24.06.2020 - 14:26 Uhr
Neustadt an der WaldnaabSport

Oberpfälzer Firma bietet Eintracht Frankfurt weiter die Stirn

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Das "böse Foul" landet jetzt vor Gericht. Die Ladung steht. Ende Oktober geht es in Frankfurt um den angeblichen Datenklau im Fußballgeschäft. Die Oberpfälzer glauben an einen Sieg.

Die Eintracht befindet sich im Rechtsstreit mit der IBS.
von Josef Maier Kontakt Profil

Schadensersatz hat's noch keinen gegeben, wenigstens steht jetzt der Gerichtstermin: Am 28. Oktober wird vor dem Landgericht Frankfurt die Sache International-Soccer-Bank (ISB) gegen Eintracht Frankfurt verhandelt: Der Oberpfälzer Fußballdienstleister mit Sitz in Neustadt/WN, der Millionen von Spielerdaten an Fußballklubs verkauft, hat den Bundesligisten verklagt. Der Vorwurf: Mitarbeiter des hessischen Vereins sollen mit unerlaubten Zugangsdaten Material über Kicker aus der Datenbank eingesehen und womöglich auch verwertet haben. Die Zugangsdaten sollen sie vom Ligakonkurrenten RB Leipzig abgegriffen haben. Die Eintracht-Leute sollen auch Scouting-Informationen und Teamberichte eingesehen haben, leugnen dies aber.

"Ich werde da vor Ort sein", sagt ISB-Geschäftsführer Jürgen Kost zum Termin in Frankfurt. "Ich habe einiges zu erzählen." Mit seinem Anwalt wird der 54-Jährige nach Frankfurt kommen. Auf Versuche der Neustädter, mit der Eintracht zu reden, hätten die Hessen nicht reagiert, sagt Kost: "Bei der Eintracht ist ein Unrechtsbewusstsein weiter nicht vorhanden."

Die Juristen beider Streitparteien stehen in Kontakt. Wenn Kost dann über den Schriftverkehr von seinem Anwalt informiert wird, ist er stets überrascht: "Wenn ich lese, was da von Frankfurter Seite kommt, komme ich aus dem Staunen nicht mehr heraus." Bei den Frankfurtern gehe es nur um Rechtfertigungsversuche. Die ISB will von der Eintracht Schadenersatz im unteren sechsstelligen Bereich. ISB-Geschäftsführer Kost glaubt an einen Sieg in Frankfurt: "Ich bin da sehr optimistisch. Ansonsten wäre mein Rechtsempfinden doch empfindlich gestört."

Die Fakten zum Streit ISB/Eintracht Frankfurt

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Der Anfang der Datenklau-Affäre

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ISB und die Coronakrise:

Zahlungen bleiben aus

Auch die International-Soccer-Bank (ISB) spürt die Auswirkungen der Coronakrise. "Zu Beginn der Epidemie haben einige Kunden die Zahlungen eingestellt", berichtet Geschäftsführer Jürgen Kost. Einige Klubs hatten große Sorgen durch ausbleibende Fernsehgelder, die Bilanzen wurden mächtig durcheinandergewirbelt. Einige Klubs meldeten sogar für Teile der Belegschaft Kurzarbeit an. Zudem habe es auch keine Fußballspiele gegeben, durch die man die Datenbanken weiter aktualisieren hätte können, erklärt der 54-Jährige.

"Jetzt läuft die ganze Geschichte aber wieder an", sieht der Neustädter, der zusammen mit seinem Bruder Thomas das Unternehmen aufgebaut hat, eine Rückkehr zur Normalität.

In den vergangenen Wochen haben die Oberpfälzer auch ihr Kundensegment erweitert: Sie beliefern jetzt nicht nur Fußballklubs und Nationalverbände mit unzähligen Daten über Spieler. Auch Spielerberater und deren Agenturen sind Kunden der ISB geworden und greifen auf die Daten aus Neustadt/WN zurück. "Sie übernehmen mittlerweile auch oft Scoutingaufgaben", sagt Kost. Deswegen sind auch hier die Neustädter eine begehrte Anlaufstelle.

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