26.11.2020 - 09:25 Uhr
AmbergSport

Ex-Clubspieler Timo Rost erinnert sich an ein besonderes Derby zwischen dem 1. FC Nürnberg und der SpVgg Greuther Fürth

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1. FC Nürnberg gegen SpVgg Greuther Fürth - ein Fußballderby, das die Fans elektrisiert. Am kommenden Sonntag ist es wieder so weit. An ein ganz besonderes Duell 1996 erinnert sich Timo Rost - und das fand nicht im Frankenstadion statt.

Club-Trainer Willi Entenmann (rechts) wechselt den damals 18-jährigen Timo Rost (links) vor rund 45 000 Fans im DFB-Pokalspiel 1996 gegen die SpVgg Greuther Fürth ein.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Rückblick, Samstag, 31. August 1996: Das Frankenstadion füllt sich. Der Club, Sechster der Regionalliga Süd - damals die dritte Liga - erwartet den Ligakonkurrenten und Tabellenzweiten SpVgg Greuther Fürth. Exakt 44 181 Zuschauer wollen das DFB-Pokalspiel der beiden fränkischen Rivalen sehen. Mit dabei: Der junge Timo Rost, gerade 18 geworden, und seit seinem 15. Lebensjahr bei der Jugend des 1. FC Nürnberg - vorher beim 1. FC Amberg. Club-Trainer Willi Entenmann wechselt Rost in der 59. Minute ein. Spielstand 1:1, und die Fürther Führung hat ausgerechnet Markus Lotter, ebenfalls ein Ex-Amberger, erzielt.

"Immer Bambule"

"Gegen Fürth, das war immer ausverkauft. Da war immer Bambule, selbst in der 3. Liga. Der Zusammenhalt zwischen Mannschaft und Fans, das war Wahnsinn," beschreibt Timo Rost. Sein Auftritt als 18-Jähriger vor rund 45 000 Zuschauern verursacht Gänsehaut bei ihm - obwohl er bereits im deutschen Trikot in Berlin zwei Jahre zuvor gegen England vor 60 000 Besuchern gespielt hat. "Die Fans gehören ins Stadion, die sind das Salz in der Suppe. Das ist für jeden Spieler Motivation pur, das ist unbeschreiblich. Fußball ohne Fans, das ist wie ein Swimmingpool ohne Wasser!"

Eine "geile Zeit" damals, vor allem für ihn als junger Spieler, erinnert sich Rost. Bis zur C-Jugend spielt er beim 1. FC Amberg, wechselt zum Club, wird Juniorennationalspieler bis zur U21. "Mit 17 habe ich unter Hermann Gerland meinen ersten Profivertrag unterschrieben, das war so cool."

"Gejohlt und gelacht"

Weniger cool war das Ergebnis der Pokalpartie aus Club-Sicht: Gegen Fürth verliert Nürnberg mit 1:2. Aber ein anderes Duell geht an den Club: "Wir sind mit dem Bus vom Valznerweiher zum Frankenstadion gefahren. Als wir um die Ecke biegen, sehen wir auf der langen Geraden den Fürther Bus vor uns. Und wir alle: 'Ey, Bussi, gib Gas!' schreien wir zu unserem Fahrer. Der Fürther Bus darf nicht vor uns am Stadion sein. Dann hat unser Bussi Vollgas gegeben, und mit allem, was die Kiste hergab, haben wir die Fürther überholt. Wir haben gejohlt und gelacht, das kannst du dir nicht vorstellen", schwelgt Timo Rost in Erinnerungen: "Wenigstens haben wir das Busrennen gewonnen."

Mit Entenmann steigt der Club in der Saison 1996/97 als Meister in die 2. Bundesliga auf - Fürth wird Zweiter. "In der neuen Saison haben wir die ersten Spiele alle verloren", erinnert sich Timo Rost. Willi Entenmann muss gehen.

"Dann kam Felix Magath. Und wir haben - ich weiß nicht mehr wie viele Spiele - 1:0 gewonnen. Magath hat immer gesagt: Das ist das beste Ergebnis. Zu null, und ein Tor mehr schießen. Und dann steigen wir tatsächlich in die erste Liga auf, ein Wahnsinn."

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