21.12.2020 - 13:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Weidener Kunstwerke-Schau ohne Publikum

„Passt XV 2020 – Ende gut, alles gut“ heißt eine gemeinsame Ausstellung des Weidener Kunstvereins und des Arbeitskreises Kunst im Oberpfalzverein. Das Publikum wird die Schau allerdings nicht sehen.

von Helmut KunzProfil

Das stelle man sich mal vor: Da machen zwei eine Ausstellung und keiner geht hin. Kunstwerkschauen ohne Publikum: Aber selbst dies funktioniert. Corona und Uwe Müller machen's möglich. Die gemeinsame Ausstellung „Passt XV 2020 –Ende gut, alles gut“ des Weidener Kunstvereins und des Arbeitskreises Kunst im Oberpfalzverein, die derzeit in den Räumen des Kunstvereins stattfindet, läuft nun schon seit dem 30. Oktober. Vor Ort bewundert hat sie bisher noch niemand. Und das wird wohl auch bis zum Ende der Ausstellung am 10. Januar so bleiben.

Dass sich die zwei kunstschaffenden Vereine zusammengetan haben, lag an der Besonderheit, dass der Oberpfalzverein, der seine Arbeiten normalerweise Anfang November im Kulturzentrum Hans Bauer zeigt, heuer mit seinen Kunstwerken coronabedingt nicht ins Schulhaus durfte. „Deshalb haben wir gemeinsam diese Ausstellung konzipiert", erklärt Wolfgang Herzer vom Weidener Kunstverein. „Wir haben genug Platz und außerdem gibt’s keine Berührungsängste.“

Die Ausstellung habe trotz allem allen sehr viel Spaß gemacht, fährt Herzer fort. Müller, der sich in beiden Vereinen künstlerisch heimisch fühle, sei jetzt dem Lockdown mit der blendenden Idee zuvorgekommen, ein schmales Heft zu gestalten, in dem er die Ausstellung als eine bunte Schau – „soll gut gegen Corona-Depression helfen“ – in schönen Räumen präsentiert. In Zimmern, die in der aktuellen Realität eiskalt und menschenleer sind.

Die Bilder sind kreuz und quer gehängt, unterstreicht Herzer das Konzept. Keiner komme zu kurz. Das Thema „Ende gut, alles gut“ passe ja hervorragend in die Zeit. Es gehe darum, einfach optimistisch sein und zu versuchen, das Beste aus der aktuellen Situation zu machen. Die Themenstellung durfte von den Künstlern frei bearbeitet werden. Die einen versuchten sich näher an das gute Ende heranzutasten. Andere schweiften ab. Aber alle geben Denkanstöße.

Die Vorstellung sei ja klar, sagt Herzer. „Ende gut, alles gut, kann einerseits bedeuten, dass man ans Ziel gekommen ist. Eine naheliegende Assoziation ist aber auch der Tod.“ Bezeichnend dafür sei die Arbeit von Viktor Volodarsky, der mit seinem Bild „Fröhliches Karussell“ einen Totentanz mit lachenden Skeletten zeigt. Unmittelbar darüber: Olga Kelwigs Gemälde, das einen Sonnenaufgang darstellt. In beiden Arbeiten stecke eine gemeinsame Botschaft, vermutet Herzer: „Das irdische Ende heißt nicht, dass auch die Natur aufhört. Mit jedem Sonnenaufgang beginnt alles wieder von vorne."

Claudia Kneidl hat kleine Wichtel auf einen Grill gesetzt. Unter dem Motto „Taten statt Warten“ wirbt sie für den Klimaschutz. Mit einer weiteren Graphik betont sie Bewegungsabläufe, die frei und offen in die Zukunft hinein gestaltet sind. Als besonders treuer Künstler des Kunstvereins beweist sich Valentin Rothmaier aus Wismar, der drei Aquarelle beisteuert. Auf dem Fußboden bewegt sich ein Staubsauger samt Gebläse langsam und sehr entschleunigt durch den Raum. Aus der Feder Uwe Müllers stammt ein Waldbild.

Insgesamt präsentieren sich 35 Künstler. Neben den bereits genannten sind das Michaela Bio, Hugo Braun-Meierhöfer, Sarah Ehren, Irene Fritz, Christian Gruber, Rosemarie Hys, Olga Kelwig, Christine Kreuzer, Marthe Leithenmarhenmayr, Jürgen Lauterbach, Beate Luber, Sonja Bianca Maier, Gisela Maier, Sigrid Merkl, Christine Mösbauer, Nele, Lukas Prölß, Rocco Nuccio, Ismene Resatsch, Axel T. Schmidt, Tone Schmid, Margret Seer, Bruno Tölzer, Mohammed Toman, Peter Troppmann, Manfred Ullrich, Gisela Walbrunn, Maria Weber, Karin Weingandt und Werner Weingandt. Wolfgang Herzer hat übrigens einen Aktenordner als Kunstwerk beigesteuert. "Der steht für 30 Jahre Weidener Kunstverein."

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