Die ersten Spiele der Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft lassen Deutschland von einem neuen Sommermärchen träumen. "Doch Märchen erzählen leider noch andere", sagt Christine Stadler von der Beratungsstelle Weiden der Verbraucherzentrale Bayern. "Betrüger nutzen die Freude rund um die EM schamlos aus." Offizielle Trikots der deutschen Nationalmannschaft werden zu weniger als dem halben Preis angeboten, und Marken-Grills für die Gartenparty sind plötzlich billig zu haben. Klingt zu gut, um wahr zu sein? Ist es auch.
"Fake Shops haben auch im Rahmen von großen Events Hochkonjunktur", warnt Stadler. Bei der Verbraucherzentrale gab es Beschwerden zu betrügerischen Online-Shops rund um das Thema Fußball, sagt sie. "Aber natürlich ist das nicht alles. Erfundene Sneaker-Shops, Webseiten mit supergünstiger Kleidung oder billiger Elektronik: Betrüger lassen sich immer wieder was Neues einfallen."
Die falschen Shops sind auf den ersten Blick meist schwer zu erkennen. Wie weiß man, ob das Angebot im Internet seriös ist oder nicht? Hier sind einige Tipps der Verbraucherzentrale Bayern:
Der Preis
Ein Produkt kostet fast überall gleich viel, aber bei einem Shop ist es deutlich billiger? Das sollte stutzig machen.
Die Internetadresse
Passt die Internetadresse (URL) zum Inhalt der Seite? Oder hat die Internetadresse einen Zusatz, den sie normalerweise nicht hat – zum Beispiel steht am Ende plötzlich "de.com" anstatt nur ".de"?
Die Bezahloptionen
Meist werden im Bestellprozess mehrere Bezahlmöglichkeiten angeboten. Geht es jedoch an das Abschließen der Bestellung, und es ist plötzlich nur noch die Option Vorkasse übrig, dann lassen Sie lieber die Finger davon. Genereller Tipp: Erst die Ware, dann das Geld.
Das Impressum
Auf jeder Internetseite muss ein Link zu einem Impressum zu finden sein. Dieses muss die Adresse, einen Vertretungsberechtigten und eine E-Mail-Adresse enthalten. Außerdem – soweit vorhanden – einen Verweis auf das Handelsregister mit entsprechender Nummer.
Die Kundenbewertungen
Der Shop hat unglaublich viele gute Bewertungen? Das mag stimmen, muss aber nicht. Häufen sich die Lobeshymnen, aber einige Bewertungen dazwischen weisen auf betrügerische Machenschaften hin? Dann sollte der Shop mit äußerster Vorsicht genossen werden.
Falsche Gütesiegel
Fake Shops schmücken sich gerne mit erfundenen Gütesiegeln. Oder sie nutzen echte Gütesiegel wie etwa Trusted Shops, ohne das Zertifikat zu besitzen. Durch einen Klick auf das Siegel kann geprüft werden, ob das Siegel mit einem Zertifikat verlinkt ist.
Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB)
Es muss einen Link zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) geben. Und reinschauen lohnt sich: Wenn der Text in schlechtem Deutsch ist und eindeutig aus einem Übersetzungsprogramm kommt, lieber nichts bestellen.
Neben diesen Beispielen kann es auch zu anderen Abzocken beim Einkaufen im Netz kommen. Manchmal wird der bestellte Artikel zwar geliefert – doch er sieht ganz anders aus als auf den Bildern. Oder es handelt sich um minderwertige Ware. "Möchten Kunden dann von ihrem Widerrufsrecht Gebrauch machen, erfahren sie, dass nur ins Ausland zurückgesandt werden kann. Mit hohen Versandkosten, die oftmals den Wert der Bestellung um ein Vielfaches überschreiten", erklärt Stadler.
Was ist zu tun, wenn man Opfer eines Fake Shops geworden ist?
- Wer Geld überwiesen hat, sollte so schnell wie möglich die Bank kontaktieren, um die Zahlung zu stoppen.
- Alle Belege für die Online-Bestellung sollten gesammelt und gesichert werden. Dazu gehören Kaufvertrag, Bestellbestätigung, E-Mails und ein Screenshot des Angebots.
- Die ausgedruckten Unterlagen kann die nächstgelegene Beratungsstelle der Verbraucherzentrale prüfen.
- Außerdem ist es sinnvoll, Strafanzeige bei der Polizei zu stellen. Das geht auch online.
Um sich vor Betrug und Abzocke zu schützen, hat die Verbraucherzentrale einen Fake-Shop-Finder im Angebot. Hier können Shops schnell und einfach automatisch vor dem Einkaufen überprüft werden. Zu finden ist er auf www.fakeshopfinder.de.
Projekt „Verbraucherschutz in ländlichen Regionen für junge Menschen“
- Das Projekt „Verbraucherschutz in ländlichen Regionen für junge Menschen“ der Verbraucherzentrale Bayern hat sich zur Aufgabe gemacht, jungen Menschen zwischen 12 und 27 Jahren aus dem ländlichen Raum Verbraucherschutz näher zu bringen.
- Um direkt mit jungen Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen, werden insbesondere Vereine und Verbände angesprochen.
- Die Angebote reichen von Infoständen über Workshops bis hin zur gemeinsamen Entwicklung von neuen Verbraucherschutzmaßnahmen.
- Interessierte erreichen Christine Stadler und das Projektteam per E-Mail an junge-verbraucher[at]vzbayern[dot]de oder unter Telefon 089/552794267.





















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