13.08.2020 - 10:18 Uhr
WiesauOberpfalz

Der Ofen bleibt kalt: Bäckerei Herold schließt

Auf Semmeln, Brot und leckere Kuchen aus der Bäckerei Herold muss man künftig verzichten. Auch auf das weitere Angebot, das an der Schönhaider Straße in Wiesau Kunden anlockte. Gerhard Herold sperrt seinen Handwerksbetrieb zu.

Mit der Schließung der Traditionsbäckerei Herold geht eine Ära an der Schönhaider Straße zu Ende.
von Werner RoblProfil

Das Gerücht machte seit einiger Zeit die Runde. Für die Herold-Kunden wird es jetzt zur traurigen Wahrheit. „Die langjährige Tradition wird leider nicht fortgesetzt“, bedauert der 64-jährige Bäckermeister Gerhard Herold auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Als Gründe für seinen Entschluss, den er gemeinsam mit Ehefrau Waltraud fasste, verweist er auf sein Alter, aber auch auf seine Gesundheit. „Die stehende Arbeit auf dem harten Backstubenboden, die ich von meinem Vater Anton übernahm, nagten daran sehr“, klagt der Wiesauer Handwerksmeister.

Dass wir jetzt Abschied nehmen müssen, schmerzt uns sehr.

Bäckermeister Gerhard Herold

Zudem macht er eines deutlich: „Die Arbeit mit den drei Verkäuferinnen, zwei Gesellen und unserer Aushilfe am Backofen schweißten uns zu einer engen Herold-Familie zusammen. Dass wir jetzt Abschied nehmen müssen, schmerzt uns sehr.“ Hoffnung habe er aber, dass die Mitarbeiter, wenn auch an anderer Stelle, sich weiterhin ihr sprichwörtliches „Brot“ verdienen können.

Vor wenigen Wochen schloss Josef Reichenberger seine Bäckerei in Waldeck

Waldeck bei Kemnath

Ein kleines Plakat – an der Ladentür angebracht – verweist auf die bevorstehende Schließung nach dem Feiertag Mariä Himmelfahrt. „Wir bedauern es sehr, dass wir unsere Kunden danach nicht mehr, wie in den vielen vergangenen Jahren, in gewohnter Weise bedienen können“, ergänzt Waltraud Herold, die einen Satz, ausgesprochen von den Kunden, immer wieder zu hören bekommt: „Eine Ära geht zu Ende.“ Der Formulierung kann Waltraud Herold nur beipflichten: „Es stimmt. Die Leute haben ja recht.“

Ein Nachfolger sei leider nicht in Sicht, informiert Bäckermeister Herold auf Anfrage von Oberpfalz-Medien. Der Versuch, die Traditionsbäckerei fortzuführen, scheiterte. Gerührt sei man aber von der Resonanz der Kunden aus der Region rund um Wiesau und Fuchsmühl. Den regelmäßigen Gang in den Laden an der Schönhaider Straße oder den Einkauf am Verkaufswagen in der Alten Straße in Fuchsmühl dürften die Kunden sicher in guter Erinnerung behalten. Ebenso auch die stets freundlichen Gespräche mit dem Verkaufspersonal. Die Qualität, für die Herold bekannt, geschätzt und beliebt war, wird man wohl so schnell nicht vergessen.

„Es steckte viel Arbeit und viel Liebe dahinter“, fasst Gerhard Herold zusammen. Um einen Satz bittet er noch: „Auf diesem Weg möchte ich mich, auch im Namen meiner Frau, bei unserer Kundschaft für die langjährige Treue ganz herzlich bedanken.“ Man merkt es den Eheleuten Herold an: Der Abschied fällt alles andere als leicht.

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