28.02.2020 - 16:24 Uhr
Luhe-WildenauSport

Coronavirus: SC Luhe-Wildenau sagt Trainingslager ab

Keine Vorbereitung am Gardasee: Den SC-Verantwortlichen war das Risiko schlicht zu groß, dass sich ein Mitglied aus dem 40-köpfigen Reisetross, zu dem auch Frauen und Kinder zählen sollten, infiziert. Mit unangenehmen finanziellen Folgen.

Trainer Roland Rittner muss die Spieler des SC Luhe-Wildenau nun in heimatlichen Gefilden auf die restlichen Spiele in der Bezirksliga vorbereiten.
von Fabian Leeb Kontakt Profil

Eigentlich wollte sich der SC Luhe-Wildenau im malerischen Idyll des italienischen Städtchens Garda, etwas nördlich von Bardolino an der Ostküste des Gardasees gelegen, auf die restliche Spielzeit in der Bezirksliga Nord vorbereiten. Von Mittwoch, 26. Februar, bis Sonntag, 1. März, war das Trainingslager längst gebucht, die Basis zum Durchmarsch in die Landesliga sollte in Italien gelegt werden. Doch die Realität sieht für Trainer Roland Rittner und seine Akteure nun anders aus: Pandurenpark in Raigering, Fitnessstudio, Weidener Thermenwelt und Kunstrasenplatz im tschechischen Tachov. "Aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus in Norditalien war uns das Risiko zu groß, dass sich einer aus unserem 40-köpfigen Tross infiziert", begründete Rittner die kurzfristige Absage des Trainingscamps. "Manche Teilnehmer äußersten große Bedenken aufgrund der aktuellen Entwicklung, und da einige ihre Frauen und Kinder mit dabei gehabt hätten, war sich der Großteil einig, dass eine Absage alternativlos ist." Im Gegensatz zu anderen Amateurvereinen, die sich in südlicheren Gefilden auf die Rest-Saison vorbereiten, hatte der Sport-Club nicht über eine darauf spezialisierte Agentur gebucht, sondern alles in Eigenregie geplant.

Mit unangenehmen Folgen: "Wir haben einen Teil der Kosten natürlich bereits im Vorfeld bezahlt, und eine Versicherung gibt es nicht. Jetzt bleibt eben jeder auf der Anzahlung sitzen, aber das war es uns wert, und die Summe ist auch für jeden zu stemmen", sagte Rittner. Dafür sind der Coach und Sportlicher Leiter Thomas Diertl jetzt als spontane Organisierer gefragt. "Wir haben bereits zweimal daheim auf unserem Platz und zweimal auf Kunstrasen in Raigering trainiert. Dazu waren die Jungs im Fitnessstudio und in der Thermenwelt aktiv. Ein für Freitag geplantes Testspiel fiel zwar dem Schneefall zum Opfer, aber am Samstag hoffen wir auf ein Testspiel gegen ein tschechisches Team in Tachov auf Kunstrasen", erläuterte Rittner den kurzfristigen Trainingsplan in der winterlichen Heimat. Der Bezirksligist ist aber nicht das einzige "Corona-Opfer" aus der Region: Auch Kreisklassist TSV Reuth und Nachbar TSV Erbendorf (Kreisliga) haben ihr Trainingslager am Gardasee vorsorglich abgesagt.

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