18.06.2018 - 17:40 Uhr

Im Zeichen des (Roten) Kreuzes

In Nabburg hat das „Rotkreuz-Museum Ostbayern“ kürzlich Räume bezogen. Martina und Gerhard Hofbauer kümmern sich leidenschaftlich um ihre umfangreiche Sammlung.

Gerhard und Martina Hofbauer haben das Museum aufgebaut. Hier zeigen sie den Suchdienst des Roten Kreuzes. Harald Mohr
Gerhard und Martina Hofbauer haben das Museum aufgebaut. Hier zeigen sie den Suchdienst des Roten Kreuzes.

Bei Gerhard und Martina Hofbauer aus Regenstauf dreht sich alles um das Rote Kreuz. Das Paar lernte sich sogar einst bei einem Erste-Hilfe-Kurs kennen. Schon seit über 30 Jahren sammeln der 58-jährige ehemalige Krankenpfleger und die 57-jährige Metzgerei-Verkäuferin alles, was mit dem DRK zusammenhängt.

Aus den Räumen in Regenstauf musste die Sammlung ausziehen, doch sie fand ein neues Zuhause: im Gesundheitszentrum des BRK (das ehemalige Kreiskrankenhaus) in Nabburg. Seit einigen Wochen ist dort das „Rotkreuz-Museum Ostbayern“ eingerichtet. Es ist eines von 15 Rotkreuzmuseen in ganz Deutschland und eines von vier in Bayern (neben Nürnberg, München und Hofheim). Im Jahr 1998 haben die Hofbauers einen Förderverein für ein solches Museum gegründet, im Jahr darauf bezog man erstmals Räume in Regenstauf. Nach einem Umzug innerhalb der Stadt musste man voriges Jahr auch dort wieder ausziehen und fand eine vorübergehende Bleibe im alten Schwesterwohnheim des ehemaligen Kreiskrankenhauses Nabburg.

Doch die nötige Sanierung war zu teuer. Aber gleich nebenan steht aber ein erst vor wenigen Jahren komplett saniertes Gebäude, nämlich das frühere Kreiskrankenhaus selbst, das heute über einem Umweg als private Klinik als Ärzte- und Gesundheitszentrum sowie als Seniorenheim genutzt wird. Im zweiten Stock war immer noch genügend Platz, um das Rotkreuz-Museum unterzubringen.

Nun ja, nicht ganz. Der Dachboden des Gebäudes sowie ein großer Kellerraum dienen als Museums-Archiv. Aber das sei ja schließlich normal für ein Museum, findet Gerhard Hofbauer, dass man nicht alles gleichzeitig ausstellen könne und ein großer Teil der Exponate im Archiv liege. Durch seine guten Kontakte zum BRK gelang es ihm, etliche Dinge zu retten. „Außerdem gab es keinen Flohmarkt ohne mich.“ Nachdem die Archive schon wieder randvoll sind und auch noch in weiterer Raum in Regenstauf benötigt wurde, lässt er das Sammeln auf Flohmärkten inzwischen sein.

Die Räume des Museums sind nach Themen aufgeteilt. „Der Suchdienst ist sein Steckenpferde“, erklärt Martina Hofbauer. Ein ganzer Raum ist diesem Thema gewidmet. Die komplette Sammlung der Suchanfragen nach dem Zweiten Weltkrieg bewahrte Gerhard Hofbauer auf. Jeder vermisste Soldat ist darin aufgeführt. Dank gespendeter Schaufensterpuppen wurden einzelne Szenen realitätsgetreu nachgebaut, etwa eine Krankenschwester, die Essen verteilt.

Eine Botschaft der Ausstellung ist, dass das Rote Kreuz schon Mitte des 20. Jahrhunderts gesundheitliche Aufklärung an Schulen betrieb und auch die häusliche Pflege weitgehend in den Händen des Roten Kreuzes lag.

Erstaunlich ist auch, wie funktional schon früh Geräte wie Krankentragen und wie vielseitig die Dienstleistungen waren. „Die haben sogar Gräber gepflegt“, erklärt Gerhard Hofbauer. Das Museum ist geöffnet jeden ersten und dritten Sonntag im Monat sowie jeden zweiten und vierten Dienstag im Monat jeweils von 14 bis 17 Uhr oder nach Vereinbarung (Telefon 09402/4405, E-Mail GHofbauer[at]t-online[dot]de).

Der Eintritt ist frei, Spenden sind erbeten.

Info:

Die Gründung

Im Jahr 1859 wurde der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant zufällig Zeuge der Schlacht von Solferino und der unzureichenden medizinischen Versorgung der verwundeten Soldaten.

Zurück in seiner Heimatstadt Genf gründete Dunant die erste Hilfsorganisation der Welt. Das war der Anfang der Rotkreuz-Bewegung. Einen eindrucksvollen Film über die Geschichte des Roten Kreuzes finden Interessierte auf www.drk.de. (moh)

Mit einer Akia, einem Wannenschlitten, half die Bergwacht des Roten Kreuzes schön früh verunglückten Bergsteigern. Harald Mohr
Mit einer Akia, einem Wannenschlitten, half die Bergwacht des Roten Kreuzes schön früh verunglückten Bergsteigern.
Mit Schaufensterpuppen stellt das Museum Szenen dar wie hier den Katastrophenschutz des Roten Kreuzes. Harald Mohr
Mit Schaufensterpuppen stellt das Museum Szenen dar wie hier den Katastrophenschutz des Roten Kreuzes.
Schon früh waren Geräte wie Krankentragen sehr funktional. Harald Mohr
Schon früh waren Geräte wie Krankentragen sehr funktional.
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