13.01.2021 - 16:20 Uhr
AmbergSport

Im Corona-Jahr: Nur 30 Euro Einnahmen aus einem Fußballspiel

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Jede Menge Ausgaben – aber so gut wie keine Einnahmen durch den Fußballbetrieb. Der TuS/WE Hirschau kämpft sich wie viele Vereine durch Corona – ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Sportpark Hirschau
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Das ist schon krass: Rund 15 000 Euro an Unterhaltskosten fallen jährlich für den Fußballbereich im Sportpark Hirschau an. Im Corona-Jahr 2020 hielten sich aber die Einnahmen durch Fußballspiele in Grenzen: "Wir hatten nur ein Heimspiel, das hat uns rund 100 Euro eingebracht", erklärt der 2. Vorsitzender des TuS/WE Hirschau, Rudolf Wild. In der Kreisliga Nord war im Oktober 2020 der TSV Erbendorf der einzige Gast. 100 Euro an Einnahmen flossen in die Kasse. Aber: "70 Euro hatten wir an Schiedsrichterkosten, das heißt, es blieben 30 Euro übrig."

"Was willst du da machen?"

Die Verbandsbeiträge mussten entrichtet werden, obwohl kaum Spielbetrieb möglich war: 1400 Euro an den Bayerischen Landessportverband (BLSV) und rund 600 Euro an den Bayerischen Fußball-Verband (BFV), die "Ligagebühren", wie Wild erläutert. "Was willst du da machen? Der Verband braucht vermutlich auch das Geld. Das ist zwar hart, aber man muss das akzeptieren."

Viele Ausgaben, aber wenig Einnahmen - wie kommt ein Verein da über die Runden? "Ohne die Hilfe der Stadt Hirschau, die Unterstützung der Sponsoren und des Förderkreises hätten wir wegen Corona ein Darlehen aufnehmen müssen", erklärt Wild.

Sponsoren sind treu

Die Einnahmen aus dem Spielbetrieb machen nur einen kleinen Teil der Einnahmen aus, ohne Sponsoren sei Fußball in dieser Form nicht möglich. "Bei uns ist keiner abgesprungen. Sie halten uns die Treue, obwohl der Werbeeffekt nichts gebracht hat", sagt Wild. Denn die Firmen haben weiterhin im Stadion für ihre Werbetafeln bezahlt. "Das ist überragend", sagt Wild.

Der Förderkreis des TuS/WE besteht aus 34 Personen, die Familie Weih sei maßgeblich beteiligt. "Von diesem Kreis bekommen wir rund 2100 Euro pro Jahr an Spenden, vorwiegend für die Jugend."

Eine einzige Fußballpartie der Herren - aber die drei Plätze im Sportpark mussten trotzdem in Schuss gehalten werden. Denn dafür seien die meisten Ausgaben notwendig. Laut Wild das Aerifizieren, Vertikutieren und Düngen der Rasenflächen der drei Fußballfelder.

"Beim Aerifizieren wird der Rasen mit einer Stachelwalze aufgelockert, dann kommt Sand rein, damit der Humus durchlässiger und das Rasenwachstum besser wird", erklärt Wild. Arbeitskosten und Materialkosten seien es vorwiegend. 2020 wurde eigens ein Sitzrasenmäher gekauft, zuvor wurde dieser immer gemietet. "Das war uns aber auf Dauer zu teuer", sagt Wild.

Mit Spezialgeräten

Für den Maschinenring waren 2020 alleine fast 3000 Euro fällig, der diese Aufgaben übernahm. "Da braucht man Spezialgeräte, und die haben wir nicht", erklärt Wild. Die Wasserkosten für die Plätze und das Equipment dafür seien ebenfalls nicht zu unterschätzen.

Der TuS/WE verfüge über eine Beregnungsanlage, bei der im vergangenen Jahr rund 1600 Euro fällig waren, weil einige Teile von dieser defekt waren und neu beschafft werden mussten.

Ohne die Hilfe der zahlreichen ehrenamtlichen Mitarbeiter, die jedes Jahr aktiv werden und zum Beispiel Büsche ausschneiden und auf dem Gelände etliche andere Tätigkeiten ausüben, wären die Unterhaltskosten deutlich höher.

"Ohne die Hilfe der Stadt Hirschau, die Unterstützung der Sponsoren und des Förderkreises hätten wir wegen Corona ein Darlehen aufnehmen müssen."

Rudolf Wild, 2. Vorsitzender des TuS/WE HIrschau

Rudolf Wild, 2. Vorsitzender des TuS/WE HIrschau

Trainer verzichteten

"Ich muss auch ein Lob an unsere Übungsleiter aussprechen. Martin Schuster bis zum Sommer, Tobias Heindl und Dominik Dontschenko haben auf ihre Pauschale größtenteils verzichtet," sagt Wild. Denn auch Einnahmen aus weiteren Bereichen wie Sommerfeste und Weihnachtsmarkt, bei denen TuS/WE-Mitglieder aktiv waren, fielen weg.

Heizung auf Minimum

Jetzt im Winter läuft die Heizung im Gebäude des Sportparks auf Minimum, damit nichts einfriert und die Räume nicht auskühlen - das Sportheim ist wie alle Gaststätten seit Beginn des zweiten Lockdowns geschlossen. Unter der Dachorganisation des Sportparks, die Sportpark GbR, befinden sich zu gleichen Teilen die Vereine TuS Hirschau, die Diana-Schützen und der TuS/WE Hirschau.

350 Mitglieder

Letzterer hat rund 350 Mitglieder und kann im Fußballbereich alle Altersklassen besetzen – mit der Einschränkung, dass dies nur in Spielgemeinschaften möglich ist. Kooperationen gibt es mit der DJK Ehenfeld, dem TuS Schnaittenbach, dem SV Kohlberg und dem SV Kemnath am Buchberg. Sechs Jugendmannschaften und zwei Herrenmannschaften sind im Einsatz.

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