02.03.2021 - 19:00 Uhr
HirschauSport

Schröter über den Langlauf: Die Sprinter laufen in Deutschland nur so mit

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Jonas Schröter ist wieder ein großes Talent des SC Monte Kaolino Hirschau. Er hatte auch schon Weltcup-Einsätze. Für die Nordische Ski-WM in Oberstdorf hat es nicht gereicht. Ob er weitermacht? Die Entscheidung ist offen.

Jonas Schröter auf dem Rotbühlsender in Hirschau.
von Josef Maier Kontakt Profil

Der Kontakt nach Oberstdorf steht - immer wieder mal. "Das Übliche", sagt Jonas Schröter zur Kommunikation. "Wir schreiben uns ab und an eine Nachricht." Dort im WM-Ort sind Schröters Langlauf-Kumpels Anian Sossau und Friedrich Moch derzeit als deutsche WM-Teilnehmer im Langlauf unterwegs. Schröter ist zu Hause in Hirschau, läuft nicht im Allgäu, sondern am Rotbühlsender. Der 20-Jährige hat das WM-Ticket verpasst, obwohl er als großes Sprinttalent in Deutschland gilt. "Es ist nicht einfach", beschreibt der Oberpfälzer, der in Ruhpolding wohnt, die Situation in der Langlaufszene. "Der Sprint führt in Deutschland schon ein stiefmütterliches Dasein." Schröter wurde zwar auch dieses Jahr zwei Mal im Weltcup eingesetzt, einmal bei City-Lauf in Dresden, und dann in vor gut zwei Wochen im schwedischen Ulricehamn. So richtig voran brachte ihn das aber nicht. "Der Sprint wird auch nicht richtig gefördert", sagt er enttäuscht.

Mit seinen Trainern von der Bundespolizeisportschule in Bad Endorf, Manuel Schnurrer und Frank Nitsch, spricht er Trainingspläne- und abläufe durch - und dann muss er immer wieder hoffen, dass der Deutsche Skiverband ihn ab und an zu Weltcups nimmt. Für ihn wäre es aber wichtig, bei solchen Veranstaltungen regelmäßig Erfahrungen zu sammeln, damit beispielsweise auch die Nervosität abnehme: "Man muss sich doch auch an das ganze Umfeld im Weltcup gewöhnen." In Dresden war er als 56. ebenso weit weg von der Quali-Norm für die WM, wie auch in Schweden, als er auf Platz 66 landete und für ihn auch nach dem Prolog Schluss war. Um den Kader für Oberstdorf aufzufüllen, wurden kurz vor der WM zwei weitere Athleten ohne Norm mit ins Allgäu genommen. Schröter wurde nicht zu den Quali-Rennen geladen.

Schröter, der vor wenigen Tagen 21 Jahre alt geworden ist, fährt auch zweigleisig. "Ich habe meine Ausbildung als Bundespolizist abgeschlossen, könnte also jederzeit in diesem Beruf arbeiten", sagt er. Dennoch reizt ihn auch der Spitzensport, das zwei Mal tägliche Training. Es könne aber auch schnell vorbei sein, meint er. "Ich entscheide das von Jahr zu Jahr, ob es mir noch Spaß macht." Derzeit macht es das noch trotz aller Unwägbarkeiten. Vor allem Corona hat den Kalender mit den Langlaufterminen in diesem Winter ordentlich zerfleddert. Normalerweise ist der Hirschauer auch im Continental-Cup und Deutschlandpokal unterwegs. "Da war dieses Jahr aber fast gar nichts", blickt der Athlet des SC Monte Kaolino Hirschau auf die letzten Wochen zurück. Und so reißt er seine Trainingskilometer meist in Ruhpolding, oder jetzt auch am Hirschauer Rotbühlsender herunter. Wobei er gar nicht mehr so oft in der Kaolinstadt ist. "Alle sechs Wochen schaffe ich es vielleicht normalerweise heim." Nur jetzt während der WM-Tage ist er länger bei der Familie, weil an den Trainingszentren auch der Betrieb überwiegend ruht.

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In Hirschau verbringt er seine Zeit auch mit seinen Langlaufkumpels von früher, oder trifft den ein oder anderen, mit dem er beim TuS/WE Hirschau bis zur C-Jugend kickte. Am Sender feilt er auch ein bisschen an den Skitechniken. "In den letzten Jahren ging Skating etwas besser, derzeit ist mir klassisch fast lieber." Er hofft auch noch, dass im März noch ein Continental-Cup stattfindet. Beim Training dafür dürfte er in Ruhpolding einen weiteren Oberpfälzer wieder treffen, den Biathleten Johannes Donhauser aus Ursensollen: "Ja, JD und ich sehen uns manchmal beim Training."

Irgendwann im Frühjahr will Schröter entscheiden, ob er sich das enorme Trainingspensum wieder zumutet. Seinen Reiz hat das Ganze ja schon. Die Starnummern von internationalen Wettbewerben erinnern ihn zu Hause immer wieder daran, wo er durch den Sport schon rumgekommen ist: "Und wie viele können schon sagen, dass sie mal im Weltcup gestartet sind."

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