12.03.2020 - 10:33 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Christkindlmarkt: Umzug abgeblasen

Ein Umzug des Weidener Christkindlmarkts auf den Unteren Markt ist erstmal vom Tisch. Überraschend verankern die Stadträte sogar in der Satzung, dass der Obere Markt Standort bleiben soll.

Der Christkindlmarkt ist weiterhin hauptsächlich auf dem Oberen Markt angesiedelt.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Eigentlich ging es darum, die Marktsatzung um einige Punkte zum Christkindlmarkt zu erweitern. Plötzlich aber geriet die Diskussion im Stadtrat in ein ganz anderes Fahrwasser. Gisela Helgath (Grüne) hakte nach, als ihr eine unklare Formulierung in den Statuten auffiel: "Wo ist der genaue Standort des Christkindlmarkts?" Gar nicht so einfach zu beantworten. Rechtsdezernentin Nicole Hammerl erinnerte zwar an die generelle Absicht, die Budenstadt komplett am Unteren Markt anzusiedeln. Aber: "Auch ich wäre froh und dankbar, wenn ich wüsste, wo wir den Markt veranstalten. Stand jetzt gibt es keine Veränderung." Wie berichtet, würde am Unteren Markt unter anderem die Stromversorgung Probleme bereiten. Ob die Voraussetzungen für den Umzug noch heuer geschaffen werden könnten, "weiß ich nicht", räumte Hammerl ein.

Besser so, meinte Hans Sperrer (CSU). Denn bei einem möglichen Ortswechsel wolle der Stadtrat mitreden. Sperrer jedenfalls lehnt ihn strikt ab: "Wir wollen nicht auf die Rückseite des Alten Rathauses, sondern auf die Vorderseite." In der Satzung solle deshalb stehen, dass der Markt – wie bisher – hauptsächlich am Oberen Markt und teilweise am Unteren stattfinden solle. Diesem Wunsch entsprach das Gremium prompt.

Einstimmig segnete der Stadtrat auch den Rest der neuen Richtlinien ab. Nach den Querelen beim Christkindlmarkt 2019, als altgediente Betreiber nicht zum Zuge kamen, sollen sie mehr Transparenz bei der Auswahl und Vergabe von Standplätzen schaffen. Wie Hammerl ausführte, werden Bewerber nach vier Auswahlkriterien und einem Punktesystem beurteilt. Die Bewerbungsfrist endet künftig am 30. Juni. SPD-Fraktionschef Roland Richter dankte der Rechtsdezernentin, dass sie damit auf die Kritik in der Januarsitzung so prompt reagiert habe. Wie Dagmar Nachtigall (CSU) vermisste er allerdings einen garantierten Termin, an dem die Bewerber die Zu- oder Absage erhalten. Wegen möglicher personeller Engpässe sei das schwierig, versuchte die Dezernentin abzuwiegeln. Doch OB Kurt Seggewiß sprach ein Machtwort: "Schreiben S' den 31. Juli rein, dann ist's gut."

Ende gut, alles gut? Für Dagmar Nachtigall nicht ganz. Als Verbindungsstadträtin der Marktkaufleute schaut sie demnächst bei deren Jahreshauptversammlung dabei. Da könnten unangenehme Fragen drohen. Deshalb wollte die CSU-Stadträtin vorab wissen: "Ist mit den Marktkaufleuten über diese Satzung gesprochen worden?" Nicole Hammerl verneinte. Veranstalter sei schließlich die Stadt Weiden. "Das ist also unsere Aufgabe, nicht die von externen."

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