22.02.2021 - 19:00 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab: Bestzeit das i-Tüpfelchen auf der Titelverteidigung

Diesen Artikel lesen Sie mit
Alle Informationen zu OnetzPlus

Meistertitel, Bestzeit und die Qualifikation zur Hallen-EM in Polen: Für Corinna Schwab hat sich der Ausflug nach Dortmund gelohnt. Und sie denkt schon an den nächsten Ausflug. Ein Interview mit der Deutschen Meisterin über 400 Meter.

Bereits im Halbfinale am Samstag lief Corinna Schwab die schnellste Zeit.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

ONETZ: Sie sind am Samstag die beste Zeit der Halbfinals gelaufen. Waren Sie da schon sicher, dass Sie am Sonntag erneut den Titel holen?

Corinna Schwab: Nein, man weiß trotzdem nicht, was passiert. Ich war gut drauf, das stimmt.

ONETZ: Sie sind als Titelverteidigerin gestartet und haben erneut gewonnen, in persönlicher Bestzeit. Ist dies das Ergebnis einer kontinuierlichen Steigerung?

Corinna Schwab: Es ist nicht selbstverständlich, einen Titel zu verteidigen. Die anderen Mädchen waren auch sehr stark. Es kann viel passieren, man kann stolpern zum Beispiel. Mir ging es in erster Linie darum, zu gewinnen. Ich hatte auch ein paar Probleme mit der Rundbahn in Dortmund. Die Zeit war zunächst zweitrangig. Dass es trotzdem geklappt hat, ist das i-Tüpfelchen drauf.

ONETZ: Was hatten Sie für Probleme?

Corinna Schwab: Die Bahn ist neu gebaut worden, ich bin vorher noch nie darauf gerannt. Sie wurde auch verschmälert, es waren sehr schmale Bahnen. Es gab ein paar Löcher in der Bahn, das sind so Kleinigkeiten, die den Laufrhythmus stören.

ONETZ: Wie schmal war die Bahn? Hat Sie das sehr gestört?

Corinna Schwab: Wie schmal sie genau war, weiß ich nicht. Die Mindestbreite eben. Aber man ist in einem Tunnel drin beim Laufen, da habe ich dann die Bahnbreite auch nicht mehr gemerkt.

ONETZ: Wie ist das, unter Corona-Bedingungen bei einer Deutschen Meisterschaft zu laufen? Ohne Zuschauer?

Corinna Schwab: Das ist schon ein anderes Gefühl. Man vermisst die Zuschauer, die das Flair einer solchen Veranstaltung ausmachen. Aber wir sind dankbar, dass wir Meisterschaften laufen dürfen. Da nehmen wir diese Umstände gerne in Kauf. Es ist so, wie es ist, das muss man annehmen und das Beste daraus machen.

ONETZ: Was mussten Sie und die anderen Athleten alles beachten?

Corinna Schwab: Im Vorfeld mussten wir einen negativen PCR-Test vorweisen. Bei der Ankunft in der Halle gab es drei Zelte. Einmal für einen Corona-Schnelltest, in den Rachen und in die Nase. Dann musste ich im Auto warten. Bei mir hat das rund 20 Minuten gedauert.

ONETZ: Wie ging es dann weiter?

Corinna Schwab: Als klar war, dass der Schnelltest negativ war, durfte ich ins nächste Zelt. Da musste ich die negativen Tests vorweisen, das Hygienekonzept abgeben und unterschreiben. Dann gab es noch eine dritte Station, wo man diverse Unterlagen abholen konnte, bis man in der Halle drin war.

ONETZ: Haben Sie vorher gewusst, was Sie da im Vorfeld erwartet?

Corinna Schwab: Ja, wir haben darüber geredet. Es war alles online, wie und wo getestet wird. Das war auch gut so, damit niemand in Stress geriet oder sogar in Panik. Wir wussten in etwa, wie das alles abläuft.

ONETZ: War das nur einmal notwendig? Oder an beiden Tagen?

Corinna Schwab: Das war an beiden Tagen so. Jedes Mal der gleiche Ablauf. In der Halle waren sehr wenig Leute. Auch sehr wenig Betreuer. Wer nicht in seiner Disziplin dran war, wurde quasi ausgelagert. Wer keinen Sport machte, musste eine FFP2-Maske tragen. Die Betreuer hatten sogar den ganzen Tag die Masken auf. Da wurde sehr darauf geachtet.

ONETZ: Was war in den Wettbewerben anders?

Corinna Schwab: Die Staffelläufe sind weggefallen auch die 200 Meter der Männer und Frauen. Sonst war alles im Angebot. Es waren aber einfach viel weniger Leute in der Halle als sonst.

ONETZ: Wie war die Siegerehrung?

Corinna Schwab: Es gab wieder keine. Leider. Man konnte auf einem Tisch die Urkunde und die Medaille abholen.

ONETZ: Ist das nicht frustrierend?

Corinna Schwab: Ja, das ist schade. Es ist ein emotionaler Moment, der einem da genommen wird. Aber muss es eben akzeptieren.

ONETZ: Der Ausflug nach Dortmund hat sich gelohnt. Der nächste geht Anfang März nach Polen, zur Hallen-Europameisterschaft.

Corinna Schwab: Ja, da freue ich mich schon sehr darauf. Das ist mein erster Einzelstart bei den Aktiven.

Corinna Schwab will ihren Titel über 400 Meter verteidigen

Amberg
Hintergrund:

Corinna Schwab: Nationale Erfolge

  • Geboren am 5. April 1999 in Schwandorf
  • 2014: Deutsche U16-Meisterin (300m Hürden)
  • 2015: Deutsche U18-Meisterin (400m Hürden)
  • 2016: Deutsche U20-Vizehallenmeisterin (400m)
  • 2017: Deutsche U20-Meisterin (400m), Deutsche U20-Vizehallenmeisterin (400m)
  • 2018: Deutsche U20-Hallenmeisterin (400m), 3. Platz Deutsche Meisterschaften (400m)
  • 2019: Deutsche U23-Vizemeisterin (200m)
  • 2020: Deutsche Meisterin (400m), Deutsche Hallenmeisterin (400m), Deutsche Hallenvizemeisterin (4x 200m)
  • 2021: Deutsche Hallenmeisterin (400m)
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.