07.06.2021 - 11:41 Uhr
WindischeschenbachOberpfalz

Retter im Einsatz behindert: Betrunkener klettert in Feuerwehrauto

Probleme mit Gaffern oder Zeitgenossen, die sich bemüßigt fühlen, Rettungskräfte zu behindern oder gar anzugreifen, haben etliche Feuerwehrleute schon erlebt. Eine neue Spielart dieser Unsitte lernten die Windischeschenbacher nun kennen.

In und an einem Feuerwehrfahrzeug haben nur Einsatzkräfte etwas verloren. An so einem ähnlichen Fahrzeug der Windischeschenbacher Floriansjünger machte sich aber am Sonntag eine Gruppe Betrunkener zu schaffen.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Ein bisschen herrscht am Sonntagnachmittag Weltuntergangsstimmung rund um Windischeschenbach. Es will einfach nicht zu regnen aufhören. Die Feuerwehr hat zusammen mit dem THW Einiges zu tun, Keller auszupumpen, beziehungsweise mit Sandsäcken vor dem bedrohlich angeschwollenen Stadtbach zu schützen. Jede verfügbare Hand wird gebraucht.

Als ob das nicht ausreicht, erhält Kommandant André Stessmann gegen 17 Uhr noch einen Funkspruch. Die Kameraden an der Einsatzstelle Neustädter Straße/Stadlmanngasse hätten Probleme mit einer "bewusstlosen Person". Stessmann eilt sofort mit dem Erste-Hilfe-Koffer an den Ort des Geschehens. Er fürchtet, einer aus seiner Truppe sei in eine Notlage geraten.

Doch vor Ort stellt sich die Situation anders dar. Feuerwehrleute sind in eine hitzige Debatte mit drei jungen Männern verstrickt, von denen einer, der vermeintlich Bewusstlose, mitten auf dem Bürgersteig seinen Rausch ausschläft, den er sich dem Vernehmen nach beim vorausgehenden Zoiglbesuch zugelegt hat.

Stessmann erfährt, dass einer aus der Gruppe zuvor im alkoholbedingten Übermut das Feuerwehrauto bestiegen hat und sich lange weigerte, wieder auszusteigen. "War bloß Spaß", lieferte das Trio sinngemäß die Begründung. Stessmann und seinen Kameraden ist jedoch nicht nach solchen Scherzen zumute, schließlich wissen sie gerade nicht, wo sie zuerst anpacken sollen.

"Deswegen wollte ich auch eine Anzeige", gibt sich der Kommandant unversöhnlich. Die hinzugezogenen Beamten machen jedoch darauf aufmerksam, dass dies nicht möglich sei. Betrunken in ein Einsatzfahrzeug zu klettern, sei noch keine Straftat. Dazu müssten die Zecher schon etwas klauen oder beschädigen. Also belassen es die Polizisten bei einer intensiven Belehrung. Die drei waren vielen der Anwesenden bereits bekannt, "weil sie in der Stadt nicht als die Bravsten gelten", wie es Stessmann formuliert".

Ein Kamerad drückt es volkstümlicher aus: "Die Menschheit wird immer blöder."

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