25.05.2021 - 10:29 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zwei Weidener fliegen mit "fingiertem Unfall" auf

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Die Berufungsverhandlung vor dem Weidener Landgericht ging für zwei Männer anders aus als gedacht. Mit einem offensichtlich fingierten Autounfall wollten sie Versicherungsbetrug begehen.

Ihre Berufung nahmen die beiden angeklagten Männer zurück.
von Autor hczProfil

Kräftig daneben ging ein Autounfall, mit dem zwei Weidener 12.240 Euro ergaunern wollten. Zuerst zahlte die Versicherung des Unfallverursachers nicht. Sie bekam auch in zwei Instanzen – dem Landgericht Weiden und dem Oberlandesgericht Nürnberg – recht. Dann verurteilte das Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Hubert Windisch die Männer wegen versuchten Betrugs zu sechs und sieben Monaten auf Bewährung und jeweils 1000 Euro. Die Angeklagten gingen in die Berufung und mussten, da die Sachlage aussichtslos war, sie am zweiten Verhandlungstag zurücknehmen.

"Bewusst beschädigt"

Ein 47-Jähriger hatte im März 2018 bei der Einfahrt in das Gelände eines Auto-Reparatur- und Verkaufsbetriebs in Weiden den dort stehenden Audi des Geschäftsinhabers auf fast ganzer Länge verkratzt. Der Kfz-Sachverständige Professor Dr.- Ing. Hans Bäumler hatte jedoch später festgestellt, dass der Unfall „so, wie geschildert, nicht passiert sein kann". Man müsse „bewusst und konzentriert“ am beschädigten Auto vorbeigefahren sein. Es habe sich also um einen „fingierten Unfall“ gehandelt, um die Versicherungssumme zu kassieren.

Das verlangte Geld floss nicht. Vielmehr reparierte der geschädigte Unternehmer sein Fahrzeug für etwa 2500 Euro.

Die beiden wegen versuchten Betrugs Verurteilten hatten sich für die Berufungsinstanz einen Gutachter der Dekra Bayreuth gesucht, der darlegen sollte, dass der Unfall doch so hätte passiert sein können, wie sie geschildert hatten. Jedoch konnte Dipl.-Ing. Veit Seegmüller die Argumente und hoch wissenschaftlich dargelegten Berechnungen Professor Bäumlers nicht erschüttern. Der Lackschaden auf über drei Metern Länge beweise eindeutig die absichtliche Verursachung.

Nachdem Vorsitzender Richter Reinhold Ströhle die Verurteilung in der ersten Instanz als „gegebenenfalls zu milde“ bezeichnet hatte und erkennen ließ, dass die Strafe im Falle einer Verurteilung auch deutlich höher ausfallen könne, rieten auch die Verteidiger Dr. Gerd Michler und Dr. Hans-Wolfgang Schnupfhagn zur Rücknahme der Berufung. Dieser stimmte Staatsanwältin Carolin Ammon zu und nahm auch ihre ebenfalls eingelegte Berufung zurück. Es verblieb somit bei der Verurteilung durch das Amtsgericht. Die beiden Männer müssen sämtliche Kosten tragen.

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