05.05.2021 - 15:43 Uhr
WiesauOberpfalz

Keine "Babybäume" in Wiesau

Pandemiebedingt fallen derzeit auch die Bürgerversammlungen aus. Deshalb informiert Toni Dutz im Marktrat über das aktuelle Geschehen. Ein wichtiges Thema waren diesmal die Bäume im Gemeindegebiet.

Erst vor kurzem pflanzte man im Gemeindegebiet vier weitere Bäumchen (hier an den Waldseen). Gepflegt werden sie von Andreas Uhlig (Zweiter von links). Weiter im Bild (von links) Zweiter Bürgermeister Michael Dutz, Dritter Bürgermeister André Putzlocher, stellvertretender Bauhofleiter Martin Förster und Bürgermeister Toni Dutz.
von Werner RoblProfil

Ein Punkt des Bürgermeister-Informationspaketes war der Baumbestand. „Ich war baff, als ich erfuhr, dass vom Bauhof rund 3500 gemeindeeigene Bäume gepflegt werden“, gestand Dutz. Erst vor kurzem wurde der Bestand an den Waldseen um vier weitere Obstbäume ergänzt. „Bei uns werden grundsätzlich immer mehr Bäume gepflanzt als beseitigt", fügte er hinzu. Falls eine Pflanze kaputt gehe oder entfernt werden müsse, würden dafür zwei neue angeschafft: „Und das ohne Zwang und Baumschutzverordnung.“ Betreut werde der Bestand vom Mann mit dem "grünen Daumen" im Bauhof, Andreas Uhlig.

In den Mittelpunkt rückte Dutz auch das „gelungene Beispiel in Sachen Nachhaltigkeit" am Kreuzberger Hochbehälter: Entlang der Straße nach Triebendorf beziehungsweise nahe des Höhenweges Richtung Fuchsmühl entstand vor einiger Zeit eine Streuobstwiese, die von einem Ehrenamtlichen aus den Reihen des Obst- und Gartenbauvereins mitbetreut wird. „In diesem Zusammenhang auch ein Vergelt's Gott an Johann Konz.“ Die Fläche wird in den Sommermonaten auch von einer Blühfläche geschmückt.

Ein deutliches „Nein“ ließ der Bürgermeister jedoch in Sachen „Babybäumchen“ folgen. Die Empfehlung, pro neugeborenes Kind einen Baum zu pflanzen, hatte vor wenigen Wochen Markus Schäffler (Freie Wähler) im Marktrat geäußert. „Gerade bei diesem Thema wird in Wiesau viel getan“, unterstrich Dutz. Zudem widersprach er Schäfflers Begründung, dass man damit einen besonderen Bezug zum Heimatort herstellen könnte, auch um jetzt anderswo lebende ehemaligen Wiesauer zu einer Rückkehr zu bewegen. „Wir werden daher Ihre Anfrage nicht weiter behandeln“, informierte er den Antragsteller.

Der Bauhof Wiesau kümmert sich intensiv um Grünflächen und Bäume

Wiesau

Für den Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Triebendorf und Oberteich fehlten noch einige Einverständniserklärungen der Anlieger, bedauerte der Sitzungsleiter. „Hoffentlich können diese zeitnah eingeholt werden.“ Ansonsten müsste man das Projekt fallenlassen, mahnte Dutz und ließ wissen, dass dann die Straße „auf Dauer so bleiben muss, wie sie jetzt ist.“ Mit Blick auf die Dringlichkeit des Vorhabens sprach Dutz von einem „unhaltbaren Zustand" der kurvenreichen und sanierungsbedürftigen Fahrbahn.

Einen weiteren Blick warf der Bürgermeister auf die geplante Dorferneuerung in Triebendorf mit Erweiterung beziehungsweise Umsiedlung des bereits vorhandenen Spielplatzes. Gerne folge man den Anregungen der Eltern, verwies er auf ein Treffen vor wenigen Wochen an der künftigen "grünen Mitte“. Die Maßnahme Spielplatz werde man vorziehen und 2022 angehen. Damit folge man auch einem Anstoß von Michael Dutz und Martin Hecht (CSU). „Sobald wir die Genehmigung im Haus haben, gehen wir die Sache an.“

Derzeit erlebe der Markt Wiesau einen regelrechten Bauboom. „Da kommt uns das neue Baugebiet ,Am Sonnenhang‘ wie gerufen.“ Dutz bat um Verständnis, dass es am Gartenweg wegen der Erschließungsarbeiten zu Behinderungen kommen wird.

