01.08.2021 - 15:40 Uhr
AmbergSport

Corinna Schwab stürzt im Staffelfinale: Disqualifikation und letzter Platz

Bei der olympischen Premiere in Tokio durchläuft die deutsche 4x400-Meter-Mixed-Staffel ein Wechselbad der Gefühle – aber ohne Happy End. Im Gegenteil.

Corinna Schwab (hinten links) und Stacey Ann Williams (links) aus Jamaika stürzen während des 4x400m-Staffel-Mixed-Finales.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Die Geschichte der deutschen 4x400-Meter-Mixed-Stafel bei der olympischen Premiere in Tokio geriet zu einem einzigen Drama: Erst im Vorlauf am Freitag fürs Finale qualifiziert, Stunden später doch nicht, weil eine Jury zwei Disqualifikationen zurücknahm, dann doch noch die Starterlaubnis - knapp drei Stunden vor dem Rennen am Samstag. Im Finale dann der Sturz von Corinna Schwab beim zweiten Wechsel - und damit verbunden die Disqualifikation und der letzte Platz. "Das ist gerade schwer in Worte zu fassen. Gefühlt hatte Nadine den Stab schon. Die Jamaikanerin ist mir von hinten in die Beine geraten. Ich bin irgendwie gestolpert und gefallen und hatte keine Chance mehr, den Stab vernünftig zu übergeben", war Schwab völlig frustriert nach dem verpatzten Rennen.

Das DLV-Quartett hatte nach einer schier ewig währenden Diskussion bangen müssen, ob es im Finale dabei ist. Die Staffel der USA war wegen eines Wechselfehlers disqualifiziert worden - der Stab wurde außerhalb der Wechselzone übergeben, und eine Läuferin der Dominikanischen Republik hatte sich falsch positioniert. Nach Protesten der USA nahm die Jury ihre Entscheidung zurück - und die deutsche Staffel wäre draußen gewesen. "Wir hatten echt harte 24 Stunden. Und sind vielleicht ohnehin ein bisschen angeschlagen in das Rennen gegangen. Wir alle normal eingeschlafen mit dem Gedanken, dass wir weiter sind. Dann sind wir aufgewacht und haben aufs Handy geschaut und hatten tausend Nachrichten, dass es doch nicht geklappt hat. Das war ziemlich bitter, wir wussten gar nicht, was passiert war," erklärte Manuel Sanders, der deutsche Schlussläufer.

Der Bundestrainer hatte gegen den Jury-Spruch Protest eingelegt, und der war erfolgreich: Gegen 11 Uhr am Samstag stand fest, das deutsche Quartett ist als neuntes Team für den Endlauf zugelassen. Start war um 14.35 Uhr. Weiteres Handicap für die Auswahl: Nadine Gonska (Mannheim) war kurzfristig ins DLV-Aufgebot gerückt, weil Ruth Sophia Spelmeyer-Preuß (VfL Oldenburg), die etatmäßige Läuferin, wegen einer Muskelverhärtung im Oberschenkel passen musste. Und exakt beim Wechsel von Corinna Schwab auf Nadine Gonska passierte das Unglück: Der Sturz von Schwab und der mitbeteiligten Jamaikanerin, das Staffelholz fiel zu Boden und Gonska musste es aufheben und erst dann mit rund 20 Sekunden Verspätung weiterlaufen.

An der Spitze war die Entscheidung der Olympia-Premiere der Mixed-Staffel ein spannendes Rennen mit dem besten Ende für Polen. Kajetan Duszynski hatte auf der Zielgeraden die besten Reserven, als ein Quartett um Gold kämpfte. Der 26-Jährige trug das Staffelholz nach 3:09,87 Minuten als Erster durchs Ziel. Nur eine Hundertstel lag zwischen der Dominikanischen Republik (3:10,21) auf Rang zwei und den USA (3:10,22) auf Rang drei.

"Wir haben bei Null angefangen und waren vor anderthalb Monaten noch nicht mal qualifiziert. Jetzt haben wir’s gestern ins Finale geschafft. Klar ist das jetzt bitter. Aber wenn wir jetzt ein, zwei Tage Ruhe haben und ein bisschen runterkommen, dann realisieren wir auch, dass wir zu den neun besten – eigentlich offiziell für uns sogar acht oder sieben besten Nationen der Welt gehören", zog Sanders noch ein positives Resümee – trotz des Dramas.

Hiobsbotschaft am Abend: Corinna Schwab und Mixed-Staffel doch nicht im Finale

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