20.01.2021 - 17:50 Uhr
WeiherhammerOberpfalz

Am "Weberschlag": BHS Corrugated kauft Grundstück in Weiherhammer für Logistikpark

Nachdem erst im November vergangenen Jahres klar wurde, dass sich die Flachglas Wernberg trotzdem nicht in Weiherhammer ansiedelt, gibt es nun einen neuen Interessenten für das Areal am "Weberschlag": Die BHS plant einen Logistikpark.

Auf dem gerodeten Areal links neben Pilkington will die BHS Corrugated einen Logistikpark aufbauen.
von Externer BeitragProfil

Die BHS Corrugated kauft ein 18 Hektar großes Grundstück in Weiherhammer. Es handelt sich um die Freiflächen im Bereich "Weberschlag", die im Gewerbegebiet neben dem Grundstück der Pilkington Deutschland AG angesiedelt sind und über einen direkten Gleisanschluss verfügen. Das teilt nun das Unternehmen mit. Hier soll in den kommenden Jahren ein Logistikpark errichtet werden.

Die Logistik habe eine wesentliche Bedeutung in der zukünftigen Entwicklung der Firma: Nicht nur eine abgestimmte innerbetriebliche Logistik, auch diverse Logistikprodukte und -lösungen für Kunden werden in den kommenden Jahren verstärkt benötigt. Berücksichtigt werden sollen außerdem nachhaltige, umweltfreundliche und soziale Aspekte für die Planung und Erschließung des Gebiets.

"In der Krise muss man investieren, so seltsam es klingen mag. Denn es geht bei der Sicherung und dem Ausbau eines Unternehmens und dessen Umgebung darum, eine langfristige, strategische Entwicklung zu verfolgen. Mit kurzfristigen Problemen hat das nichts zu tun", so Geschäftsführer Christian Engel.

40 Millionen Euro für Logistikzentrum

Das Vorhaben wird dabei in mehrere Teilprojekte unterteilt: Zuerst wird ein neues Logistikzentrum mit einer automatisierten Ersatzteillogistik errichtet, das das bisherige Zentrallager und die Logistik der BHS zentral zusammenführt. Für dieses erste Projekt werden 40 Millionen Euro geplant. Der Bauantrag wird noch im März 2021 gestellt; der Live-Betrieb ist laut Mitteilung mit Beginn des Jahres 2023 geplant.

Dann sollen die weiteren Flächen in verschiedenen Blöcken entwickelt werden. Ein Block sei zunächst für eine mögliche Erweiterung der BHS-Logistikkonzeption bestimmt; ein zweiter Block für mögliche weitere BHS-Logistikprojekte.

Bei einem dritten Block sind Logistikdienstleistungen für Dritte angedacht, in der Branche "Third Party Logistics" oder "Globale Outbound-Logistik" genannt. Dabei kann es sich beispielsweise um Seeverpackung und Zwischenlagerungen handeln.

Der vierte Block sei für die weitere Entwicklung und eventuelle Interessenten vorgesehen.

Jetziger Standort nicht erweiterbar

Die Gründe für das Vorhaben und schlussendlich den Kauf des Grundstücks seien verschieden. Eine neue Konzeption der Logistik sei notwendig geworden, um die Verdoppelung der Geschäfte am Standort in Weiherhammer zu realisieren. Christian Engel: "Wir sitzen nunmal auf einer Insel: Auf der einen Seite die Haidenaab, auf der anderen Seite der Beckenweiher – unser jetziger Standort ist nicht mehr erweiterbar."

Es hätte auch Gelegenheit gegeben, in der Nähe des Produktionsstandorts in Tachov (Tschechien) zu investieren.

Durch die Absage der vorherigen Interessenten zum neuen Gebiet in Weiherhammer habe sich die Gelegenheit geboten, sich in unmittelbarer Nähe zum jetzigen Standort anzusiedeln. Pläne für ein neues Logistikkonzept gebe es schon lange.

Christian Engel: "Wir möchten uns nochmals für die sehr offene und konstruktive Zusammenarbeit mit der Gemeinde Weiherhammer, allen voran Herrn Bürgermeister Biller, bedanken. ... Damit dürfte die Entwicklungsgeschwindigkeit einer Tesla-Fabrik in nichts nachstehen."

Geschäftsvolumen soll verdoppelt werden

Das Unternehmen erwartet eine Verdoppelung des Geschäftsvolumens der vergangenen Jahre. Langfristig wird mit einem "1 bis 1,5 Milliarden Euro Unternehmen" gerechnet. Durch die Teilung des Vorhabens in verschiedene Teilprojekte und Blöcke könne ein nachhaltiger, ökologischer Ausbau erreicht werden. Dabei spielen beispielsweise die Auswahl der richtigen Energieversorgung und kurze Wege eine Rolle.

Lars Engel: "Wellpappe ist ein zu einhundert Prozent recyclebares Produkt. Wir möchten den Umweltgedanken nicht nur im Produkt herausstellen, sondern uns auch bei der Herstellung damit auseinandersetzen. Konsequenterweise gehört dazu natürlich die gesamte Wertschöpfungskette, auch ein Logistikpark."

Biller: Win-Win-Situation für Weiherhammer

Bürgermeister Ludwig Biller und der Gemeinderat hätten sich nach der Vorstellung des Logistikkonzepts für die bereits ortsansässige BHS entschieden. "Wir möchten mit der Entscheidung den Standort Weiherhammer für BHS weiter unterstützen und sehen auch viele Synergieeffekte für andere Unternehmen in der Gemeinde, die in diesem Zuge ebenso von der Entwicklung profitieren." So konnte auch anderen gemeindlichen Unternehmen bereits zugesichert werden, dass Flächen für Expansionspläne bereitgestellt werden. Dies wäre mit den ursprünglichen Plänen so nicht möglich gewesen. Biller spricht daher von einer "Win-Win-Situation" für die Gemeinde und die Region.

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Kommentare

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Hilde Lindner-Hausner

Wenn, dann aber doch in Holzbauweise mit eigener Energieerzeugung über Erneuerbare Energien und weitestgehend CO2-neutral.
Wie das gelingen kann beschreibt der Interessante Beitrag gestern im BR doc Thema
Mit Holzbau aus der Klimakrise?
https://www.br.de/br-fernsehen/programmkalender/ausstrahlung-2364392.html
"....Baustoffe wie Stahl, Zement und Ziegel verursachen bei der Herstellung Treibhausgase: Allein acht Prozent der globalen CO2 Emissionen entstehen bei der Herstellung von Zement. Holz nimmt das Gas dagegen beim Wachstum auf. Holzhäuser könnten so also zu langfristigen CO2-Speichern werden...."
Es gibt bereits Holzhochhäuser und ganze Wohnviertel, warum nicht auch Logistik...-Gebäude?

21.01.2021