12.11.2020 - 17:12 Uhr
WinklarnOberpfalz

Auch der Eixendorfer Stausee profitiert davon

Die Sanierung der Kläranlage Muschenried macht nicht nur die Wasserversorgung des Marktes Winklarn fit: Sie hilft, den Nährstoffeintrag im Eixendorfer Stausee zu reduzieren.

Bürgermeisterin Sonja Meier und Zweiter Bürgermeister Markus Fichtinger (links) freuten sich über den Bescheid, den der Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Weiden, Mathias Rosenmüller, überbrachte.
von Externer BeitragProfil

Die Kläranlage der Ortsteile Muschenried und Haag des Marktes Winklarn ist in die Jahre gekommen. Um wieder dem aktuellen Stand der Technik zu entsprechen, sind umfangreiche Sanierungsmaßnahmen geplant. Bei einem Ortstermin wurden die Details erörtert und der Zuwendungsbescheid überreicht.

Laut einer Pressemitteilung werden bei der Sanierung die bisher verwendeten beweglichen Scheibentauchkörper durch eine Festbett-Konstruktion ersetzt. Zudem steht die Erneuerung der Elektrotechnik, die Erweiterung des Nachklärteiches und die Errichtung einer Phosphatfällung auf dem Programm.

660 000 Euro

Die Baukosten betragen rund 660.000 Euro. Mit diesen zahlreichen Verbesserungen leistet der Markt Winklarn einen deutlichen Beitrag für den Rötzbach zur Erreichung des nach der EU-Wasserrahmenrichtlinie geforderten guten ökologischen Zustandes.

Behördenleiter Mathias Rosenmüller überreichte nun Bürgermeisterin Sonja Meier und Zweitem Bürgermeister Markus Fichtinger den Zuwendungsbescheid des Wasserwirtschaftsamtes Weiden.

Alternativangebot nicht zukunftsweisend

Winklarn

Damit stellt der Freistaat Bayern Fördermittel in Höhe von 250 Euro pro Einwohner in Aussicht. Die Sanierungsförderung nach RZWas ist gerade für ländlich geprägten Kommunen wichtig, um die Funktionsfähigkeit der Infrastruktur der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung zu erhalten und für die Zukunft fit zu machen. Bürgermeisterin Meier freut sich sehr über die gute Zusammenarbeit zwischen dem Wasserwirtschaftsamt Weiden, dem Ingenieurbüro Zwick aus Weiden und der Verwaltungsgemeinschaft Oberviechtach. Sie bedankte sich im Namen des Marktes Winklarn und persönlich bei Behördenleiter Rosenmüller, der den Zuwendungsbescheid aushändigte.

Auswirkungen auf Stausee

Die Sanierung der Kläranlage in Muschenried dient jedoch nicht nur unmittelbar dem Rötzbach. Das gereinigte Abwasser der Kläranlage Muschenried gelangt über den Rötzbach und die Schwarzach in den Eixendorfer See. Der für die dort häufig auftretende Algenblüte hauptverantwortliche Nährstoffeintrag aus dem über 400 Quadratkilometer großen Einzugsgebiet ist neben Einträgen aus landwirtschaftlichen Flächen auch durch Phosphat aus Kläranlagen verursacht. Die Sanierung der Kläranlage Muschenried beinhaltet deshalb eine Phosphatfällung. Damit werden jährlich rund 25 Kilogramm Phosphat, also in etwa ein halber Zentner, aus dem Abwasser herausgefiltert und gelangen so gar nicht erst in den Eixendorfer See.

Nachhaltiges Engagement

Die Muschenrieder und Haager Bürger leisten somit ihren Beitrag zur Verringerung der Nährstofffrachten und zur Reduzierung der Eutrophierungsgefahr (Algenblüten) für den Stausee. Auch wenn diese Maßnahme nur einer der vielen Mosaiksteine bei der äußerst schwierigen Aufgabe der Seesanierung des Eixendorfer Sees ist, zeigt sie dennoch, dass jeder mit einer Vielzahl an kleinen Verbesserungen sein Scherflein dazu beitragen kann. Das Wasserwirtschaftsamt Weiden bedankte sich bei Sonja Meier und Markus Fichtinger, stellvertretend für den Markt Winklarn und seine Bürger, für dieses nachhaltige Engagement im Gewässerschutz.

Hintergrund:

Die Härtefallschwelle

Der Freistaat Bayern fördert, sofern bestimmte Voraussetzungen vorliegen, nach den Richtlinien für Zuwendungen zu wasserwirtschaftlichen Vorhaben (RZWas) Vorhaben zur Sanierung von Anlagen der öffentlichen Wasserversorgung und Abwasserentsorgung. Bei der Sanierung der Kläranlage Muschenried ist die sogenannte „Härtefallschwelle“ überschritten, was eine staatliche Unterstützung ermöglicht.

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