12.11.2021 - 13:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Vergewaltigungsprozess in Weiden: Opfer bangte um sein Leben

Freiheitsberaubung, Vergewaltigung, Bedrohung, Nötigung – die Liste der Anklageschrift gegen einen 26-Jährigen ist lang. Am zweiten Tag der Verhandlung vor der 1. Strafkammer in Weiden werden mehrere Zeugen gehört.

Am zweiten Verhandlungstag in einem Vergewaltigungsprozess wurden Zeugen gehört.
von Autor hczProfil

Am zweiten Verhandlungstag im Prozess einer mutmaßlichen Vergewaltigung einer 36-jährigen Hausfrau hörte die 1. Strafkammer des Landgerichts am Freitag zahlreiche Zeugen. Der Prozess war am Donnerstag gestartet. Der Ex-Freund der Frau, ein 26-jähriger Mann aus dem Landkreis Schwandorf soll laut Anklage Ende März die Frau in ihrer Wohnung in Weiden aufgesucht und sie mit einem Messer bedroht und verletzt haben. Als Zeugin gehört wurde unter anderem eine Ärztin des Klinikums, die die 36-Jährige vier Tage später gynäkologisch untersucht hatte. Zu diesem Zeitpunkt sollen keine Verletzungen mehr zu sehen gewesen sein.

Mit dem Tod bedroht

Der 26-Jährige soll die Weidenerin, mit der er von August 2020 bis Ende Februar 2021 ein Verhältnis hatte, am 25. März in ihrer Wohnung bedroht, mit einem Messer verletzt, gefesselt und vergewaltigt haben. Auch soll er mit der Frau – sie war gefesselt – abends in einen Wald nahe Wernberg-Köblitz gefahren sein, sie dort am nackten Körper mit Textmarker beschmiert, Fotos von ihr gefertigt und ihr mit dem Tod gedroht haben, wirft der Gruppenleiter der Staatsanwaltschaft Matthias Biehler dem Metallarbeiter vor.

Die Schwester des mutmaßlichen Opfers sagte als Zeugin aus, dass ihre Schwester, nachdem sie am Morgen des nächsten Tages zu ihrer Nachbarin geflüchtet war, berichtet hatte, dass sie im Wald um ihr Leben gefleht habe. Ihre Schwester konsumiere – im Gegensatz zum Angeklagten – keine Drogen.

Der Ex-Ehemann der Geschädigten, der mit ihr nur mehr den dringendsten Umgang pflegt („Wenn es um die Kinder geht“), sagte dagegen vor Gericht, dass sie schwer alkoholkrank sei, mehrere Therapien hinter sich habe und sie „viel lügen“ würde. Zwei Mal habe sein damals 14-jähriger Sohn 2019 den Krankenwagen rufen müssen.

Ein 55-jähriger Kriminalhauptkommissar, der auf den Notruf hin zusammen mit einer Kollegin zur Wohnung der Geschädigten gefahren war, berichtete, dass man in und unter dem Auto des jetzt Angeklagten Reste von Panzertape-Klebeband und ein Messer mit Blutanhaftungen gefunden habe. Eine angeblich benutzte Pistole und einen Elektroschocker habe man nicht – auch nicht in der Wohnung des Beschuldigten – gefunden. Nach dessen Angaben seien der Geschlechtsverkehr und auch die sado-masochistischen Praktiken einvernehmlich und eine Idee der Frau gewesen.

Mit der Vernehmung weiterer Zeugen wird der Prozess am Donnerstag, 18. November, um 9 Uhr fortgesetzt. Mit einem Urteil wird spätestens am Freitag gerechnet.

Ex-Freundin brutal misshandelt

Weiden in der Oberpfalz

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.