09.11.2020 - 14:17 Uhr
Winbuch bei SchmidmühlenOberpfalz

Eigentlich sollte das 20-Jährige des Winbucher Dorfgemeinschaftshauses groß gefeiert werden

Im Ort Winbuch wurde vor 20 Jahren der Bau eines Dorfgemeinschaftshaus eingeleitet. Mit dessen Erbauung ging damals der große Wunsch der Winbucher Vereine in Erfüllung. Dieses Jubiläum sollte heuer groß gefeiert werden – eigentlich.

Der symbolische erste Spatenstich für das neue Winbucher Dorfgemeinschaftshaus (von links): der damalige Landtagsabgeordnete Armin Nentwig, Thomas Graf, Landrat Hans Wagner, Peter Czommer, Schmidmühlens Bürgermeister Manfred Puchta und Max Scholz.
von Johann BauerProfil

Den Winbucher Vereinen und vor allem den Schützen war vor 20 Jahren der Bau eines Vereinsheims ein wichtiges Anliegen. Nun sollte am 14. Oktober das 20-jährige Bestehen dieser Einrichtung begangen werden. Aber wie so viele Veranstaltungen fiel auch diese der Corona-Pandemie zum Opfer.

Ein Blick zurück: Seit 1996 gab es im Dorf Winbuch keine Gaststätte mehr und somit auch keinen „Unterschlupf“ für die Dorfvereine wie Feuerwehr, Oldtimerfreunde, Hobby-Fußballer und Schützenverein. Ein Umbau oder eine Renovierung des Gasthauses war nicht zustande gekommen. So bestand im Ort keine Möglichkeit, sich einfach so zu treffen oder Veranstaltungen abzuhalten. Bedauert wurde allgemein, dass unter dem Fehlen eines Wirtshauses das Gespräch der Dorfbewohner untereinander litt. Das traf vor allem auch die älteren Menschen. Bevor die nach auswärts fuhren, blieben sie lieber zu Hause.

Am 14. Oktober 2000 wurde im Gasthaus Hotzenplotz in Schmidmühlen die Dorfgemeinschaft Winbuch e. V. ins Leben gerufen. Gründungsmitglieder waren Georg Koller, Ludwig Spieß, Alfons Weigert, Englbert Braun, Xaver Popp, Martha Kaiser, Konrad Müller und Bernhard Graf. Große Unterstützer bei der Gründung der Dorfgemeinschaft und beim Bau eines Dorfgemeinschaftshauses fanden die Winbucher im damaligen Landtagsabgeordneten Armin Nentwig und im Schmidmühlener Bürgermeister Manfred Puchta.

Am 7. Februar 2001 erhielt die Gemeinschaft die vorzeitige Baugenehmigung für ihr Heim. Gleich darauf machten sich die Mitglieder auf zum Holzschlagen der gespendeten Bäume. An Räumen geplant waren für den Schützenverein acht Schießstände (8 mal 15 Meter), ein Aufenthaltsraum für 50 Personen mit etwa 70 Quadratmetern, sanitäre Anlagen und verschiedene Versorgungsräume. Den offiziellen Spatenstich nahmen am 17. März 2001 Abgeordneter Armin Nentwig, Thomas Graf, Landrat Hans Wagner, Peter Czommer, Bürgermeister Manfred Puchta und Max Scholz vor. Nur fünf Monate später feierte man das Richtfest, und bereits im Dezember gingen im Rohbau des Dorfgemeinschaftshauses die ersten Vereinssitzungen, Generalversammlungen und die Christbaumversteigerung über die Bühne.

„Nach vielen freiwilligen Arbeitsstunden fiel den Winbuchern ein Stein vom Herzen, denn nun hatten sie wieder eine Bleibe im Dorf“, betont Vorsitzender Georg Koller. Am 1. Mai 2002 feierten die Winbucher am Dorfgemeinschaftshaus ein Baustellenfest und im August dort die erste Kirchweih. Trotz noch laufender Baumaßnahmen wurden bereits private Veranstaltungen abgehalten. Das Jahr 2003 war geprägt von privaten Geburtstagsfeiern, dem Standeröffnungsschießen des Schützenvereins, der Kirwa und vor allem der Einweihung des Dorfgemeinschaftshauses am 3. Oktober 2003.

Die Arbeiten am Vereinsheim waren jedoch noch nicht abgeschlossen. Nun war der Dachausbau an der Reihe. Bereits beim Bau war für diese Etage ein Jugendraum vorgesehen, hatte man beim Kreisjugendring Amberg-Sulzbach einen Zuschuss beantragt. Hier sollten den Heranwachsenden Möglichkeiten zum Spielen geboten werden. Da es in Winbuch keinen Aufenthaltsraum für irgendwelche Freizeitaktivitäten gegeben hatte, hatten sich die Jugendlichen bislang auf der Straße getroffen. Der Jugendraum, bei dessen Ausbau die jungen Leute fleißig mit Hand anlegten, ist rund 80 Quadratmeter groß. Die Baukosten beliefen sich auf rund 50 000 Euro, die Eigenleistung etwa 1000 Stunden. Dank Christbaumversteigerungen und Spenden konnte der Dachausbau finanziert werden.

Das Dachgeschoss beherbergt auf weiteren 70 Quadratmetern aber auch einen Archiv- und Besprechungsraum sowie Sanitäranlagen. Um die Räume im Dachgeschoss sicher erreichen zu können, wurde eine Podest-Treppe eingebaut. Die feierliche Einweihung des neuen Gebäudes nahm Bischöflich Geistlicher Rat Georg Braun am Sonntag 3. Mai 2003, vor. Damit verbunden war eine Maiandacht an der Grotte am Dorfgemeinschaftshaus.

Damit gingen aber die Arbeiten nicht zu Ende. Die Helfer nahmen 2005 die Schaffung eines Kinderspielplatzes in Angriff. Am 1. Mai 2007 erfolgte die feierliche Weihe einer Mariengrotte vor dem Dorfgemeinschaftshaus als Dank für das unfallfreie Arbeiten. Die Marienfigur darin stifteten Pfarrer Georg Braun und die Mallersdorfer Schwestern.

Beleuchtung für Marterl am Dorfgemeinschaftshaus Winbuch

Winbuch bei Schmidmühlen
Im Jahr 2009 erfolgte der Dachausbau am Dorfgemeinschaftshaus, das heute einen Jugendraum beherbergt.
Auch die Zufahrt zum Dorfhaus wurde in eigener Regie durchgeführt, v.l.n.r. Hans Popp, Volker Respondek, Georg Koller und Ludwig Spieß (bjo)
Pfarrer Georg Braun bei der Weihe des Spielplatzes mit Bürgermeister Peter Braun (links) und Vereinsvorsitzenden Georg Koller (bjo)
Mdl Armin Nentwig (links) war ein großer Unterstützer des Dorfgemeinschaftshause, mit Georg Koller (rechts) Vorsitzender Dorfgemeinschaft (bjo)
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