15.03.2020 - 22:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Zeitler robbt sich ran

Ein spannender Wahlabend. Die Briefwähler bringen den CSU-Kandidaten und Herausforderer ganz nah an Jens Meyer von der SPD. Es geht in die Stichwahl.

Er ist guter Dinge: Benjamin Zeitler, OB-Kandidat der Weidener CSU, bei seiner Stimmabgabe im Alten Rathaus.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Bei den Briefwählern hat Benjamin Zeitler offenbar einen ganz dicken Stein im Brett. Sie sind es nämlich, die den OB-Kandidaten der CSU am Wahlabend ganz nah an Bürgermeister Jens Meyer heranbringen. Fast fünf Prozentpunkte liegt der Herausforderer zurück, als die ersten Ergebnisse der Auszählung zu lesen sind. Als schließlich die Auszählungen aus den Briefwahllokalen eingespielt werden, robbt sich Zeitler stetig nach vorn. Zum Schluss trennten Zeitler und Meyer nicht mal ein Prozent. Es sind genau 0,7 Prozentpunkte.

Die Wahlparty ist auch bei der CSU abgesagt: Corona. Doch anders als vor sechs Jahren hätten die Christsozialen diesmal zumindest den "Einzug in die Stichwahl" feiern können. Mit ihrem Kandidaten Zeitler, den auch die Bürgerliste unterstützt, holen sie stattliche 14 Prozentpunkte auf. "Schon jetzt unser bestes Ergebnis seit 2007", fügt der Kandidat hinzu.

Benjamin Zeitler zur Wahl kurz vor Ende der Auszählung

Es ist ein kleiner, aber doch erlesener Kreis, der sich - trotz Coronavirus - am frühen Wahlabend im engen Fraktionsbüro der Weidener CSU trifft. Für Bürgermeister und Ehrenkreisvorsitzenden Lothar Höher ist von Anfang klar, dass schon die Stichwahl ein großer Erfolg sein würde. Und auch Zeitler gesteht, dass die CSU-Mannschaft noch am Sonntag überlegt habe, wie sie die Zeit bis zu Stichwahl möglichst stimmenbringend nutzen kann. Klar ist: Auch in der Nachspielzeit dieser OB-Wahl wollen die Kandidaten fair miteinander umgehen.

Die Aufholjagd, die Zeitler schließlich bei den Briefwählern startet, weckt bei Stadträtin Dagmar Nachtigall ein ganz neues Verlangen: "Wir haben eine riesigen Job gemacht. Ich brauch' nen Schnaps." Diesen serviert "Fraktionsfee" Monika Kick auch Kreisvorsitzendem Stephan Gollwitzer und dessen Frau Maria Sponsel, Fraktionschef Markus Bäumler und Kreisgeschäftsführer Hartmut Brönner. Höher rechnet flugs: "Jetzt noch 100 Briefwahllokale, und wir liegen vorn." Dann stellt er zufrieden fest: "Wir sind mit Jens Meyer auf Augenhöhe." Bäumler meint: "Wir sind wieder da. Mit diesem Ergebnis können wir heute leben." Erleichtert reagiert Stephan Gollwitzer: "Das ist heut' eine Wohltat." Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht gratuliert mit "super, super, super".

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