30.11.2020 - 17:05 Uhr
AmbergSport

Elf Fragen an Friedrich Lieder (ASV Cham)

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FC Amberg, SpVgg Weiden, DJK Ammerthal – der Mittelfeldspieler war bei diesen Vereinen der Region schon aktiv. Er erzählt, warum er Pepe oder Sergio Ramos öfters die Rote Karte geben würde. Und warum er bei Auswärtsfahrten im Koran liest.

Corona hat auch gute Seiten: Friedrich Lieder kann endlich am Samstag gemütlich Fußball schauen.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Friedrich Lieder (30) kam 1993 im Alter von drei Jahren mit Eltern, Bruder und Schwester aus einem kleinen Dorf in Russland nach Amberg. Der "Zehner" des ASV Cham ist gelernter Versicherungskaufmann und arbeitet seit sieben Jahren in Amberg in einer Versicherungsagentur. Er ist verheiratet und seit fünf Monaten Vater einer Tochter – Amina. In seiner Fußballkarriere spielte Lieder bisher bei den Bayernligisten FC Amberg, der SpVgg Weiden, SpVgg Bayreuth (Regionalliga), DJK Ammerthal und aktuell beim ASV Cham in der Bayernliga.

ONETZ: 1. Warum sind Sie bei der Sportart Fußball gelandet und nicht beim Schach?

Friedrich Lieder: Mein älterer Bruder hat selbst Fußball gespielt, er hat mich damals, als ich sechs Jahre alt war, zum ESV Amberg mitgenommen. Er hat mich in diese Schiene gebracht.

ONETZ: 2. Gelbe Fußballschuhe sind für mich …

Friedrich Lieder: ... kein Problem. Ich hatte mal selber welche. Gelb ist nicht die schlimmste Farbe. Eher, wenn die Schuhe unterschiedliche Farben haben. Also wenn ein Schuh grün ist und der andere gelb, das passt überhaupt nicht.

ONETZ: 3. Ein Erlebnis in Ihrer Karriere, das Ihnen heute noch stinkt?

Friedrich Lieder: Ich habe einmal eine Rote Karte bekommen, meine einzige bisher. Da wurde ich absichtlich gefoult. Ich habe den Gegner ausgespielt, laufe an ihm vorbei, und er haut mich von hinten um. Im Reflex stehe ich auf und sage das böse "W-Wort" zu ihm. Der Schiri hat mir gleich die Rote Karte gezeigt. Ich habe aber nur ein Spiel Sperre bekommen, das Sportgericht hat eingesehen, dass eine längere Strafe zu hart gewesen wäre. Ich habe es ja im Affekt gesagt.

ONETZ: 4. Ihre Rückennummer ist die 9. Warum?

Friedrich Lieder: Die Mittelstürmernummer, ja. Die Zehn hat unser Kapitän, ein Verteidiger, der Franz-Xaver Brandl. Der will sie nicht abgeben. Jetzt laufe ich mit der Neun auf, aber das passt ganz gut. Denn bisher habe ich die meisten Tore bei uns geschossen, zehn sind es.

ONETZ: 5. Welche Fußballregel würden Sie abschaffen, welche fehlt?

Friedrich Lieder: Im Profibereich mit dem Videobeweis würde ich viel öfter Rote Karten für Straftaten verteilen, die der Schiedsrichter nicht sieht. Anspucken, hinten reinhacken, solche Geschichten. Das passiert leider viel zu oft. Das Gleiche gilt für Schwalben. Die Profis sind Vorbilder für die Kinder, diese sehen sowas im Fernsehen und machen das nach. Das will ich nicht akzeptieren. Wenn der Pepe (jetzt FC Porto, vorher Real Madrid, Anm. d. Red.) oder auch der Ramos (Real Madrid, Anm.d.Red.) in jedem Spiel die Rote Karte bekommen würden, dann würden sie schnell mit den dreckigen, versteckten Fouls aufhören.

ONETZ: 6. Haben Sie einen Spitznamen? Warum gerade diesen?

Friedrich Lieder: Ja, "Fritz". Das liegt daran, dass "Friedrich" auf dem Spielfeld einfach zu lang ist. Bis man diesen Namen ausgesprochen hat, ist der Ball schon längst weg.

ONETZ: 7. Was ist das Gesprächsthema im Auto bei einem Auswärtsspiel?

Friedrich Lieder: Eigentlich alles. Wir fahren immer mit dem Bus. Meine Mitspieler pokern gerne, und ich lese. Verschiedenes, und gelegentlich im Koran. Ich bin Moslem. Ich bin 2012 konvertiert. Ich glaube an Gott und glaube, dass diese Religion die richtige ist. Das war der Grund.

ONETZ: 8. An welches Spiel erinnern Sie sich heute noch gerne?

Friedrich Lieder: Das sind zwei. Das sind zwei Relegationsspiele. Einmal mit Cham vor zwei Jahren, ein historisches 8:1 gegen den ASV Vach. Da ging es um den Aufstieg in die Bayernliga. Ich habe selbst drei Tore geschossen, das bleibt mir immer im Gedächtnis. Und damals mit dem FC Amberg, als wir auch in die Bayernliga aufgestiegen sind. Bei Dergahspor Nürnberg. Wir haben damals die Landesliga übersprungen, mit Alberto Mendez als Trainer. Zuhause 2:2, und in Nürnberg haben wir sie mit 4:1 weggeschossen. Aber ob ich da ein Tor geschossen habe, daran erinnere ich mich komischerweise nicht mehr. Nur an die ganze Atmosphäre und die Stimmung.

ONETZ: 9. Zu welchem Gegner fahren Sie am liebsten?

Friedrich Lieder: Damals mit dem FC Amberg fand ich immer die Spiele gegen die DJK Ammerthal am besten, egal ob in Ammerthal oder in Amberg. Das waren Highlight-Spiele.

ONETZ: 10. Es ist wieder mal Corona-Lockdown. Gehen Sie Ihrer Frau schon auf die Nerven?

Friedrich Lieder: Das müsste man sie fragen, ich glaube aber, nicht. Dadurch, dass wir ein Kind bekommen haben, genießen wir es schon, dass ich zuhause bin. Das ist das Gute.

ONETZ: 11. Kein Spiel, kein Training während des Lockdowns. Was steht auf dem Samstagsprogramm?

Friedrich Lieder: Ich kann am Samstag endlich mal Fußball schauen. Premier League, Bundesliga. Einen Lieblingsverein habe ich nicht, ich bin eher Fan von guten Spielen. Wie Tottenham gegen Manchester City. Ich habe Sky und DAZN. Jetzt braucht man ja leider mehr Sender, um das alles zu sehen.

Elf Fragen an Matthias Götz (SpVgg SV Weiden)

Amberg

 

 

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