06.08.2019 - 18:04 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Kater Felix, der Herr im Haus

Der Kater meiner Großmutter ist nicht mehr der Jüngste. Während er früher nächtelang unterwegs war, schläft er heute lieber. Hühnchen ist seine Leibspeise. Und er weiß genau, wie er die bekommt.

Kater Felix überlegt, was er als nächstes vor hat: Hühnchen oder doch lieber ein bisschen dösen?
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

"Heute hat er mich schon um halb fünf aufgeweckt", klagt Oma. Dann lächelt sie gütig: "Naja, er hatte auch nix mehr im Schüsserl." Die Rede ist von Kater Felix, dem unbestrittenen Herrn im Haus. Felix weiß, was er will, wann er es will und wie er bekommt, was er will: "Jeden Morgen schmeiss' ich sein Dosenfutter weg. Der frisst nur noch Gockerlfleisch. Verwöhnt ist er ja schon."

"Miiiiaaaauuuuu", maunzt der schwarzhaarige alte Herr vom Küchenfenster aus. "Jetzt will er schon wieder raus aufs Fensterbrett. Nein Felix, das geht jetzt nicht. Das ist doch viel zu heiß." - "Ma!" - "Nein!" - "Mauuuu" - "Ach Felix". Ich stehe auf, schiebe ihn sanft zur Seite und öffne das Fenster. Verdutzt bleibt er auf halber Strecke stehen und blickt nach draußen. Bienen surren und Wind weht durch die Blätter des Apfelbaums. Ja, das mag er. Trotzdem hüpft er zurück auf den Küchenboden. Erhobenen Hauptes und ohne uns eines Blickes zu würdigen schreitet er durch die Türe in den Gang und verschwindet Richtung Keller. Ich schließe das Fenster. Meine Oma grinst: "So ein Depp."

Felix hört schlecht, glauben wir. Sein ergrautes Fell ist struppig und ein bisschen verfilzt. "Der lässt sich ja nicht bürsten, der feine Herr." "Moaaauuuuu", dröhnt es aus dem Keller. Wir ignorieren das Maunzen, schließlich sind uns seine Marotten nicht neu. "Er kündigt sich an", sagt Oma. Zwei Minuten später stolziert er in die Küche und tappt zielstrebig zu seiner leeren Schüssel. "Miau." Schnurrend springt er auf Omas Schoß und drückt seinen Kopf in ihre Hand: "Rrrrrrrr". Wie alt Felix genau ist, wissen wir nicht. Als er damals bei Oma einzog, weil sich sein ehemaliges Herrchen nicht mehr um ihn kümmern konnte, war er geschätzt sechs Jahre alt. Demnach müsste er jetzt 20 sein.

Früher brachte er gerne Geschenke von seinen Spritztouren aus der Nachbarschaft mit. Stolz präsentierte er Fische, Vögel und Mäuse. Das hat er mittlerweile aufgegeben. Auch seine Streitigkeiten mit der ein oder anderen Nachbarkatze hat er beigelegt. Während sie früher noch jeden Zentimeter Revier ausgefochten haben, ignorieren sie sich nun. Felix schläft lieber, am liebsten an einem schattigen Plätzchen im Gebüsch im Garten oder auf dem Schoß von Oma.

"Miau", ruft er vom Wohnzimmer aus. Übersetzt heißt das: "Oma, komm." Oma seufzt. Felix steht auf dem Wohnzimmertisch und wiederholt seine Forderung, nun in Dialekt: "Mouuu". "Felix, Schluss jetzt", ruft Oma und zwinkert mir zu. "Später." Schon trottet er in die Küche und stellt sich ihr in den Weg. "Felix, geh weg. Irgendwann steig ich noch auf dich drauf." - "Rrrrrrrr."

Oma beim Kater kraulen: So fühlt sich Felix am Wohlsten - eingekuschelt in seine Decke auf dem Schoß von Oma.
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