Stichwort ehemaliger Festplatz an der Egerstraße: „Die Voraussetzungen für den Neubau eines Lebensmittelmarktes wurden geschaffen“, verwies der Bürgermeister auf das einstimmige Votum der Markträte für den Flächennutzungs- und Bebauungsplan. „Die Norma möchte heuer noch mit der Maßnahme beginnen.“

Eine weitere Information betraf die Gewichtsbeschränkung auf 7,5 Tonnen in der Fichtenschachter Fliederstraße. Damit folgte man einer Bitte, die Marktrat Alfred Klarner (SPD) vor wenigen Wochen im Gremium vorbrachte.

„Wir haben uns am Kauf des Gutes Fockenfeld beteiligt“, nahm Dutz Bezug auf die gemeinsam mit den Kommunen Waldsassen, Mitterteich und Konnersreuth gegründete Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR). „Wir möchten die erworbenen Flächen möglichst schnell nutzen“, ließ er durchblicken.

Als "tolle Sache" bezeichnete Toni Dutz die neu eingerichtete Corona-Teststation im Pfarrzentrum St. Michael. "Vergelt's Gott an das BRK und die Wasserwacht“, bedankte er sich für die ehrenamtliche Unterstützung während der Öffnungszeiten am Montag, Mittwoch und Freitag von 17 Uhr bis 19 Uhr.

Auch weiterhin pocht der Wiesauer Bürgermeister auf den barrierefreien Zugang zu den Bahnsteigen. „Ich hoffe auf ein Einlenken der Deutschen Bahn AG und auf die versprochene Unterstützung durch MdB Albert Rupprecht.“

Zum Thema gemeindliche Obstbäume, speziell an den Waldseen, erinnerte Franz Dürrschmidt (FW) daran, dass es an der Zeit sei, die Äste zurückzuschneiden. „Die Bäume verwildern sonst. Es wäre schade darum.“ Dutz versprach, mit dem Bauhof zu reden. Markus Schäffler war aufgefallen, dass an der Einmündung Egerstraße/ Schulstraße seit geraumer Zeit das Vorfahrtsschild fehlt. Dasselbe Verkehrszeichen vermisste der FW-Marktrat auch an der Einmündung Andreas-Thoma-Straße/ Tannweg. Der Bürgermeister dankte für die Mitteilung, empfahl aber, für künftige Fälle dieser Art „kurze Wege“ zu nutzen: „Das kann man auch auf Verwaltungsebene klären.“

Ein Thema bereits in der März-Sitzung waren die Schulungsmöglichkeiten für Gemeinderäte. Gerne würde man ein entsprechendes Angebot nutzen, hatte FW-Marktrat Schäffler bekundet. Wegen Corona und der Vielzahl der Aufgaben, die die Verwaltungsangestellten derzeit schultern müssten, sei dies im Rathaus aktuell aber nur schwer umzusetzen, bedauerte der Bürgermeister und empfahl alternativ einen Blick auf Bildungsangebote wie zum Beispiel der Hanns-Seidel-Stiftung.

Die Freien Wähler haben mit Markus Schäffler einen neuen Fraktionssprecher. Das gab Thomas Streber, der das Amt bislang innehatte, am Ende der Sitzung bekannt. „Die Neuregelung gilt ab Mai“, gab er zu Protokoll.

Weiterer Bericht zur Marktratssitzung

Wiesau
Die Dorferneuerung Triebendorf (hier ein Archivbild vom Ort) bzw. die Neugestaltung des dort vorhandenen Spielplatzes rückte Toni Dutz in den Mittelpunkt seiner Bürgermeister-Informationen.
Die Ansiedelung der Norma an der Egerstraße und andere Maßnahmen (u. a. Schulsportzentrum) waren der Grund für eine Nachtbaustelle, um die Wasserversorgung zu sichern. Norma möchte bald mit dem Neubau beginnen, ließ Toni Dutz in der Sitzung wissen.

 

 

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