31.03.2021 - 18:02 Uhr
AmbergSport

Kein Wort zum Sport: Mustafa Sugle

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In unserer wöchentlichen Rubrik verrät der Vorsitzende des ERSC Amberg, welches außergewöhnliche Talent er gerne hätte, und was ihm "tierisch auf den Zeiger" geht.

Mustafa Sugle.
von Reiner Fröhlich Kontakt Profil

Sein Nachname wird anders ausgesprochen, als er im Deutschen geschrieben wird: Mustafa Sugle spricht man Mustafa Schule. Der Name kommt aus dem Türkischen. Für seine Freunde ist das eh' kein Problem, sie nennen ihn kurz "Musti". Seine Eltern lebten bereits in Amberg, aber geboren wurde Mustafa Sugle in Istanbul: "Meine Mutter ist 1970 zur Entbindung in die Türkei gereist." Im Alter von zwei Jahren kam er nach Amberg und lebt seitdem hier. Nach einer Ausbildung zum Kfz-Mechaniker wechselte er zu Siemens und ist dort seit 32 Jahren beschäftigt, aktuell im Qualitätswesen. Sein Vater und seine Mutter haben ebenfalls bei Siemens gearbeitet. Zum ERSC Amberg und Eishockey kam er per Zufall: Zu Oberligazeiten war er als Zuschauer im Stadion. "Ich habe damals den langsamen Verfall des Vereins mitbekommen und habe gefragt: Kann ich euch ein bisschen helfen?" Der Verein habe zu wenig Leute, die sich engagieren, bekam er zur Antwort. "Na ja, dann mache ich mit", sagte Sugle. "Ich dachte, da schiebe ich ein bisschen die Tore herum." Aber prompt bekam er vom damaligen Vorsitzenden Manfred Guminski den Job im Marketing verpasst. "Als die Insolvenz kam, habe ich die Gläubiger bedient. Das war eine schwierige Zeit. Ich war sogar mit dem Gerichtsvollzieher per Du." Mustafa Sugle, der sich selbst als verantwortungsbewussten Menschen bezeichnet, ist seit vier Jahren Vorsitzender des ERSC. "Aus dem tiefsten Keller den Verein in den jetzigen Zustand bekommen zu haben - da bin ich glücklich, dass wir wieder so gut dastehen."

ONETZ: Wo möchten Sie gerne leben?

Mustafa Sugle: Am liebsten am Meer, oder einem See, grundsätzlich aber am liebsten am Wasser. Das soll nicht heißen, dass es in Amberg nicht lebenswert ist. Wenn wir bei "Wünsch dir was" wären, dann eben halt das.

ONETZ: Über was können Sie so richtig lachen?

Mustafa Sugle: Über schwarzen Humor. Filme von Guy Ritchie, der trifft voll die Art von Humor auf die ich stehe.

ONETZ: Was war Ihr erstes Auto?

Mustafa Sugle: Ein zehn Jahre alter Audi 80 in knallgelb für 500 Mark. Der hatte einen Unfallschaden, den habe ich selbst für nochmal 500 Mark repariert. Was war ich stolz...

ONETZ: Wie sieht ein perfekter Abend für Sie aus?

Mustafa Sugle: Da fällt mir ein Zitat von Harald Juhnke ein (lacht): "Keine Termine und leicht einen sitzen." Spaß beiseite, es sind die einfachen Dinge. Das was früher ganz normal war, fehlt mir. Mit Freunden zusammensitzen, ein oder mehr Gläser trinken, feines Essen und sich einfach unterhalten.

ONETZ: Welche App darf auf Ihrem Smartphone auf keinen Fall fehlen?

Mustafa Sugle: Es ist wohl "Whatsapp", ein Fluch und ein Segen. Ich bin im Verein in drei Gruppen, von der Arbeit sind es auch zwei. Man kann sich vorstellen, dass da immer Infos und Input da sind. Sehr praktisch, um sich auszutauschen, ohne mit zehn Leuten nacheinander zu telefonieren. Aber auch manchmal einfach zu viel.

ONETZ: Hotel oder Campingplatz? Berge oder Meer? Wie sieht der perfekte Urlaub für Sie aus?

Mustafa Sugle: Als Kind waren wir mit den Eltern Zelten am Meer, es waren im Nachhinein gesehen die schönsten Urlaube. Jetzt schätze ich aber auch die Vorzüge eines Hotels. Grundsätzlich bin ich für alles offen, solange es eine Erholung ist. Ich bin ein Mensch, der das Meer liebt, also definitiv Meer, auch wenn die Berge ihren eigenen Reiz haben. Der perfekte Urlaub ist, wenn es nicht regnet, ich komplett abschalten kann und nicht mehr weiß, welcher Wochentag ist. Das hatte ich schon eine Ewigkeit nicht mehr.

ONETZ: Bei welcher Nachspeise können Sie einfach nicht widerstehen?

Mustafa Sugle: Jetzt werden einige denken, wegen meiner türkischen Herkunft, dass es was Pappsüß-Türkisches ist. Nein, es ist Kaiserschmarrn mit Rosinen und einem Hauch Honig.

ONETZ: Welche Fernsehsendung ist für Sie Pflicht, bei welcher schalten Sie sofort weg?

Mustafa Sugle: Da gibt es nichts, was mir so wichtig wäre, um es im Kalender anzukreuzen. Ich sehe gerne Sender, die informativ sind. Wenn ich einen Film ansehen möchte, dann gehe ich zu Netflix oder Amazon Prime. Ich mag keine Sender, die ihren Abend mit Filmen füllen, die gefühlt alle drei Monate laufen und dann noch mit einer Stunde Werbung vollgepackt sind. Sowas geht mir tierisch auf den Zeiger.

ONETZ: Welchen Traum würden Sie sich gerne erfüllen?

Mustafa Sugle: In Träumen ist wohl alles möglich, von daher spinne ich mal und sage: Einfach losgelöst mit einem Boot, einem Segelschiff, um die Welt schippern.

ONETZ: Wenn Sie sich ein Talent aussuchen könnten, welches wäre das?

Mustafa Sugle: Eindeutig: Jede Sprache der Erde sprechen zu können.

Letzte Woche bei "Kein Wort zum Sport": Robert Graf

Amberg

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