07.11.2019 - 13:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Verkehr rund ums NOC: Kein Chaos, kaum Klagen

Das Verkehrschaos war fest eingeplant. Doch Pustekuchen: Rund ums NOC läuft's mittlerweile flüssiger denn je. Grund für Weidens Genossen, Gas zu geben. Ihre Forderung: Die Sedanstraße soll noch viel fußgängerfreundlicher werden.

Alles locker am Mittwoch gegen 17.30 Uhr vor dem NOC: Verkehrskollaps sieht anders aus. Das stellt auch die SPD Stadtmitte beim Rundgang fest.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Mittwoch, 17.30 Uhr, Feierabendverkehr. Wobei: Irgendwie scheint auch der Verkehr schon Feierabend zu haben. Nur vereinzelt rollen Autos und Busse durch die Sedanstraße, von Stau keine Spur. Sechs Wochen nach Eröffnung des neuen Einkaufszentrums scheint es rund ums NOC besser denn je zu laufen – ungeachtet aller Skepsis im Vorfeld. So hatte sogar ein erklärter Optimist wie Bürgermeister Jens Meyer im Sommer orakelt, die Frage sei nicht, ob zum NOC-Start ein Verkehrschaos komme. Denn das komme ganz sicher, und dann gelte es, die Klagen und Proteste auszuhalten. Und jetzt: Kein Chaos, kaum Klagen.

"Sogar an Tagen mit starkem Besuch hat sich unser Verkehrskonzept als robust erwiesen", stellt Baudezernent Oliver Seidel fest. Schon zwei Tage nach der NOC-Eröffnung "hatten wir einen wunderbaren Zustand", freut sich Sema Tasali-Stoll, die als Chefin des SPD-Ortsvereins Stadtmitte zum Rundgang eingeladen hat. Die Genossen sehen's mit eigenen Augen, worüber die Stadträtin schwärmt: "Alle Straßen sind frei. Es ist harmonisch, auf jeden Fall nicht schlechter als vorher."

Und das, obwohl es die Stadt auch noch gewagt hatte, den motorisierten Verkehr in der Sedanstraße herzubremsen. Für Fahrzeuge gilt Tempo 30, Parkplätze fielen weg, eine "Dunkelampel" irritierte am Issy-les-Moulineaux-Platz. "Das hat sich relativ schnell beruhigt", sagt Seidel. "Ich höre keine Klagen mehr." Von den Genossen dann aber doch. Leise Klagen. Zum Beispiel, dass sich vor allem Auswärtige – sowohl Fußgänger als auch Autofahrer – noch immer nicht so recht am Issy-Platz auskennen würden. Dass die Ampel weiter für Verwirrung sorge. Oder dass mancher Wagen im 30er-Abschnitt viel zu schnell unterwegs sei.

Bürgermeister Meyer hätte sich da "mehr Mut" von seinen Stadtratskollegen gewünscht. "Ich hätte ganz zugesperrt", sagt er. Eine durchgängige Fußgängerzone? "Es gibt ein Umdenken in der Bevölkerung." Bei vielen Bürgern habe sich die erste Skepsis ins Gegenteil verkehrt. Sein Ziel sei nun "die weitere Beruhigung", um die Überquerung des Issy-Platzes für Passanten noch sicherer zu machen. "Tempo 20 oder 10. Denn das ist doch ein Innenstadtbereich von klarster Reinheit."

Meyer weiß jedoch auch: Vor dem weiteren Drosseln der Geschwindigkeit stünde zunächst das offizielle Herabstufen der "Staatsstraße" Sedanstraße, die dem überörtlichen Verkehr gewidmet ist. "Wir müssten Alternativen anbieten", betont Seidel. Möglicherweise bringe der Gestaltungswettbewerb zur westlichen Innenstadt neue Lösungen.

Das soll übrigens auch für die Fußgängerampel vor C&A gelten, die im Lichtzeichensystem am Knotenpunkt Sedanstraße/Allee zumindest technisch noch unverzichtbar sei. Ansonsten stellt Seidel ihre Sinnhaftigkeit durchaus infrage. Deutlicher wird Stadtrat Matthias Holl: "Die braucht es nicht." Was es nach Bürgermeinung dagegen sehr wohl braucht, wären weitere Fahrradabstellplätze in der Weißenburgstraße und, so merkt Stadträtin Brigitte Schwarz an, auch in der Max-Reger-Straße. Seidel deutet an, dass dazu intensive Gespräche mit Geschäftsinhabern nötig wären. Kaum einer wolle die parkenden Räder vor dem Laden haben.

Beim NOC-Parkdeck läuft alles reibungslos. Die Lösung mit der Einfahrt in der Wolfram- und der zweispurigen Ausfahrt in der Sedanstraße habe sich bewährt. Auch hier: "Ich sehe keinen Kollaps", erklärt der Baudezernent. "Nicht mal am ersten Tag war einer zu sehen."

Ein neues Gutachten soll nun die neuen Verkehrsströme in der Stadt über einen längeren Zeitraum analysieren und möglicherweise die Grundlagen schaffen für weitere Veränderungen. Den Genossen ist schon mal aufgefallen, dass vor allem Schiller- und Bahnhofstraße ziemlich dicht sind. Auch jetzt gerade, Mittwoch um 18 Uhr. Irgendwo muss er dann wohl doch hin, der Feierabendverkehr.

In der Weißenburgstraße sprechen sich die Genossen für weitere Fahrradabstellplätze aus. Baudezernent Oliver Seidel (Mitte, links), erklärt, warum sich das nicht so leicht umsetzen lässt.
Auch beim Parkdeck ist der Verkehrskollaps fern, stellt Baudezernent Oliver Seidel fest.
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Die SPD beobachtet den Feierabendverkehr.
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