Lediglich 15 oder 20 Minuten eines Spiels das wahre Leistungsvermögen abzurufen, ist schlicht zu wenig, um in der 2. Bundesliga bestehen zu können. Diese bittere Erfahrung machte der SSV Jahn Regensburg am Samstag bei der 1:3-Heimniederlage gegen Arminia Bielefeld. "Diese 20 Minuten nach der Pause müssen der Maßstab für unsere künftigen Auftritte sein. Da haben wir einen Aufstiegskandidaten – und dazu zähle ich Bielefeld – hintern eingeschnürt", sagte Kapitän Marco Grüttner über die Phase, in der immerhin der Ausgleich durch May Besuschkow zum 1:1 gelang – mehr aber auch nicht. "Wir müssen in dieser Drangperiode, als wir richtig im Flow waren, das zweite Tor nachlegen, stattdessen kassieren wir ein saublödes Gegentor", beschrieb Grüttner das Kullertor von Manuel Prietl. Zuvor hatte Besuschkow einen Freistoß per Kopf an die Latte des eigenen Tores verlängert, ehe der Bielefelder abstauben konnte. Das Kontertor zum 3:1-Endstand war die logische Konsequenz schwindender Kräfte bei den Oberpfälzern. Der vieldiskutierten Regensburger Hochphase zu Beginn der zweiten Abschnitts war allerdings auch eine erste Halbzeit vorangegangen, in der die Elf von Mersad Selimbegovic so ziemlich alle Tugenden gekonnt verbarg, die sie in den vergangenen beiden Jahren so ausgezeichnet hatte.
Kein funktionierendes Pressing, schludriges Passspiel und plumpes Zweikampfverhalten erinnerten doch stark an den desolaten Auftritt eines Woche zuvor bei der SpVgg Greuther Fürth. "Wir haben uns schon gesteigert, aber das war auch nicht allzu schwierig nach dem bockschlechten Fürth-Spiel", gewann Grüttner dem ersten Abschnitt doch etwas Positives ab. Da waren die Gäste verdient durch Edmundsson in Führung gegangen. Beim Jahn machen sich die schmerzhaften Abgänge vor der Saison doch noch bemerkbar. Doch auch ohne Coach Achim Beierlorzer, die Angreifer Sargis Adamyan und Hamadi Al Ghaddioui oder Keeper Philipp Pentke bleiben die Regensburger angesichts vier Zählern nach vier Spielen gelassen. "In der vergangenen Saison hatten wir auch nach fünf Spielen vier Punkte, wenn ich mich richtig erinnere", beschwichtigte Selimbegovic. Und sein Kapitän pflichtete ihm bei: "Wir wissen, wo wir herkommen. Unser Ziel bleiben 40 Punkte und drei Mannschaften hinter uns zu lassen." Dazu bedarf es allerdings Jahn-Powerfußball über 80 oder 90 und nicht nur 20 Minuten.





















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