleme. Dann wollen die Leute ins Lokal.“ Er werde das Angebot, sollte es genehmigt werden, auf jeden Fall ausprobieren. Ob die Offerte seine Gäste auch ansprechen werde, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht abschätzen. „Im Winter haben wir die Öffnung des Außenbereichs noch nie ausprobiert. Schau mer mal.“ Eine Anzahl an Heizpilzen besitze er bereits. Aber auch hier müsse er nachrüsten. Und das koste natürlich Geld, „was ich aber gerne in Kauf nehme.“ Eine erste Tendenz werde sich abzeichnen, wenn es regnerischer wird. "Mal sehen, ob die Leute sich dann auch draußen aufhalten werden.“ Der ständige Wechsel von kalt auf warm werde sein Personal wahrscheinlich gesundheitlich schon belasten. „Auf jeden Fall stärker, als bei den Kollegen, die nur wenige Schritte vor ihre Tür machen müssen. Unsere Wege sind viel länger."

Außenbestuhlung: SPD stellt Antrag

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