25.05.2021 - 17:05 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weiden: Gestohlene Baumaschinen und Crystal-Handel wiegen schwer

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Mit kernigen Strafen ahndete die Erste Große Strafkammer in Weiden die Taten zweier Tschechen. Sie hatten sich wegen Rauschgifthandels sowie Diebstahl von Baumaschinen vor Gericht zu verantworten.

Für den Diebstahl von Baumaschinen und Drogenschmuggel gab es Haftstrafen für zwei Männer aus Tschechien.
von Autor hczProfil

Zwei Männer aus Tschechien waren, nachdem sie von einem Landsmann einen Tipp bekommen hatten, am 4. Oktober nach Bayern eingereist und stahlen offenbar auf einer Baustelle nahe Amberg zwei Maschinen zum Verputzen, Kompressoren, Lampen, Bohrhammer und Heizungen. Auf dem Rückweg in die Heimat kontrollierte die Polizei ihren Transporter und fand außer dem Diebesgut 100 Gramm Crystal in der Türablage beim Fahrer und eine Kleinmenge auf der Beifahrerseite.

Ein griffbereit liegendes Messer gehörte zu einer Angelausrüstung, die die beiden dabei hatten. Das stellte sich am Donnerstag, dem zweiten Verhandlungstag, heraus. Somit fiel der Anklagepunkt der „bewaffneten“ Drogeneinfuhr weg. Nachdem sowohl der Steinmetz und der Bäcker hochgradig süchtig sind, wie Dr. Bernd Schwarze und Dr. Thomas Wenske von der Rechtsmedizin Nürnberg/Erlangen feststellten, ordnete Landgerichtspräsident Gerhard Heindl im Beisein von Richter Matthias Bauer und zweier Schöffen im Urteil auch die Unterbringung der Verurteilten in einer psychiatrischen Heilanstalt für zwei Jahre an. Der Jüngere der beiden muss, bevor er seine Therapie antreten darf, zuerst eineinhalb Jahre absitzen. Das Urteil insgesamt: Sieben Jahre Haft für den 43-Jährigen und drei Jahre für den 50-Jährigen.

Bereits Vorstrafen

Staatsanwalt Richard Caja hatte auf achteinhalb und auf viereinhalb Jahre plädiert, obwohl er den Tätern zugute hielt, dass sie sich, nach anfänglichem Leugnen, zum Schluss wenigstens einigermaßen auf die Wahrheit besonnen hatten. Erschwerend waren die Vorstrafen, die die Angeklagten in Tschechien bereits verbüßt haben. Der Jüngere saß 2011 in Ostrawa acht Jahre, weil er Crystal im großen Stil selbst hergestellt hatte. Der Ältere vier Jahre, ebenfalls wegen eines Drogendelikts. Rechtsanwalt Stephan Schütz und Rechtsanwältin Dr. Simone Bayer konnten trotz engagierter Plädoyers keine milderen Strafen für ihre Mandanten erreichen.

Verteidiger Schütz hatte vor allem die Verkaufsabsicht für das Rauschgift bezweifelt. Dafür gebe es keinerlei Beweise. Bayer wies darauf hin, dass die meisten der gestohlenen Maschinen den Eigentümern zurückgegeben werden konnten und ihr Mandant nur eine Kleinmenge an Drogen dabei gehabt habe, die er nicht eingeführt, sondern aus dem Vorrat seines Kumpans gestohlen hatte. Außerdem, so die Anwälte, habe das Diebesgut nicht, wie in der Anklage beschrieben, den ursprünglichen Wert von 30.000 Euro gehabt, sondern erheblich weniger. Dies hatte im Prozess der Bauleiter der Firma ausgesagt.

Berufung bringt nichts

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