05.07.2021 - 15:34 Uhr
AmbergSport

Geheimrezept hilft enorm bei der "Brünnthal Challenge 2"

Rund eine halbe Stunde schneller ist Rainer Steuerl bei der zweiten Auflage seines Privat-Triathlons im beschaulichen Brünnthal. Unter elf Stunden absolviert er die Ironman-Distanz - die Steigerung hat einen Grund.

Der Sieger der "Brünnthal Challenge 2": Rainer Steuerl wird beim Zieleinlauf von seinen Fans gefeiert.
von Gerd SpiesProfil

Eigentlich wollte ja Rainer Steuerl an diesem Sonntag beim berühmten Roth-Triathlon an den Start gehen. Doch dieser wurde wegen Corona verschoben. Da stellte der Kaminkehrer-Meister einfach in seinem Acht-Seelen-Dorf Brünnthal bei Kastl eine eigene Challenge auf die Beine - bereits zum zweiten Mal nach 2020.

Nicht ganz allein

Genau 10 Stunden, 42 Minuten und 39 Sekunden nach dem Start durchlief vergangenen Sonntag Rainer Steuerl das Ziel, direkt neben seinem Anwesen in Brünnthal. Rund eine halbe Stunde schneller als bei der ersten Auflage. Frenetisch gefeiert von seinen Anhängern und Freunden vom TuS Kastl, dem Fußballverein, bei dem der Triathlet jahrelang als Verteidiger kickte. "Ich hatte dieses Mal beim Laufen keine Magenprobleme. Da habe ich die Zeit gut gemacht", erklärte Steuerl. Nur wenige Minuten hinter kam sein Freund Lucas Bellmann, Sohn des ehemaligen Skilangläufers Uwe Bellmann, ins Ziel. Mit dabei bei dem Event auch der Sulzbacher Markus Legat. Er verzichtete aber auf den Marathon, schwamm nur die 3,8 km und fuhr die 180 km mit dem Fahrrad.

Auf dem Rad mit Prothesen

Die Radstrecke absolvierte auch Maximilian Schwarzhuber. Der Wolnzacher ist an beiden Beinen knieabwärts amputiert, fährt Fahrrad mit Prothesen. "Für mich waren die 180 km eine willkommene Trainingseinheit", sagte er. Schwarzhuber will am 17. Juli einen Alpencross mit 462 km am Stück absolvieren - mit dabei: Rainer Steuerl.

Was für Jan Frodeno, dem weltbesten Triathleten, die Gegenstromanlage ist, ist für Rainer Steuerl der 25 m-Pool aus Strohballen und Silo-Folie. Seit Anfang Mai steht das Becken hinter dem ehemaligen Kuhstall seines Anwesens. Gemeinsam mit seinem Vater Gert Steuerl und dem Nachbarn vom Bärenhof, von Beruf Zimmermann, in zwei Tagen aufgestellt, konnte er darin für die Challenge trainieren.

Um 6.30 Uhr sprang er an diesem Sonntagmorgen gemeinsam mit Lucas Bellmann und Markus Legat ins Becken, um die 125 Bahnen abzuspulen. Nach 1:48,47 Stunden schwang sich Steuerl auf sein Rennrad. 5 Stunden, 38 Minuten und 18 Sekunden brauchte er für die anschließenden 180 km, zwei Runden von je 90 km um den Truppenübungsplatz Hohenfels. "Uns feuerten in vielen Dörfern die Bewohner an. Wahnsinn, wie sich die Challenge rumgesprochen hat", schwärmte Steuerl nach dem Rennen. Die Marathonstrecke von 42,195 km war die dritte Disziplin. Sie absolvierte er in 3 Stunden, 45 Minuten und 34 Sekunden, bevor er dann quasi vor seiner Haustüre mit einer Sektdusche empfangen wurde.

Von einer Regendusche wurden die Extremsportler verschont. Sie ging über Kastl nieder, als sie mit dem Rennrad Richtung Hohenfels unterwegs waren.

Um die Challenge auch erfolgreich zu absolvieren, musste sie bis ins kleinste Detail vorbereitet sein. Noch kurz vor dem Zieleinlauf dekorierte Steuerls Schwester den Zieleinlauf. Zur Deckung des Flüssigkeitsbedarfs auf der Strecke waren in den Dörfern, die auf der Strecke liegen, Trinkflaschen deponiert.

Kartoffeln und Datteln

Um den berüchtigten Hungerast zu vermeiden, vertraute Steuerl seit der letzten Challenge auf ein ganz besonderes Geheimrezept, das auch während des Renntages bereitstand: "Gekochte Kartoffeln und mit Salz gefüllte Datteln", verriet er nach dem Rennen. Außerdem standen Chips für den Salzhaushalt und Plätzchen für den Zuckerhaushalt auf dem Speiseplan während des Rennens.

Den legendären Triathlon im mittelfränkischen Roth hat Rainer Steuerl bereits abgesagt. Sein großes Event, quasi vor der eigenen Haustür, hat er ja schon hinter.

Rainer Steuerl und sein Triathlon: "Brünnthal-Challenge 2" im neuen Pool

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