25.04.2019 - 18:05 Uhr
Winbuch bei SchmidmühlenOberpfalz

Projekt Blühwiese: Die Saat in Winbuch ist gelegt

Nicht leicht umzusetzen, das Projekt Blumenwiese. Herbert Fleischmann lässt sich nicht bremsen. 76 Naturfreunde haben die Patenschaft für ein Stück Blühfläche übernommen. Die Oberpfalz-Medien (hier die Amberger Zeitung) gehören auch dazu.

Es staubt ordentlich, als Herbert Fleischmann am Donnerstagnachmittag die Saat für die Blühfläche ausbringt: Jetzt sollte es regnen.
von Heike Unger Kontakt Profil

Es hat eine Weile gedauert, bis Fleischmann sein Saatgut bekommen hat. Der Lieferant hat ihn warten lassen. Aber jetzt ist die Samenmischung da. Glücklicherweise, denn es wird Zeit, sie auszubringen: Ab Freitag soll es regnen. Endlich, sagt Fleischmann. Denn wenn der Boden noch länger so staubtrocken bleibt wie derzeit, dann wird die Saat nicht aufgehen. "Lebensraum 1" heißt die Mischung, erklärt Fleischmann: Sie enthält 30 verschiedene Blumen- und Pflanzenarten, davon 30 Prozent Wildarten. Fleischmanns Sohn Markus zählt ein paar davon auf: Margariten, Salbei, Königskerze, Sonnenblume, Klee und Wicken.

Zurück zur Natur

Heute bringen Fleischmann Senior und Junior die Saat mit dem Traktor aus, walzen sie dann noch kurz an: Danach wird auf der Blühwiese zwischen Schmidmühlen und Winbuch keine Landmaschine mehr eingesetzt. Sie würde die Blühfläche, die hier entstehen soll, stören. 2,4 Hektar sind es, die der Landwirt der Natur zurückgibt: Hier sollen viele blühende Pflanzen Nahrung für Insekten liefern, aber auch Lebensraum für Tiere. Ein befreundeter Jagdpächter will hier Fasane und Rebhühner ansiedeln, Fleischmanns Bruder, der imkert, seine Bienenvölker hierher umsiedeln.

Die Bienen hatten den Nebenwerbers-Landwirt auf die Idee mit der Paten-Wiese gebracht: Kurz vor dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" hatte er den Einfall, einen Teil seiner landwirtschaftlichen Flächen mit der finanziellen Hilfe von Paten in eine Blühwiese umzuwandeln.

Beim Landwirtschaftsamt war er der Erste, der mit einer solchen Idee vorsprach. Und für Erstaunen sorgte. Inzwischen hat er Nachahmer gefunden. Aber auch durchaus kritische Resonanz in seinem Heimatort bekommen: Nicht jeder findet das Projekt gut. Aber Fleischmann lässt sich nicht bremsen. Er hat inzwischen 76 Naturfreunde für seine Aktion begeistern können. Seine Wiesen-Paten kommen keineswegs nur aus der Umgebung - sondern auch aus Stuttgart, Frankfurt, Memmingen und Hamburg. Jeder von ihnen zahlt ihm 50 Euro pro Jahr, festgeschrieben für fünf Jahre, dafür, dass Fleischmann 200 Quadratmeter intensiv bewirtschaftete Ackerfläche, auf der zuletzt Weizen wuchs, in einer Blühwiese umwandelt. Darüber hinaus bekommt er keinerlei Förderung, wie er ausdrücklich betont.

Mitte Mai Paten-Treffen

Landwirt Herbert Fleischmann (rechts) und sein Sohn Markus haben in Winbuch ein ungewöhnliches Projekt gestartet: Sie verwandeln einen Acker in eine Blühfläche.

Die Aussaat ist inzwischen erledigt. Jetzt fehlt nur noch Regen. Und die Eisheiligen sollten nicht zu frostig ausfallen. Dann kann man auf der jetzt noch kahlen Fläche in vier Wochen schon das erste Grün sprießen sehen. "Das geht relativ schnell, wenn der Regen kommt", sagt Fleischmann. Seine Paten möchte er Mitte Mai zu einem Treffen nach Winbuch einladen: Auch wenn dann noch nichts blühen wird, will er ihnen "ihr" Feld zeigen, ihnen alles erklären - und ihnen Kaffee und Honigbrot servieren. Den Honig gibt's künftig dann auch von der Blühwiese, von den Bienen seines Bruders.

Hintergrund:

Mitmachen ist noch möglich

Herbert Fleischmann könnte noch weitere Paten in sein Projekt aufnehmen. Auch wenn er, weil es anders nicht geht, jetzt schon die ganze Fläche angesät hat, können weitere Interessenten auch jetzt noch einen Anteil sponsern: Sie zahlen 50 Euro pro Jahr, festgeschrieben für fünf Jahre, für 200 Quadratmeter Blühwiese in Winbuch. Wer sich dafür interessiert, kann sich direkt an Herbert Fleischmann (0151/59 481 541) wenden.

Die Vorgeschichte

Winbuch bei Schmidmühlen

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