07.11.2019 - 17:43 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

BHS Corrugated Weiherhammer meldet Kurzarbeit an

Der Brexit und der Handelskrieg zwischen den USA und China wirken sich auch auf BHS Corrugated aus. Die Aufträge beim Maschinenbauer gehen zurück. Für etwa 50 Mitarbeiter wurde deswegen bereits zum 1. November Kurzarbeit angemeldet.

Das Hauptgebäude von BHS Corrugated in Weiherhammer.
von Matthias Schecklmann Kontakt Profil

Etwa 1100 Menschen arbeiten bei BHS Corrugated in Weiherhammer. Für einige von ihnen ist die Zeit vor Weihnachten allerdings schwieriger geworden. „Zum 1. November wurde Kurzarbeit für etwa 50 Mitarbeiter in der Fertigung angemeldet“, bestätigt der ehemalige Betriebsratsvorsitzende Roland Magerl. Als Landtagsabgeordneter (AfD) ist er freigestellt. Ende Oktober hat sich der Betriebsrat bei BHS neu aufgestellt, neuer Vorsitzender ist Stefan Roth. Doch die Kurzarbeit könnte bis Jahresende weiter ausgebaut werden. „Zum 1. Dezember könnte es zusätzlich etwa 30 Mitarbeiter der Montage treffen“, bestätigt Magerl. Auch Udo Fechtner, Zweiter Bevollmächtigter der IG Metall Amberg, bestätigt die Beantragung von Kurzarbeit bei BHS seit dem 1. November. „Es könnte sein, dass es noch ausgeweitet wird“, hält er sich zurück. Es sind vor allem die gewerklichen Bereiche von BHS, für die Kurzarbeit angemeldet werden. In der Betriebsvereinbarung sei diese laut Magerl vorsorglich für ein Jahr beschlossen worden.

2008/2009 griff der Weltmarktführer in der Herstellung von Wellpappe zuletzt auf Kurzarbeit zurück. So drastisch wie damals sieht Magerl die Lage aber nicht: „Es gab vor allem im Sommer eine Arbeits- und Leistungsverdichtung. Durch die Verunsicherung der Kunden wegen des Brexits und der Handelskrise zwischen den USA und China sowie einigen Projekten, die verschoben werden musste, kam es nun zu dieser Entscheidung“, erklärt Magerl. Fechtner ergänzt: „Die Auftragssituation ist ein wenig eingebrochen, aber es geht auch darum, effektiver zu arbeiten.“ Auf dem Niveau von 2008/2009 sei der Einbruch der Aufträge aber nicht, damals seien quasi über Nacht ein Drittel der Aufträge weggefallen.

„BHS will ein attraktiver Arbeitgeber bleiben. Ich gehe davon aus, dass die Kurzarbeit eine vorübergehende Geschichte sein wird und es auch darum geht, Stellen zu erhalten“, sagt Fechtner. Auch Magerl beruhigt: „Es wird keine Massenentlassungen geben.“ Dass Kurzarbeit bei der Belegschaft zu Verunsicherung führt, sei auch klar, gibt Fechtner zu. „Ein gewisser Angstfaktor ist da, aber niemand braucht in Panik zu verfallen“, sagt Magerl. Das Unternehmen selbst war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Info:

Was ist Kurzarbeitergeld?

Das Kurzarbeitergeld soll Verdienstausfall zumindest teilweise wieder ausgleichen. Dadurch kann der Arbeitsplatz erhalten bleiben, obwohl die aktuelle Situation des Betriebes Entlassungen notwendig machen würde. Die Höhe des Kurzarbeitergeldes richtet sich danach, wie hoch der finanzielle Verlust nach der Zahlung von Steuern ist. Grundsätzlich werden zwischen 60 und 68 Prozent des ausgefallenen Nettoentgelts bezahlt. „Kurzarbeitergeld kann höchstens zwölf Monate bezogen werden. Es bedeutet weniger Arbeitszeit und weniger Gehalt. Uns ist es aber auch ein Anliegen, dass der Arbeitgeber seine Mitarbeiter in dieser Zeit in Qualifizierung gibt“, erklärt Thomas Würdinger, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Weiden. Ist die Kurzarbeit länger als drei Monate unterbrochen, hat sich die Bezugsdauer erneuert.

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