26.05.2019 - 23:07 Uhr
MünchenSport

Münchener Double-Jubel

Laut Auszeichnung des DFB war Doppelpacker Robert Lewandowski "Man of the Match" im DFB-Pokalfinale. Doch zumindest ein Rückkehrer darf aufgrund einer formidablen Darbietung die Titulierung Pokalheld für sich beanspruchen.

Die Bayern bejubeln den Sieg im DFB-Pokal
von Fabian Leeb Kontakt Profil

In der elften Spielminute des DFB-Pokalfinals schnellte die oftmals als Reklarmierarm verunglimpfte rechte Pranke Manuel Neuers blitzschnell in die Höhe. Er lenkte einen Torpedo-Kopfball von Yussuf Poulsen nach einem Eckball aus kurzer Distanz an die Latte. Und der Abpraller fiel ihm glücklicherweise wieder in die Hände - und nicht dem lauernden Leipziger Ibrahima Konaté vor die Füße. Und spätestens als Neuer kurz nach Beginn des zweiten Abschnitts famos gegen den alleine vor ihm auftauchenden Emil Forsberg mit Hand und Fuß parierte, war klar: Der Keeper des FC Bayern ist endgültig zurück - und wie. Die Parade gegen Forsberg nötigte sogar ihm selbst eine geballte Faust als persönliche Anerkennung ab.

Vertrauen des Trainers

"Dass ich letztes Jahr hier verletzt zusehen musste wie wir das Pokalfinale gegen Frankfurt verloren haben, war extrem schlimm für mich. So war ich schon im Training während der Woche total konzentriert und fokussiert", sagte Neuer nach der ersten Kabinenfete über den 3:0-Sieg über RB Leipzig. Mit seinen Paraden aus der Kategorie Weltklasse legte der Nationalkeeper den Grundstein für den 19. Pokaltriumph der Bayern. "Es ehrt mich, dass ich trotz der Verletzung das Vertrauen sowohl aus der Mannschaft als auch vom Trainer erhalten habe", blickte der 33-Jährige auf seine über vierwöchige Zwangspause vor dem Berliner Finale in Folge eines Muskelfaserrisses zurück.

Kommentar zur Saison des FC Bayern

München

So richtig freuen konnten Neuer und seine Teamkollegen sich aber unmittelbar nach Spielschluss noch nicht über das zwölfte Double der Vereinsgeschichte. Der Torhüter wusste auch, woran das lag: "Es ist eine riesige Last von uns abgefallen. Vor einem halben Jahr war das überhaupt nicht greifbar, dass der FC Bayern in dieser Saison noch Double-Sieger wird." Damit spielte Neuer auf die Münchener Herbst-Depression an, mit unnötigen Punktverlusten daheim gegen Freiburg und Düsseldorf sowie den zwischenzeitlich auf neun Zähler angewachsenen Rückstand auf Borussia Dortmund. "In der Rückserie war das von uns eine wirklich starke Leistung und darauf können wir stolz sein. Das ist schon etwas besonderes."

Loblied auf Kovac

An der leidigen Diskussion um Double-Trainer Niko Kovac wollte Neuer sich erst gar nicht beteiligen. "Das Double kann uns niemand nehmen. Das ist toll, dass wir das zusammen mit Niko Kovac erreicht haben", sagte der Kapitän, um dann doch noch ein kleines Loblied auf den Trainer anzustimmen: "Es war eine schwere Zeit für ihn, weil viel geschrieben und gefragt wurde, selbst in einer Zeit, als wir alle Ziele noch aus eigener Kraft erreichen konnten. Damit ist er super umgegangen, hat sich voll und ganz auf den Fußball konzentriert und uns super eingestellt. Das war eine tolle Leistung von ihm." Auch Präsident Uli Hoeneß schloss sich am Sonntag der Meinung Neuers an und garantierte, Kovac werde "zu 100 Prozent" auch in der kommenden Saison Trainer des FC Bayern sein. Das dürfte ganz im Sinne des überragenden Keepers sein.

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